Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

gesamten  Niederrheingebiet  kommt  es  vor,  dann  auch  in  den  zum  ripuarischen
Mundartgebiet  gehörenden  Gegenden  um  Bonn,  Schleiden,  Bergheim  und
Aachen  sowie  in  der  moselfränkischen  Gegend  um  Prüm  (DlTTMAIER  70f.  mit
Karte  13,  hier  als  Abb.  14  wiedergegeben).
SHessFln  355  nennt  für  das  heute  untergegangene  Wort  ahd.  ferme,  mhd.
venue  nur  zwei  Flurnamenbelege  aus  dem  südhessischen  Lkr.  Darmstadt-Dieburg:
  1211  in  palude,  que  dicitur  Vennéhé  (Kollektivform)  und  1317  zu
vendal  (<  *Fenn-dal).  Der  Beleg  Fenneberg  aus  dem  Namenbuch  des  Flerzogtums
  Nassau  weist  jedoch  auf  eine  einst  weitere  Verbreitung  des  Wortes  in
Hessen  hin  (KEHREIN  1872,  391).
Im  Großherzogtum  Luxemburg  sind  insbesondere  im  Ösling,  dem  nördlichen
  Landesteil,  Flurnamen  aus  Féng,  Feng,  Fenn  m.  ,Fenn,  Hochmoor1  verbreitet;
  hier  gibt  es  auch  die  Kollektivbildung  Gefenn  (Anen  1945,  35;
LuxWb  1,322).
Im  Oberdeutschen  sind  few?-Nachweise  selten  und  teilweise  auch  zweifelhaft
  (Schnetz  1997,  47;  Vollmann  1926,  31  f.):  Kleiber  1957,  183  sowie
1986a,  263  nennt  zwei  Flurnamen  aus  dem  Lkr.  Rastatt  (1674  in  Hildmannsfeld
  obere  Fenn,  rezent  in  Muggensturm  Fennacker).  Das  Vorkommen  dieses
fast  ausschließlich  im  Nordwesten  verbreiteten  Namenwortes  am  Nordrand
der  Alemannia  spricht  für  sekundären  Import  (Kleiber  1986a,  266).  Das
BadWb  2,  42  zitiert  lediglich  den  zu  rhein.  Fenn  gebildeten  Familiennamen
Vennemann.  Das  SchwäbWb  2,  1052  nennt  die  Toponyme  Fenneberg  und
Fennerlingsrain  sowie,  mit  Fragezeichen  versehen,  Finnehalden,  Finnesklinge,
  Finningen,  die  wohl  eher  zu  Personennamen  gehören.  Im  SCHWElzlD  1,
833  wird  angegeben,  Fenn  sei  „wahrscheinlich  nur  noch  als  Eigenname  erhalten'4,
  als  Beispiele  werden  Gfänn,  Gefend,  G  [fang  und  Fännewis  genannt.
Sind  diese  Belegnachweise  echt,  weisen  sie  auf  eine  einst  weitere  Verbreitung
von  Fenn  hin,  teilweise  wird  es  sich  jedoch  eher  um  eine  Bildung  gi-fang  zu
mhd.  ge-vähen  ,erfassen,  umfassen  etc.‘  (vgl.  ahd.  blfang  m.  ,Umzäunung4
aus  bJ-fdhan)  handeln.  Recht  sicher  scheint  hingegen  ein  mittelalterlicher  Beleg
  für  einen  vereinzelten  Flurnamen  aus  der  Gde.  Eschenbach  (CH,  Kt.  Luzern)
  zu  sein:  ze  Mvlnowe  nvn  stuke  ...,  jn  venne  zewei  stuke  vnde  ein  swin
(  WMU  3,  2029).  Hier  kann  an  Import  durch  Siedler  gedacht  werden.
D. Das  Kartenbild  (vgl.  Abb.  13)  zeigt  eine  schwache  Verbreitung  von  mit  Fenn
gebildeten  Flurnamen  im  westlichen  Saarland,  im  Département  Moselle  und  in
dem  zum  Untersuchungsgebiet  gehörenden  Teil  des  Départements  Bas-Rhin.
In  den  Belegen  der  Gemarkungen  Fürstenhausen  und  Nennig  hat  Fenn  feminines
  Genus.  Hierzu  sei  hingewiesen  auf  ahd.  fennï  f.,  ein  neben  sonstigem
neutralem  /¿/-Stamm  in  Glossen  belegtes  Femininum  (siehe  oben,  Abschnitt
B).  Die  übrigen  Flurnamenbelege  geben  keinen  Hinweis  auf  das  Genus.
Als  Dehnungszeichen  dürfte  das  h  im  Flurnamen  vehnbüchel  in  Manom  /
Monhofen  zu  interpretieren  sein.  Für  Fenn  gibt  es  auch  sonst,  besonders  im
Mittelniederdeutschen  und  Mittelniederländischen,  historische  Belege  mit

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