Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

(Mv):  1717  or.  frz.  auff  lohr  vies  /  lahr  viez  (AD  Mos  4  E  539).  Lisdorf  (Sl):
1301/50  or.  lat.  in  russeler,  in  dielenbruch  et  in  aliis  silvis  ad  Listorf  et
Enestorf  (Heyen  Wadgassen,  68).  Lohr  (PP):  1578  or.  dt.  weckenn  müle  by
lohr  (AD  BR  E  406).  Manom  /  IVlonhofen  (Th):  ca.  1487  or.  dt.  monhem
lavre  (StB  Tr  1641/389  fol  82v),  1530  or.  dt.  die  laire  aicht  (AD  Mos  7  F
820),  1561  or.  dt.  vff  lare  (A  ChLagrange),  1694  or.  dt.  auff  lahr  (A  ChLagrange),
  o  Laur  [’floß].  Munster  /  Münster  (Al):  o  Loorefält  ['b:ro  feit],  Es
loorepruuch  [as  b:ropru:x],  Feldling  ober  am  alten  irisch  neben  dem  Ihor
bann,  Feldling  der  alten  frisch  auf  dem  Ihor  bann,  ln  der  bruchfeld  neben  dem
Ihor  bann  [b:ra  bon].  Niedaltdorf  (Sl):  1363  or.  dt.  in  loirbort  (AD  Mos  4  E
7),  o  Lohrweg  [wlo:nve:J],  Auf  der  Lorenfurth.  Rechicourt-le-Chäteau  (Re):
1618  or.  dt.  hinder  lohr  /  zu  lohr  (AD  Mos  1  E  167).  Saint-Quirin  (Lq):  o
Flaut  de  Ihor,  Corvee  de  Ihor,  Lerbach.  Schwalbach  (Sl):  1654  or.  dt.  vor  rossler
  /  wider  rossler  /  bey  dem  rossler  /  zwischen  weillerbruch  und  dem  rossler
(LH  A  Ko  218/810,  1-82),  1656  dt.  vor  roßler  (LH  A  Ko  218/810,  17),  1696  dt.
bey  rosseller  zu  zweyfassen  (GEB),  1711  or.  dt.  wider  den  rosseier  und  gemeinen
  erbbusch  (LHA  Ko  218/736,  1-128).  Thionville  /  Diedenhofen  (Th):
1685  kop.  dt.  in  der  lahr  (StB  Tr  1644/373,  982).  Torcheville  /  Dorsweiler
(AI):  o  Piece  des  cinquantejours  en  allant  a  Ihor.  Volmunster  (Vo):  1758  or.
auff  lor  (AD  Mos  Cartes  et  plans  Nr.  986-988),  o  Lhor  [lo:n].  Wedern  (MW):
1701/75  or.  dt.  der  lohrgarten  (GEB).
(Vgl.  Abb.  20)
B. Ein  bisher  in  Etymologie  und  Semantik  nicht  gänzlich  geklärtes  Wort  ist  in
den  Toponymen  belegt,  die  mit  dem  westgermanischen  Namenelement
*(h)lär-  gebildet  sind  (vgl.  HAUBRICHS  2004a,  305-308).  Diese  Bildungen  gehören
  der  ältesten  Schicht  germanischer  Siedlungsnamen  an  und  sind  ursprüngliche
  Stellenbezeichnungen  (Debus/Schmitz  2004,  3477-3487).
Bei  der  Herleitung  des  Wortes  spielt  die  Frage  der  Herkunft  des  anlautenden
  h  eine  entscheidende  Rolle:  Wenn  es  auf  vorgerm.  Ikf  zurückgeht,15:1  so
ergibt  sich  ein  anderer  Interpretationsansatz  als  bei  einem  unetymologischen
initialen  h.]5b  Auf  die  etymologische  Korrektheit  des  anlautenden  h  weisen  die

155  Dittmaier  1963,  102-105  fuhrt  *(h)lär-  auf  die  idg.  Wurzel  *klei-  ,sich  anlehnen1
(vgl.  L1V  332),  die  unter  anderem  in  nhd.  Leiter  vorliegt,  zurück.  Dieses  Reiterwort4
  habe  dann  auch  den  Lattenzaun  bezeichnet,  woraus  die  Bedeutung  ,Hürde4
resultiere.  Nicht  nur  die  doch  recht  konstruiert  wirkende  Semantik  bereitet  Probleme.
  Es  müsste  eine  Form  *läe-  zugrunde  liegen,  da  idg.  /e/  über  germ.  /§[/  zu  ahd.
/ä/  wird,  jedoch  existiert  diese  Form  nicht.  Die  deshalb  von  Dittmaier  angestellte
Vermutung,  durch  ein  folgendes  r  sei  der  Diphthong  /ei/  zu  /e/  monophthongiert
und  dann  mit  germ.  fej  zusammengefallen,  ist  rein  hypothetisch.
156  Udolph  1994,  475f.  diskutiert  die  Möglichkeit  einer  auf  romanischen  Einfluss  zurückgehenden
  /7-Prothese:  Diese  ist  eine  „im  Althochdeutschen  überwiegend  in  den
westlichen  und  südlichen  Randzonen  zur  Romania44  (Haubrichs  1990,  135)  ver-139

            
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