Full text: ‚‚Deutsch die Saar, immerdar!‛‛

schaft im Vordergrund stand. Ein Leseraum mit Literatur über das Saargebiet schloß 
sich an den letzten, stärker politischen Teil der Ausstellung an, in welchem die Saar¬ 
frage thematisiert wurde. Ziel und Zweck der Präsentation war, 
1. Weiteste Kreise mit den geographischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnissen des 
bedrohten Grenzlandes an der Saar bekannt zu machen und damit ihr Interesse und ihren Anteil 
an diesem Gebiet des deutschen Vaterlandes zu erhöhen. 
2. Der Saarbevölkerung zu zeigen, daß sie im Mutterlande nicht vergessen ist, daß wir im 
Gegenteil ihre kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen zu würdigen wissen und an ihrem 
schweren Schicksal aufrichtigen Anteil nehmen.“ 
Die Münchner Saarausstellung mußte bereits nach drei Wochen ihre Tore schlie¬ 
ßen218, da ihre Räumlichkeiten wegen der vorgezogenen Reichstagswahlen benötigt 
wurden. Obwohl Stuttgart als nächste Station der Wanderausstellung bereits fest¬ 
stand, zog sich die Wiedereröffnung - bedingt durch die innenpolitischen Umwäl¬ 
zungen in Deutschland - unter dem Namen „Die deutsche Saar“ noch bis August 
1933 hin219. 
Offensichtlich nicht von den Planungen des Reichsinnenministeriums informiert, ließ 
die Geschäftsstelle „Saar-Verein“ im Herbst 1932 eine eigene kleine Wanderaus¬ 
stellung „Saarland“ mit 50 Wandbildern und Tafeln erstellen, die trotz einiger 
graphischer Darstellungen eher die landschaftlichen Reize des Saargebietes betonten 
als sie breit gefächert alle Dimensionen der Saarfrage präsentierten220. Sie konnte 
kaum mit der Darbietung des Leipziger Museums konkurrieren, in welcher Original¬ 
gemälde, Fotografien, Modelle, Karten, Reliefs, Dioramen sowie Rohstoff- und 
Warenproben gezeigt wurden221, Daher zerschlugen sich auch die Pläne, die Aus¬ 
stellung nach ihrer ersten Station in Gladbeck in der Geschäftsstelle „Saar-Verein“ 
zu deponieren und von dort ähnlich wie die Lichtbildersammlung bei Bedarf auszu¬ 
leihen222. Im Laufe des Jahres 1933 übernahm das Reichspropagandaministerium die 
Ausstellung in ihren Verantwortungsbereich, was zur Folge hatte, daß sie 1934 nur 
noch zweimal - in Hannover und Stralsund - gezeigt wurde, bevor Teile in die 
Kölner Saarausstellung integriert wurden223. 
218 Das öffentliche Interesse war groß; insgesamt verzeichnete die Leitung über 12.500 Besucher. Auch 
der Vorsitzende des Münchener Saarvereins übernahm einen Teil der über 300 Schulführungen, die 
binnen kurzer Zeit durch die Ausstellung geschleust wurden: Vgl. SF 14 (1933)4, S. 51; SF 14 (1933) 
6, S. 100. Selbst der französische Gesandte in der bayerischen Landeshauptstadt berichtete anerken¬ 
nend seine Eindrücke nach Paris (06,02.33), in: MAE, Sarre 280. 
219 Vgl. SF 14(1933) 13. S. 206; SF 14(1933) 14,S.232;SF 15 (1934) 3, S. 49. In Stuttgart sollen sogar 
20.000 Besucher die Ausstellung gesehen haben. 
22(1 Vgl. VOGEL: Geschäftsstelle „Saar-Verein“, S. 227. 
221 Vgl. SF 14(1933) 13, S. 206. 
222 Vgl. undatierte „Richtlinien für den Verleih der .Wanderausstellung Saarland4“, in: BA-R 8014/1119. 
223 Vgl. Brief der GS V an einen Bremer Studienrat (27.11.33), in: Ebd. Zur Kölner Saarausstellung siehe 
Teil II, Kap. 2.4. 
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