(9) Mellier (B, Prov. Luxembourg): 763 kop, Maslario, 930 kop.
Marslario, ca. 1060 Maliers;
(10) Laren, Gde. Hesperingen (L, Kt. Luxemburg): 903 kop. Laren.
Unmittelbar südlich schließt das zum Untersuchungsgebiet gehörende
Nordlothringen an, vgl. die Siedlungsnamenbelege in Abschnitt D, Nummern
11, 12, 13, 14, 19 und 20, sowie Abb. 20.
C. *(H)lär- begegnet nur noch als Namenbestandteil von Siedlungsnamen und
Flurnamen. Als Appellativ ist es nicht mehr nachzuweisen.
In Siedlungsnamen ist das Namenwort gehäuft zu finden nördlich der Flüsse
Ahr und Lahn und westlich von Fulda und Weser; südlich und östlich dieses
Raumes dünnt das Vorkommen aus.16" Die Kartierung der rheinischen Siedlungsnamen
(Dittmaier 179, Karte 26)* 163 zeigt einen Verbreitungsschwerpunkt
am Nieder- und Mittelrhein. Nach Süden streut das Vorkommen bis an die Nahe.
Dittmaiers Karte zeigt ebenfalls, dass die Flurnamen in der Masse nicht
ganz so weit nach Süden reichen wie die Siedlungsnamen, was dafür spricht,
dass sich in letzteren eine ältere Schicht abbildet. Gehäuft kommen sie vor im
Kleverland, im Raum Geldern, Mörs, Duisburg und im Niederbergischen. Historische
toponymische Belege des Rheinlandes, die Dittmaier 178 auffuhrt,
sind: 1144 Keylar (Kevelaer, Kr. Kleve), 1282 hof genant Lare (Duisburg-Beeck),
1417 in ger Laer (Rees, Kr. Kleve). Von diesem Verbreitungsraum
setzen sie sich nach Süden fort, zum einen entlang der Westgrenze Deutschlands
bis nach Luxemburg (rezent Lahr und Lohr), ins Moselland und an die
untere Nahe: 1140 decimas novalium de nemore cui nomen Lare iuxta villam
Dunichenheim (Düngenheim, Lkr. Cochem-Zell), 1476 vor den laren (Bad
Kreuznach), zum anderen rechts des Rheins über das Bergische Land bis zum
Westerwald (Anen 1945, 69; DITTMAIER 178; JUNGANDREAS 1962, 575).
Eine Fortsetzung findet dieses rheinische Vorkommen in den hessischen
*(7ri/i5r-Flumamen: Für die nord- und mittelhessischen Landkreise Waldeck-Frankenberg
und Marburg-Biedenkopf werden die rezenten Flurnamen Lohr,
Lahr, Leitlar, Lohrweg, Lohrwiese etc. genannt (DEBUS 1968, 38 Anm. 94);
die Flurbezeichnungen 1340 of der lare, 1696 vff der lohr, rezent Lohrwiesen
etc. aus der südlichen Wetterau können nach Lage und Beschaffenheit des Geländes
sowohl auf ein Sumpfwort als auch auf ,Großhürde1 im Sinne
Dittmaiers zurückgehen (Vielsmeier 1, 1995, 318); aus dem Raum Südhessen
gehören vermutlich die historischen Belege ca. 1375 uff Lar (Biebesheim
am Rhein, Kr. Groß-Gerau) und 18. Jh. im Loohr (Langen, Lkr. Offenbach) in
diesen Zusammenhang (SHessFln 629).
Ifi* Vgl. die Kartierung des nordwesteuropäischen Vorkommens bei Dittmaier 1963,
Kartenanhang. - Das Vorkommen von *(7?7/dr-Namen im südlichen Franken ist
nach Schuh 2003, 38f. „einer frühen germanischen Südausbreitung“ zu verdanken.
163 Die Karte ist hier als Abb. 21 nochmals abgedruckt.
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