Monate
Entwicklung der Ortsgruppen (Januar 1933 - März 1935)
Symbolen charakterisiert die Vereinsaktivitäten nach 1933. Sinnfälliger konnte die
von den meisten Mitgliedern bereitwillig mitgetragene Symbiose kaum zum Ausdruckgebracht
werden als bei der Ortsgruppe Ibbenbüren: Ab Mitte Mai 1933 wurde
das in den alten Reichsfarben gehaltene Tischbanner durch einen Hakenkreuzwimpel
sowie einen Wimpel in den Saarbrücker Farben - vorläufig mit Trauerschleife -
ergänzt*7. Auch die Mitglieder des Duisburger Saarvereins bekräftigten anläßlich
eines Werbeabends ihre Verbundenheit zu Hindenburg und Hitler; im Anschluß an
das obligatorische Saarlied folgte das Horst-Wessel-Lied87 88 89. Mancher der seit Jahren
im Bund der Saarvereine aktiven Vorstände witterte gar wie der Vorsitzende der
Hamburger Gruppe Morgenluft: Als selbständig Gewerbetreibendem mache ihm der
Umschwung in Deutschland Mut; den „Tag von Potsdam“ erlebe er als historische
Stunde*'.
Die Euphorie über die nationalsozialistische Regierungsübernahme schlug sich
allerdings zunächst nicht in der quantitativen Entwicklung des Bundes nieder. Zu
Jahresanfang 1933 existierten nach eigenen Angaben des Vereins 87 Ortsgruppen90,
87 Vgl. SF 14(1933) 11. S. 182.
88 Vgl. SF 14 (1933) 21. S. 409 f. Bisweilen wurde das Saarlied auf vereinsinternen Veranstaltungen
zugunsten nationalsozialistischen Liedguts gestrichen.
89 Vgl. Brief Dr. Kuhns an Vogel (04.04.33), in: BA-R 8014/391.
1X1 Vgl. Jahresbericht 1933, S. 18 f. und S. 22. Dieser Tätigkeitsbericht widerlegt die jahrelang nach außen
propagierte Zahl von 160 im Reich verstreuten Vereinigungen: Siehe hierzu S. 82 f.
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