nem Verzeichnis von Hufen in Thriuschon (Dat. PI.);9' gemeint ist möglicherweise
Dröschede, ein Stadtteil von Iserlohn. Der nächste zu nennende
Siedlungsnamenbeleg ist apudDrische aus dem Jahr 1097; es handelt sich um
Driesch, Gde. Lutzerath (Lkr. Cochem-Zell). Es folgt Dries bei Hillegem (B,
Prov. Ostflandem, Arr. Aalst); der Ort wird 12. Jh. E. / 13. Jh. A. als Drisk
erwähnt. Als Übersetzung des lat, terra inculta begegnet das Wort im Jahr
1200 am Niederrhein: terram incultam quq in uulgari dry sch uel uenne
dicitur (Driesch bei Blatzheim, Stadt Kerpen, Rhein-Erft-Kreis). 1201 ist
Dries bei Meerbeke (B, Prov. Ostflandern, Arr. Aalst) belegt: terra que iacet
iuxta driscum; ein unbekannter Ort im Raum Valenciennes (F, Nord) wird in
einer Urkunde von 1222 genannt: actum iuxta nemus de Vile el Tries. Wie
diese Aufstellung der ältesten Zeugnisse zeigt, gehört Driesch zunächst in einen
niederländisch-rheinisch-westfalischen Verband; dann breitet sich das
Wort aus bis nach Lothringen und streut, zumindest als Adjektiv, bis ins Alemannische.
Die hessischen Belege an der Main-Taunus-Schranke bilden die
südöstlichste Grenze des Namenraums (Ramge 1987b, 33).
Durch Aussiedlung entstanden wird die Insellage im Alemannischen sein;
im Eisass ist eine Entlehnung aus dem Lothringischen über die Zabemer Steige
denkbar. Ein Zusammenhang zwischen der oben angedeuteten Ausbreitung
des Wortes und Siedlungsbewegungen der Franken wird angenommen
(Lerchner 1965, 65); es handele sich gar um ein ,fränkisches Leitwort4
(Frings 1950,43).g2
C. Als agrarwirtschaftliches Fachwort bezeichnet Driesch einen Teil von bewirtschafteten
Flächen, der zeitweise nicht bebaut wird, um ihn mit Hilfe der
Düngung durch Weidevieh wieder für den Ackerbau fruchtbar zu machen. Im
Unterschied zur Brache wird der Driesch für mehr als ein Jahr vom Getreidebau
ausgenommen und während dieser Zeit nicht bearbeitet; der Driesch
kann auch mit dem System der Feldgraskoppelwirtschaft verbunden sein. In
Weinbaugebieten werden aufgegebene Weingärten Driesch genannt (DRW 2,
1108; LexMa 3, 1399f.); in einer Urkunde der Abtei Heisterbach im Rheinland
heißt es 1407: dat it [der Weinberg] lancke zyt her zo mayl vergancken
ind zo dreyschse worden is (DlTTMAIER 1960, 717). Für das Niederdeutsche
wird auch die Bedeutung ,Viehtrift; als Trift benutzte Strecke, die nur spärlich
mit Gras bewachsen ist4 angegeben (Scheuermann 1995, 115; Schlesw-HWb
1, 849). Wo ehemalige Driescher zu Dauerackerland wurden, wie im 19.
Jahrhundert im Bliesgau geschehen, wurde der Name Driesch gegenstandslos
und ging (nach Ausweis der napoleonischen Pläne und der Urkataster seit ca.
1840) auf das in abgelegenen Flurteilen entstehende neue Dauergrünland über
yi Kötzschke 1906, 136 Z. 16.
92 Zur den Fortsetzem des altfränkischen Superstratwortes *fjreusk- , Brachland1 in der
Gallia vgl. Haubrichs/Pfister 2008, 267.
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