Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

lés-Bouzonville  (Bv),  Volmerange-lés-Boulay  (Bo),  Volmerange-les-Mines
(Ca),  Volmunster  (Vo),  Volstroff  (Mv),  Wadrill  (MW),  Wahlen  (MW),
Waldhambach  (Dr),  Waldweistroff  (Si),  Waldwisse  (Si),  Walschbronn
(Vo),  Webenheim  (Hb),  Wedern  (MW),  Wehrden  (SB),  Weierweiler
(MW),  Weisungen  (Dr),  Welferding  (Sg),  Welschbach  (Ot),  Wemmetsweiler
  (Ot),  Wiebelskirchen  (Ot),  Wingen-sur-Moder  (PP),  Winterbach  (SW),
Wittersheim  (Si),  Wochern  (MW),  Wolfersheim  (SI),  Wolfskirchen  (SU),
Zilling  (Pb),  Zimming  (Bo),  Zollingen  (SU),  Zoufftgen  /  Suftgen  (Ca  10).
(Vgl.  Abb.  12)
B. Das  Wort  geht  auf  mhd.  driesch  rn./n.  (Lexer  1,462)  zurück.  Seine  Bedeutung
  ist  zeitweise  unbebautes,  als  Weide  dienendes  Ackerland,  auch  ruhender
Weingarten;  Zustand  des  Brachliegens'  (DWB  NEUBEARB.  6,  1391).
Daneben  existieren  in  älterer  Sprache  das  Adjektiv  mhd.  driesch
,unangebaut‘  (DWB  2,  1408;  Lexer  1,  462)  und  das  Verb  drieschen  ,einen
Brachacker  zum  erstenmal  pflügen'  (DWB  2,  1408).  ln  frühneuhochdeutscher
Zeit  ist  das  Substantiv  driesch  m./n.  belegt  (BAUFELD  57).
Zur  Etymologie  von  Driesch  finden  sich  unterschiedliche  Deutungsansätze;^
  sie  gilt  als  nicht  abschließend  geklärt.  Nach  den  Ausführungen  in
KLUGE  215  geht  das  Wort  vermutlich  auf  (gemein)germ.  *preutes-ka-  zurück
und  gehört  zum  starken  Verb  urgerm.  *preutan-  ,ermüden,  erschöpfen';  entsprechend
  wird  hier  die  Bedeutung  von  Driesch  mit  erschöpfter  Acker,  der
brach  liegen  bleibt'  angegeben.85 86  KLUGE  folgt  damit  der  Darstellung  Heinrich
Dittmaiers  (Dittmaier  1960,  726),  so  auch  DWB  Neubearb.  6,  1391  ,s7  Zu

85  Einen  Überblick  über  die  unterschiedlichen  Ansätze  zur  Etymologie  des  Wortes
Driesch  bieten  Dittmaier  1960,  723-726  sowie  Gysseling  1975,  262-265.  -  Vor
allem  von  flämischen  Forschem  wurde  in  dem  Wort  das  Zahlwort  .drei'  gesehen,
zum  einen  im  Zusammenhang  mit  der  Dreifelderwirtschaft  (das  Wort  ist  allerdings
viel  älter  als  die  Dreifelderwirtschaft),  zum  anderen  im  Zusammenhang  mit  dem
Dorfanger  (,dorpsplein‘:  dieses  ist  jedoch  nicht  die  Grundbedeutung  des  Wortes),
der  durch  das  Zusammentreffen  dreier  Wege  entstanden  sei.  Dieser  Ansatz  ist  auch
deshalb  abzulehnen,  weil  die  älteste  überlieferte  Form  thriusk-  lautet  und  nicht
*thri(i)sk-,  wie  die  Bildung  zum  Zahlwort  ,drei'  lauten  müsste.  Ebenfalls  abzulehnen
  ist  Mansions  Herleitung  aus  idg.  *treh,u-  ,aufziehen,  nähren'  (Mansion
1924,  105-107;  zur  idg.  Wurzel:  IEW  1095;  LIV  647),  denn  kennzeichnend  für  den
Driesch  ist  es  ja  gerade,  dass  hier  eher  wenig  gedeiht.  Auch  deutsche  Forscher  haben
  versucht,  die  Etymologie  von  Driesch  zu  klären;  neben  einigen  Ansätzen,  die
hier  vernachlässigt  werden  können,  sei  noch  auf  Foerste  verwiesen,  der  ein  germ.
Adjektiv  *preuska-  ,zerrieben,  morsch'  (eine  Vc-Suffigierung  zu  idg.  *terhr  .bohren,
  reiben',  vgl.  IEW  1071f.  und  LIV  632)  als  Ausgangspunkt  annimmt;  das  Substantiv
  habe  sich  sekundär  entwickelt,  woraus  auch  die  Unsicherheit  im  Genus  erklärt
  werden  könne  (Foerste  1966,  63;  ähnlich  DWB  22,  486  s.  v.  Triesch).
86  Zum  Verb  *preutan-  vgl.  Seebold  1970,  523f.
s  Dittmaier  1960,  726  beruft  sich  auf  Hans  Sperber:  Beiträge  zur  germanischen

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