Full text : ‚‚Deutsch die Saar, immerdar!‛‛

sein  sollte85 88.  Wenige  Tage  vor  Weihnachten
  bereitete  der  Bremer  Saarverein
  den  aus  Nordamerika  anreisenden
  Abstimmungsberechtigten
eine  feierliche  Begrüßung,  der  ein
offizieller  Empfang  im  festlich  geschmückten
  Rathaus  durch  den  Senat
folgte86.  Sofern  die  Amerikaner  nicht
in  Privatquartieren  der  Ortsgruppe
Platz  fanden,  sorgten  verschiedene
Parteigliederungen  für  ihre  Verpflegung
  und  Unterkunft.  Während  ihres
kurzen  Aufenthaltes  in  Bremen  -  schon  am  23.  Dezember  traf  die  Reisegruppe  in
Saarbrücken  ein  -  fanden  mehrere  Unterhaltungsabende  statt.
Die  Hamburger  Ortsgruppe  mit  ihren  Ende  November  insgesamt  384  Mitgliedern  war
ebenso  wie  ihr  Bremer  Bruderverein  das  erste  Glied  in  der  langen  Instanzenkette,  das
den  Abstimmungsberechtigten  aus  Übersee  ihre  Verbundenheit  ausdrückte.  Kleinere
in  der  Hansestadt  eintreffende  Gruppen  wurden  direkt  in  ihre  Freiquartiere  gebracht,
während  die  beiden  mehrere  hundert  Personen  umfassenden  Transporte  vom  21.
Dezember  und  4.  Januar  eine  aufwendige  Propagandainszenierung  erlebten  und
offiziell  im  Rathaus  der  Stadt  empfangen  wurden87.
Zu  Anfang  des  neuen  Jahres  trafen  weitere  400  Abstimmungsberechtigte  aus  Übersee
in  Cuxhaven  ein.  Nach  einer  kurzen  Zwischenstation  in  Hamburg  reisten  sie  in  die
Reichshauptstadt  weiter,  wo  die  Berliner  Geschäftsstelle  ,,Saar-Verein“  gemeinsam
mit  der  dortigen  Landesstelle  des  Propagandaministeriums  die  Betreuung  übernahm88.
Der  Willkommensfeier  im  „Clou“  schlossen  sich  verschiedene  Besichtigungsfahrten
durch  Berlin  und  Potsdam  an,  in  deren  Verlauf  die  Gruppe  auch  von  Oberbürgermeister
  Dr.  Sahm  offiziell  empfangen  wurde.  Höhepunkte  ihres  mehrtägigen  Aufenthaltes
  waren  die  feierliche  Eröffnung  der  nach  Berlin  verlegten  Saarausstellung  und  die
große  Saarkundgebung  der  Reichsregierung  im  Sportpalast  am  6.  Januar89.  Anläßlich
ihrer  Verabschiedung  am  folgenden  Tag  mahnte  sie  Vogel  noch  einmal,  ihrer  vaterländischen
  Pflicht  nachzukommen;  sie  stünden  gemeinsam  mit  den  reichsdeutschen

Ankunft  der  Abstimmungsberechtigten
aus  Übersee  in  Saarbrücken

85  Organisatorisch  war  die  Landesstelle  Weser-Ems  des  RMPropaganda  verantwortlich:  Vgl.  Schnellbrief
des  RMPropaganda  an  die  Landesstelle  Weser-Ems  (14.12.34),  in:  PA  AA,  II  a  Saargebiet,  R  75.486.
86  Vgl.  „Nordwestdeutsche  Zeitung“  (22.12.34  und  24.12.34);  Auszug  aus  Senatorenbesprechungen  beim
Regierenden  Bürgermeister  (16.11.34  und  07.12.34),  in:  Staatsarchiv  Bremen,  3-M2h2,  54/  251/9.
87  Abends  standen  kostenlose  Theaterbesuche  auf  dem  Programm:  Vgl.  Brief  Dr.  Kuhns  an  das  AA
(19.12.34),  in:  PA  AA,  II  a  Saargebiet,  R  75.487.
88  Vgl.  Brief  des  RMPropaganda  an  die  Landesstelle  Berlin  (14,12.34),  in:  PA  AA,  II  a  Saargebiet,  R
75.487.  Hierzu:  SF  15/16  (1934)  27,  S.  598  f.
89  Die  Saarkundgebung  am  06.01.35  im  Sportpalast  war  eine  reine  Parteiveranstaltung,  für  welche  die
Berliner  Ortsgruppe  lediglich  Eintrittskarten  verkaufen  durfte:  Vgl.  BA-R  8014/241  und  896;  Rundschreiben
  der  GSV  an  die  Ortsgruppen  (19.12.34),  in:  BA-R  8014/135;  SF  15/16  (1934/35)  27,  S.  586.

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