Ein wesentlicher Grund, weshalb die private Berliner Saarhilfsorganisation nach dem
Plebiszit in Vergessen geriet, ist darin zu sehen, daß die Leistungen der konservativen
Vereinigung in der öffentlichen Erinnerung auf Betreiben der Nationalsozialisten
zumeist verschwiegen wurden. Sie hatte mit dem erfolgreichen Ausgang des Referendums
ihre Aufgabe als Sammlungsbewegung, Propagandavereinigung und Tarnorganisation
erfüllt. Ihr Nachfolger, der „Bund der Saar- und Pfalzvereine“, setzte
noch bis in die Jahre des Zweiten Weltkrieges die landsmannschaftliche Kontinuität
fort. An die politische, ideelle und propagandistische Bedeutung des Saargebietsschutzes,
der Geschäftsstelle „Saar-Verein“ und des Bundes der Saarvereine konnte
er nicht anknüpfen.
Deutsch war die Saar 1935; daß sie nur zehn Jahre später erneut zum Streitobjekt
zwischen einem besiegten Deutschland und Frankreich wurde und eine weitere
Dekade darauf eine zweite Abstimmung über die staatsrechtliche Zukunft des Saarlandes
entschied, war eine der Konsequenzen aus der nationalsozialistischen Diktatur,
die aufgrund des Plebiszits vom 13. Januar 1935 - nun auch offiziell - an der
Saar Einzug hielt.
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