Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

(MÜLLER  1985,  144  Karte  2),  zeigt  eine  deutliche  Konzentration  im  südöstlichen
  Münsterland  und  weiter  in  nordwestlicher  Richtung  bis  zur  niederländischen
  Grenze.  Letzteres  gilt  nur  für  die  Flurnamen.  Für  diese  Räume  mit
toponymischer  Verbreitung  liefert  die  DWA-Karte  kaum  Nachweise.  In  Südwestfalen
  wiederum,  wo  huwel  laut  DWA  vorkommt,  werden  nur  wenige
Flurnamen  kartiert.  Im  Norden,  Kr.  Minden-Lübbecke,  gibt  es  eine  Übereinstimmung
  zwischen  dem  appellativischen  und  dem  toponymischen  Vorkommen.

Im  Rheinland  sind  nach  Dittmaier  1  16  Flurnamen  mit  den  Varianten  Hübel,
  Hüfel,  Höfel,  Hövel,  Hüvvel,  Hibel,  Hiwwel,  Hüjfel  in  der  Bedeutung
,Flügel,  Hügelkuppe1  allgemein  verbreitet.  Im  Oberen  Rheinengtal  zwischen
Koblenz  und  Bingen  sind  die  Namen  z.  T.  mit  dem  Suffix  -ing  gebildet:  1519
or.  yff  der  Huweling  (Halfer  1988,  63).  Dittmaier  verweist  auf  einige  ältere
Toponyme  (ein  Waldname,  sekundäre  Siedlungsnamen  und  Flurnamen),  deren
älteste  oben  in  Abschnitt  B  aufgeführt  sind.  Als  Appellativ  hat  Hübel  im
Rheinland  hauptsächlich  stimmhaftes  w  als  medialen  Konsonanten,  moselfränkisch
  teilweise  auch  b,  bb  oder  p,  pp.  Als  Vokale  der  Stammsilbe  treten,
regional  differenziert,  mit  Umlaut  ö  und  ü  (entrundet:  e  und  i)  auf  und  ohne
Umlaut  w.l%  Hauptvariante  im  Rhein-  und  Moselfränkischen  beispielsweise
ist  Hiwel,  teilweise  mit  neuhochdeutscher  Dehnung.  Die  Bedeutung  ist  ,Hügel,
  Hügelkuppe4,  daneben  Jede  kleine  Erhöhung  auf  einer  Fläche4  wie  z.  B.
Unebenheiten  im  Acker,  Grabhügel,  Komposthaufen,  Maulwurfshaufen,  beim
Menschen  aber  auch  Beulen  und  Höcker.  Eine  semantische  Differenzierung
scheint  bei  dem  neben  Hiwel  in  den  saarländischen  Gebieten  um  Merzig-Wadern,
  St.  Wendel,  Ottweiler  und  Saarbrücken  sowie  um  Neuwied,  Cochem,
Simmern  und  Bad  Kreuznach  vorkommenden  Huwel  vorzuliegen:  Dieses
Wort  dient  als  Bezeichnung  für  ,größere  Haufen4  (RheinWb  3,  860f.).
Im  Westmitteldeutschen  begegnen  einige  alte  Toponyme,  die  das  Namenwort
  Hübel  enthalten.  Eine  unbekannte  Siedlung  südlich  von  Bitburg  wird
1264  genannt:  in  wylario  et  hovelscheyt  (JUNGANDREAS  1962,  541).  Auch
Flurnamen  des  Mosellandes  sind  mit  Hübel  gebildet:  1195  Hovele  bei  Bad
Hönningen  (Lkr.  Neuwied),  1246  nemus  nostrum,  quod  dicitur  de  Hoevile  bei
Sinzig  (Lkr.  Ahrweiler),  1377  by  dem  huefel  bei  Lauterbur  (L,  Gde.  Echternach),
  1414  evn  ander  gelegen  uff  hüvel  an  perrer  born  bei  Ediger  (Lkr.  Cochem-Zell)
  (Jungandreas  1962,  542).
Für  Luxemburg  ist  auch  das  Appellativ  nachgewiesen:  Hiwwel,  Hiwel,Hügel4
  (LUXWb  2,  164).  Auch  im  angrenzenden  Lothringen  ist  Hiwwel  die
Hauptvariante  des  Wortes,  in  Sierck  ist  Huwwel  belegt,  in  Boulay-Moselle  /
Bolchen,  Faulquemont  /  Falkenberg  und  Munster  /  Münster  Hibbel  (Dt-LothrWb
  246).

1M  Vgl.  auch  weiter  oben  die  Verteilung  der  Varianten  nach  Valtavuo.
167
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.