Full text: 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum (42)

Ältere Siedlungsnamen sind: 
(1) Beukenhorst bei Putten (NL, Prov. Gelderland): 806 bochursti (EWN 
2, 464); 
(2) Wallenhorst (Lkr. Osnabrück): 851 Walionhurst (JELLINGHAUS 91, mit 
weiteren Belegen); 
(3) Freckenhorst (Kr. Warendorf): 851 Fricconhurst (JELLINGHAUS 90, mit 
weiteren Belegen); 
(4) Ahrenhorst bei Albersloh (Kr. Warendorf): 890 Arnahurst 
(JELLINGHAUS 89, mit weiteren Belegen); 
(5) Mekkelhorst bei Weerselo (NL, Prov. Overijssel): 930/66 
Mikulunhurst (Moermann 1956, 105); 
(6) Hörste, Stadt Halle (Westf.) (Kr. Gütersloh): 1088 Hursti 
(JELLINGHAUS 88); 
(7) Horstmar (Kr. Steinfurt): 11. Jh. E. Hurstmere, 1213 Horstnuire, 1222 
Hürstmar (GYSSELING 513); 
(8) Horst bei Rhenen (NL, Prov. Utrecht): 1134 Horst (GYSSELING 513), 
1186 or. festes ... hii sunt ... Fridericus de Hurst, 1190 Pelegrimus de 
Hürste (Künzel/Blok/Verhoeff 188); 
(9) Horst, Stadt Essen: 2. H. 11. Jh. Hurst, ca. 1170 Horst, 1224 Hurst 
(GYSSELING 513); 
(10) Horstorp bei Ottmarsbocholt, Gde. Senden (Kr. Coesfeld): 12. Jh. M. 
Hurstthorpe (ebd.); 
(11) Horst bei Voorschoten (NL, Prov. Südholland): 1199 kop. ca. 1555 
Gerardus de Horst, 1200 or. Gerardus de Hurst (KÜNZEL/BLOK/ 
Verhoeff 189). 
C. Horst m./f. ,Gestrüpp, Buschwerk, stehengebliebenes Unterholz, unzu¬ 
gängliche Hecke‘, nach MOERMAN 1956, 106 ein genuin „sächsisches Wort, 
das in Nordwestdeutschland und in Ostengland vorkommt“,180 ergibt bei nähe¬ 
rem Hinsehen ein recht komplexes Bild, sowohl was die Verbreitung und 
Ausbreitung des Wortes als auch seine semantische Breite und die diatopische 
Verteilung der Genusunterschiede angeht. 
Zunächst die Verhältnisse in den Dialektwörterbüchern mit Einbeziehung 
der einschlägigen Flurnamenarbeiten:181 
Das RheinWb 3, 838, mit Hinweisen auf Flurnamen, meldet für Horst m. 
,Gebüsch4 keinen appellativischen Gebrauch mehr. Hurst (ebd., 1024) m./f. 
|s" Horst .Gestrüpp, bewachsene Anhöhe4. Überlieferung der /for.yt-Namen ab dem 10. 
Jh.: „Horst ist ein sächsisches Wort, das in Nordwestdeutschland und in Ostengland 
vorkommt. Ein Teil von unseren Horst-Namen ist mit Namen von Pflanzen, meist 
Bäumen, gebildet.44 (Mof.RMAN 1956, 105ff.). 
181 Über die Verbreitung des Wortes im deutschen Sprachraum vgl. auch Wallner 
1936, 36 f., Trier 1952, 72-81. 
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