Full text : ‚‚Deutsch die Saar, immerdar!‛‛

konnte,  übernahm  der  stellvertretende
  Bundesvorsitzende  auch
die  Gratwanderung,  den  Tätigkeitsbericht
  des  zurückliegenden
Jahres  zu  präsentieren,  was  in
diesem  Fall  einer  Rechtfertigung
der  seit  Gründung  des  Bundes
geleisteten  Arbeit  gleichkam.  Die
Teilnahme  von  Ortsgruppen  war
verhältnismäßig  gering:  Obwohl
in  keinem  Rundschreiben  versäumt
  worden  war,  auf  die  Anwesenheit
  Hitlers  hinzuweisen,
waren  mit  45  lokalen  Saarver-Straßenszene

  in  Rüdesheim  1933

einen  nur  etwa  die  Hälfte  aller  bestehenden  Ortsgruppen  vertreten,  die  ihrerseits
allerdings  immerhin  21.000  Mitglieder  repräsentierten7'.  Wie  in  den  früheren  Jahren
lag  es  am  Bundesvorsitzenden,  den  weiteren  Kurs  der  Saarvereine  auf  der  Mitgliedertagung
  vorzustellen:  Simon  nutzte  dies,  um  in  Gestalt  der  propagandistischen  und
organisatorischen  Unterstützung  durch  die  NSDAP  die  Vorzüge  der  jüngst  erfolgten
Gleichschaltung  des  Bundes  hervorzuheben.  Während  er  ausdrücklich  betonte,  die
künftige  Arbeit  mit  den  bisherigen  Kräften  fortsetzen  zu  wollen,  forderte  er,  im
folgenden  Jahr  an  jedem  größeren  Ort  in  Kooperation  mit  den  nationalsozialistischen
Verbänden  eine  Kundgebung  für  die  Saar  zu  initiieren.  Spätestens  auf  dieser  Arbeitstagung
  wurde  deutlich,  daß  die  Übernahme  der  Bundesleitung  durch  Simon  das
definitive  Ende  der-ohnehin  rudimentären  -  vereinsinternen  Demokratie  markierte:
Auf  Beratungen  und  Aussprachen  übereingegangene  Anträge  wurde  verzichtet  und
Simon  ermächtigt,  hierüber  nach  eigenem  Ermessen  zu  entscheiden.
Großes  öffentliches  Interesse  fanden  sowohl  der  anschließende  Saar-Heimatabend  in
der  Rheinhalle  Bingen  wie  auch  die  Turn-  und  Sportveranstaltungen  am  nächsten
Vormittag  im  Adolf-Hitler-Stadion.  Sportliche  Wettspiele  waren  seit  dem  frühen  19.
Jahrhundert  ein  gängiges  Element  nationaler  Feiern  und  hatten  daher  schon  während
der  zurückliegenden  Bundestagungen  einen  festen  Platz  im  Programm  eingenommen75
 76.  Als  Beauftragter  für  Turnen  und  Sport  war  der  Koblenzer  Ortsgruppenvorsitzende
  Kellner  im  Frühjahr  1933  mehrfach  mit  Vertretern  saarländischer  Sportorganisationen
  zusammengetroffen,  die  sich  ebenso  wie  die  reichsdeutschen  Sport-75

 Vgl.  Zu-  und  Absagen,  auch  von  bekannten  Persönlichkeiten,  in:  BA-R  8014/98  und  103.
7ft  Vgl.  MOSSE:  Nationalisierung,  S.  91-121.  Schon  1929  hatte  ein  Fußballspiel  zwischen  einem  Saarbrücker
  und  Münsteraner  Verein  stattgefunden  (vgl.  SF  10  (1929)  12/13,  S.  268);  zwei  Jahre  später
stiftete  die  GSV  erstmals  einen  Wanderpokal,  der  alljährlich  in  einem  Fußballspiel  am  Ort  der  jeweiligen
  Bundestagung  erkämpft  werden  und  1935  im  Besitz  des  siegreichen  Vereins  bleiben  sollte:  Vgl.
„Stadt-  und  Dorfanzeiger  Neustadt“  Nr.  157  (09.07.31).  Vgl.  auch  SF  13  (1932)  18/19.  S.  316.

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