gebietsschutzes konzipiert und durchgeführt
wurde48 49, verdient sie in diesem
Rahmen erwähnt zu werden, zeigt sie
doch, daß im unbesetzten Teil Deutschlands
prinzipiell Interesse am Schicksal
der Saar vorhanden war. Hierauf konnte
die Agitation des Saargebietsschutzes
aufbauen.
Die Werbetrommel für die eigene Kundgebung
im Berliner Sportpalast wurde
eifrig gerührt: Mehrfach kündigten Inserate
in der Berliner und der überregionalen
Presse die Veranstaltung an, und
Firmen, Vereine, Verbände sowie die
Berliner Universitäten erhielten Einladungskarten
zur Verteilung an Kunden,
Mitglieder und Studierende. In den angrenzenden
Stadtbezirken um das Regierungsviertel
erfolgte zudem eine rege
Hausagitation. Die Parteivorstände der
in der Nationalversammlung vertretenen
Fraktionen, deren Präsident Konstantin Fehrenbach und die saarländischen Abgeordneten
in beiden Vorparlamenten wurden ebenso mit persönlichen Einladungsschreiben
bedacht wie die Berliner Ministerien, akademische und kirchliche Behörden,
Berliner Kommunalpolitiker und sonstige mit dem Saargebiet verbundene
Persönlichkeiten. Mit dem „Verein der Lichtbild-Theater-Besitzer Groß-Berlins und
Brandenburgs“ war die Vereinbarung getroffen worden, zwischen dem 1. und 4.
März in Berliner Kinos nach dem eigentlichen Film einen Kurzfilm über die Saar
vorzuführen41'.
Das von Alexander M. Cay entworfene großformatige Veranstaltungsplakat zog die
Aufmerksamkeit durch sein ungewohntes Layout auf sich50. Dank der Zusage Preußens,
die Hälfte der veranschlagten 500.000 Mark für Saarpropaganda beizusteuern,
war die Finanzierung der Veranstaltung gesichert51. Allerdings sah sich der Saar¬4S
Erst im Anschluß verschickte der SGS gleichlautende Telegramme (03.03.19, in: BA-R 8014/3), in
welchen er den Rednern für die Kundgebung gegen die Annexionspläne Frankreichs dankte.
49 Vgl. Brief des SGS an eine Berliner Theater-Direktion (28.02.19), in: BA-R 8014/1102.
50 Für derartige Aufrufe und Proklamationen herrschte im Winter 1918/19 bei den Druckereien Hochkonjunktur:
Vgl. PAUL/ Schock, S. 32 und Abb. 26. S. 35. Ein Original des Plakates befindet sich in:
BA-R 8014/5.
51 Die anderen 250.000 Mark sollten von saarländischen Industriellen und reichsdeutschen Unternehmern
auf ein Sonderkonto „Saargebietsschutz“ eingezahlt werden: Vgl. undatiertes Protokoll über die Sitzung
des Finanzausschusses vom 17.02.19, in: Ebd.
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Werbeplakat des Saargebietsschutzes
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