777 kop. 11. Jh. E. Fornhese (der Wald Verrenhese westlich von Amersfoort,
Prov. Utrecht, mit germ. *furhö f. ,Föhre4 als Bestimmungswort); 838 kop.
11. Jh. in Hesi (Hees, Gde. Soest, Prov. Utrecht). Auf *haisipi (> mnl. heest,
vgl. MnlWb 3, 236f.) ist der Name der belgischen Stadt Heist-op-den-Berg
(Prov. Antwerpen, Arr. Malines) zurückzuführen: 1008 Heiste (Carnoy 1,
1948/49, 297; Mansion 1935, 61) und wohl auch der Name von Heyd (B,
Prov. Luxembourg, Arr. Marche): 747 kop. 13. Jh. Haist, 1076 Heis
(GYSSELING 493).145
Das in der Germania nur noch toponymisch nachzuweisende Hees bezeichnet
die im Niederwaldbetrieb stehende Hecke oder den Wurzelstock, aus dem
die jungen Stämme (von Buche, Eiche oder Hasel) wachsen (Kluge 404 s. v.
Heister).146
Noch als Appellativ begegnet eine Weiterbildung von Hees: Das besonders
im Dialekt- und Fachwortschatz vorkommende Maskulinum Heister m. Junger
Waldbaum, Buche4 (DWB 10, 903) - mhd. heister m. Junger Buchenstamm,
Buchenknüttel4 (LEXER 1, 1224), mnd. heister, bester (MndHdWb II,
1, 301; MndWb 2, 228), mnl. heester, heister (MnlWb 3, 237)147 148 - aus älterem
*hais-tr- ist mit einem Morphem idg. *-tro- gebildet, das im Germanischen
als *-pra- oder, mit grammatischem Wechsel, als *-ära-, ahd. -traerscheint.14s
Toponymisch ist Heister bis Oberhessen, als Appellativ bis zu
den Mittelgebirgen verbreitet (Trier 1952, 105; Dittmaier 107). Nördlich
dieser Zone gilt das Wort im gesamten Niederdeutschen, nicht aber in
Schleswig (FRiNGS/von Wartburg 1937, 200); das SchleswHWb 2, 701
meldet 1929, das Wort sei im Begriff zu veralten.
Neben den bereits erwähnten Bedeutungen hatten Hees und Heister auch
eine rechtliche Komponente: ln der Bedeutung (Wald-)Weideplatz ist Hese
seit dem 14. Jahrhundert in den Werdener Urbaren überliefert; Heister in der
Hese) und Heist (1292 und 1334 de Hest, 1534 im Heiste) nach sowie die jüngere
Bildung Heisterende.
I4' Zu *haisipi könnte auch ein Flurname aus dem Untersuchungsgebiet gehören: amtl.
In der Heistwies (Mosberg-Richweiler, Lkr. St. Wendel).
146 Vgl. auch Buirs 1997, 52: „Hees ,bos van laag hout, struikgewas1 ook Jong
beukenbos, later struikgewas4.44
14 Dieses ist in einem Toponym der Provinz Ostflandem 1287/88 als Bestimmungswort
des Kompositums heesterbeke (Grundwort: beke .Bach1) belegt (EWN 2, 400;
VroegMnlWb2, 1885).
148 Nicht zu halten ist die ältere Auffassung, es handele sich um ein in der Komposition
abgeschwächtes altes Wort für Baum (germ. *trewa- n.: got. triu, anord. tre, aengl.
treow n., afries. tre n., asächs. treo, trio n.), da dessen Konsonantismus nicht mit
den belegten Formen übereinstimmt (vgl. EWA 1, 61). Dennoch ist nicht auszuschließen,
dass es sich beim sogenannten ,Baumnamensuffix4 um ein ursprünglich
selbständiges Wort handelt.
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