Langvokal, und h wird, ausgehend von Mitteldeutschen, verstärkt seit dem 16.
Jahrhundert als Längenmarkierung funktionalisiert."
Die Formen mit /-Vokalismus in Eschwiller und der angrenzenden Gemarkung
Postroff scheinen nicht hierher zu passen. Sie wurden wegen des
Postroffer Originalbeleges zu venne aus dem Jahr 1313 dennoch aufgenommen.
Der abweichende Vokalismus muss jedoch erklärt werden. Im Mittelniederländischen
und in niederrheinischen Toponymen gibt es die Nebenform mit
i (siehe oben, Abschnitt B).l0(l Die Belege des Untersuchungsgebietes sind
vielleicht im Zusammenhang mit den niederrheinischen zu betrachten. Auch
Hyperkorrektur (Angleichung an häufigen /-Vokalismus vor n + Konsonant)
könnte vorliegen, allerdings beträfe dies nicht bloß die Schreibung, denn der
Mundartbeleg aus Eschwiller lautet [fin]. Eine Bildung der Flurnamen mit einem
anderen Appellativ ist zwar nicht von vornherein auszuschließen. Die
Frage, um welches Appellativ es sich handeln könnte, wirft allerdings weitere
Probleme auf. Die neuhochdeutschen Homonyme Finne ,Larve, PusteP und
Finne ,Rückenflosse großer Fische‘ scheiden jedenfalls aus. Am wahrscheinlichsten
ist daher eine Zugehörigkeit zu Fenn.
Nach dem Flurnamen fenn der Gemarkung Fürstenhausen wurden die dortige
Glashütte und weiter der heutige Völklinger Ortsteil Fenne benannt.
(R. K.)
99 FrnhdGr § L 7.
100 Auch nfries.finne hat den /-Vokalismus, was eine sekundäre Entwicklung ist, denn
das Altfriesische zeigt hier noch e (Jene, fenne). (FryskWb 6, 19).
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