Aspekten der Saarfrage zuwenden176. Verschiedene
Länderministerien gingen sogar noch weiter: Beispielsweise
ordnete das bayerische Staatsministerium
für Unterricht und Kultus - entsprechende Anregungen
der Geschäftsstelle „Saar-Verein“ aufgreifend
- im Frühjahr 1934 an, insbesondere im
Geschichts- und Erdkundeunterricht der Saar zu
gedenken. Bei Schulausflügen und Aufmärschen
sollte dem Luxschen Saarlied eine bevorzugte
Stellung eingeräumt werden177. Die Schulen der
Rheinprovinz waren gehalten, im zweiten Drittel
des laufenden Schuljahres die große nationale Bedeutung
der Saarrückgliederung im Unterricht zu thematisieren. Fächerübergreifend
sollten Arbeitsgemeinschaften der Deutsch-, Erdkunde- und Geschichtslehrer methodische
Konzepte ausarbeiten178.
Nicht zu vernachlässigen war schließlich auch die „Propaganda der unscheinbaren
Dinge“179, wie sie beispielsweise durch das Berufs-Bildungsamt für das deutsche
Gaststättengewerbe betrieben wurde. Die Zentralstelle beabsichtigte, am Abstimmungswochenende
besondere Saargerichte auf die Speisekarten der deutschen
Gastronomiebetriebe setzen zu lassen. Diesbezügliche kulinarische Anregungen
stammten von der Geschäftsstelle „Saar-Verein“180. Anläßlich der Koblenzer Saarkundgebung
1934 publizierte die Deutsche Reichspost zwei Saar-Sondermarken. Da
das Reichspropagandaministerium darüber hinaus 60 Briefstempelmaschinen für die
größeren Postämter im Reich mit dem Aufdruck „Saar-Abstimmung 13. Januar 1935“
anschaffen ließ, verzichtete die Geschäftsstelle „Saar-Verein“ auf die Herausgabe
eigener Briefverschlußmarken18'. Von der DF des Saargebietes hingegen wurde eine
Marke in tausendfacher Auflage an der Saar wie auch im Reich verkauft, deren Erlös
dem Propagandafonds der Front zugute kam182.
176 Vgl. Erlaß des RMI (22.12.33), in: PA AA, II a Saargebiet, R 76.096.
I7' Vgl. Rundschreiben des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultur an die Regierungen
und Kammern des Innern (09.03.34), in: Staatsarchiv Amberg. Bezirksamt Neunburg, 1760. Das
Schreiben erhielten ursprünglich auch alle Rektorate der Landesuniversitäten und der Technischen
Hochschule sowie die Vorstände technischer, kunstgewerblicher und landwirtschaftlicher Fachschulen:
Vgl. UA Erlangen, A l/3a, Nr. 910. Ein entsprechend lautender Runderlaß des RMI an die
Unterrichtsverwaltungen der Länder und die preußischen Staatsministerien (20.12.33), in: PA AA,
II a Saargebiet. R 76.096.
178 Siehe hierzu die nach Jahrgangsstufen differenzierten Empfehlungen für die drei Fächer im Erlaß des
Oberpräsidenten der Rheinprovinz (24.08.34), in: StA Duisburg, 406/72.
179 Vgl. STURMINGER, S. 338-353.
180 Vgl. Brief derGSV an verschiedene Schriftleitungen (04.01.35), in: BA-R 8014/137.
181 Vgl. SF 15 (1934) 16/17, S. 341; Brief des RMPost an die GSV (03.11.34), in: BA-R 8014/684.
182 Vgl. Brief der Landesgeschäftsstelle der DF an Kaufmann HeinzRaber(08.10.34) und Rundschreiben
Räbers (13.11.34). in: StA Gießen, N 123.
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