Full text : ‚‚Deutsch die Saar, immerdar!‛‛

Rundfunk  AG  und  des  Südwestdeutschen  Rundfunkdienstes  mit  saarländischen
Politikern,  Gewerkschaftlern,  Industriellen  und  Kulturschaffenden,  die  in  den  Jahren
1929  bis  1931  in  verschiedene  Sendezyklen  mündeten20*,  diese  überraschende
Vernachlässigung  eines  modernen  Propagandamediums  seitens  des  Bundes  der
Saarvereine  erklären.
Nach  der  erfolgreichen  reichs  weiten  Übertragung  der  Koblenzer  Saarkundgebung  am
Deutschen  Eck  (1932)  über  den  Deutschlandsender09  versuchte  Vogel,  die  Geschäftsstelle
  „Saar-Verein“  wieder  ins  rundfunkpropagandistische  Spiel  zu  bringen.
Er  unterbreitete  dem  Autor  des  Hörspiels  „Das  Saarland.  Stimme  des  Grenzlandes“
Dr.  Paul  Laven  konkrete  Verbesserungsvorschläge  und  bat  die  verantwortlichen
Sendeanstalten,  vor  der  geplanten  Fortsetzung  maßgebenden  Persönlichkeiten  die
Möglichkeit  einzuräumen,  den  Beitrag  einer  Prüfung  zu  unterziehen21(1.  Daß  Laven
das  wohlwollende  Hilfsangebot  ausschlug,  zeigte  Vogel  einmal  mehr,  daß  seine
jahrelange  Erfahrung  in  der  Saarpropaganda  im  Frühjahr  1933  nicht  mehr  gefragt
war.  Die  Sendereihe  „Unsere  Saar  -  der  Weg  frei  zur  Verständigung“,  die  im  folgenden
  Jahr  beim  Frankfurter  Rundfunk  wöchentlich  ausgestrahlt  wurde,  lief  ebenfalls
ohne  Beteiligung  der  Geschäftsstelle  „Saar-Verein“  ab* 211.
4.9 Saarausstellungen  vor  1933
Als  Ende  Januar  1923  die  von  der  RVP  initiierte  Wanderausstellung  „Rheinlandnot“
in  Würzburg  durch  den  bayerischen  Ministerpräsidenten  von  Knilling  feierlich
eröffnet  wurde,  war  sie  im  Grunde  vom  Gang  der  Ereignisse  überholt:  Zwei  Wochen
zuvor  hatten  französisch-belgische  Truppenverbände  das  Ruhrgebiet  besetzt  und
damit  das  im  vorangegangenen  Herbst  entworfene  Konzept  in  Frage  gestellt.  Überarbeitete
  Kopien  wandelten  in  den  folgenden  Jahren  durch  zahlreiche  Städte,  um  die
dortige  Bevölkerung  für  die  wirtschaftlichen  Probleme  des  Rheiniandes  zu  sensibilisieren
  bzw.  in  volkstümlich-didaktischer  Form  über  rheinische  Landschaften,  Geschichte
  und  Kultur  aufzuklären.  Fotos,  Statistiken  und  Graphiken  thematisierten

"h  Vgl.  SF  11  (1930)  I,  S.  19  f;  SF  11  (1930)  3,  S.  48-56.  Vgl.  ebenso  DlLLER:  Der  Frankfurter  Rundfunk,
  S.  244  f,  sowie  den  Sammelband  mit  den  gesendeten  Vorträgen:  SANTE  (Hrsg.):  Die  Saarfrage.
2m  Die  seit  der  Kölner  Bundestagung  1926  diesbezüglich  unternommenen  Versuche  der  CSV  scheiterten
trotz  prinzipieller  Zustimmung  der  Reichsbehörden  entweder  an  konkurrierenden  Sendeplänen  der
Rundfunkanstalten,  technischen  Schwierigkeiten  oder  wie  1928  daran,  daß  einige  Redner  improvisierten
  und  sich  nicht  an  die  zuvor  eingereichten  Texte  hielten.  Der  Durchbruch  dürfte  als  eine  der  ersten
Folgen  der  Verstaatlichung  der  deutschen  Rundfunkanstalten  im  Sommer  1932  zu  werten  sein:  Vgl.
DlLLER:  Frankfurter  Rundfunk,  S.  38;  LERG,  S.  438^)68.
210  Vgl.  Brief  der  GSV  an  den  Südwestfunk  und  die  Reichsrundfunkgesellschaft  Berlin  (15.08.32),  in:
BA-R  8014/1126.  Vgl.  hierzu  allgemein  VON  SALDERN.
211  Vgl.  Brief  der  GSV  an  Posselt  (12.05.34),  in:  Ebd.  Zum  Einsatz  des  Rundfunks  im  Vorfeld  der
Saarabstimmung  mit  etwa  1.220  Sendungen  vgl.  DlLLER:  Rundfunkpolitik,  S.  230-245;  DERS.:
Frankfurter  Rundfunk,  S.  258-266;  JACOBY.  S.  140-143.

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