Petri 1, 1937, 577 deutet das Wort ebenfalls als ,Weide\ Bach II, 1, § 367
(1953) gibt als ursprüngliche Bedeutung ,Weideplatz4 an, ferner ,Moor-,
Sumpfgelände, Dorfanger4, schließlich auch allgemein ,Feld\ Moerman
1956, 139 deutet laar als ,open piek in een bos, bosweide4, und Gysseling
übersetzt 1960 (passim) *hlceri- n. mit ,waldiges Sumpfland4.u,l>
Heinrich Dittmaier 1963, 51-55 konstruierte auf der Grundlage der Bestimmungswörter
von Komposita mit dem Grundwort *(h)lär- die Grundbedeutung
,Gatter, Pfahlzaun4; weiter habe das Wort den Ort bezeichnet, der von
einem solchen Zaun umschlossen war (,Viehhürde4). Dieser Bedeutungsansatz
basiert darauf, dass DITTMAIER eine große Anzahl der Bestimmungswörter
dem Bereich der Viehzucht zurechnet. Man gewinnt geradezu den Eindruck,
dass nicht zum Bedeutungsansatz passende Belege, etwa solche mit
Personennamen im Bestimmungsteil,* 161 hinweginterpretiert werden. Eine erneute
Durchsicht könnte durchaus zu anderen Ergebnissen kommen. Jedoch
hält Jürgen UDOLPH unter Hinweis auf die immer noch umstrittene Etymologie
des Wortes in RGA 22 (2003), Art. Orts- und Hofnamen, § 3, 237 an der
These der nicht vorhandenen Personennamen im Bestimmungsteil fest. An ein
indogermanisch gegründetes Wort für den Wald denken KÜNZEL/Blok/
Verhoeff 487: ,intensief benut bos4; so auch Arend Quak in RGA 22
(2003), Art. Orts- und Hofnamen, § 8, 279, sowie UDOLPH 1994, 473-497, jedoch
ohne die jeweilige Argumentation mit dem verfügbaren Belegmaterial
auch nur einigermaßen zweifelsfrei absichem zu können.
Siedlungsnamen aus westgerm. *(h)lär- begegnen konzentriert in Belgien,
den Niederlanden, Niederdeutschland und dem Rheinland, die südlichen Ausläufer
erreichen Lothringen und im Osten den Main sowie, ganz vereinzelt,
die badische Ortenau. Die historischen Belege sind zusammengestellt in
Dittmaier 1963 passim; Förstemann II, 2, 36-40; Gysseling passim;
Jellinghaus 126-128; Künzel/Blok/Verhoeff 487 [Register],
Einige alte Belege aus dem Waldgebirge der Ardennen, in dem die *(h)lär-Namen
gerade bei Königshofen und -pfalzen Vorkommen, von denen eine
(Mellier) als Jagdpfalz für die Zeit König Pippins (gest. 768) archäologisch
erschlossen wurde, sind (zitiert nach Haubrichs 2004a, 306; vgl. auch
Haubrichs/Pfister 2008, 271):
(7) Anlier/dt. Ansler (B, Prov. Luxembourg): 1005 u. ö. Anslaro, 12. Jh.
A. kop. de fisco Anslaro;
(8) Longlier (B, Prov. Luxembourg): 8. Jh. kop. Longolario, 759 kop.
Longlare, 1097 kop. Longleir,
11,(1 Dies sind nur die wichtigsten Erklärungsversuche in der Zeit zwischen Schnetz
und Dittmaier.
161 Zum Beispiel gibt Dittmaier 1963, 68 als Erstglied des Namens der hessischen
Stadt Fritzlar einen Tiemamen *Frid an, Andrieben 1990, 229 hält dagegen den
Personennamen Fridus für wahrscheinlich.
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