Full text : ‚‚Deutsch die Saar, immerdar!‛‛

es  dem  Reichsministerium  für  Propaganda  und  Aufklärung  nicht  gelang,  einen  Ersatz
für  den  Saarfiim  zu  produzieren1'1.
ifC
Die  Lichtbildpropaganda  der  Geschäftsstelle  „Saar-Verein“191 192  war  weitaus  erfolgreicher
  als  ihre  Filmpropaganda,  was  dem  Umstand  zu  verdanken  war,  daß  die  Diaserien
  nicht  nur  wesentlich  günstiger  herzustellen  waren,  sondern  auch  ohne  größeren
technischen  Aufwand  aufgeführt  werden  konnten.  Mitgelieferte  Begleittexte  zu  den
Diaserien  ermöglichten  auch  Ortsgruppenmitgliedern  ohne  rhetorische  Vorbildung,
ansprechende  Vorträge  über  die  Saarheimat  zu  halten.  Dies  erklärt  die  überaus  rege
Nachfrage  nach  den  stetig  ergänzten  Serien.
Anfangs  hatte  die  Geschäftsstelle  „Saar-Verein“  noch  Schwierigkeiten,  an  geeignete
Aufnahmen  für  die  Lichtbildervorträge  zu  gelangen193,  spätestens  jedoch  mit  der
Einrichtung  des  Lichtbild-  und  Filmamts  der  Stadt  Saarbrücken  im  Jahr  1925  wurde
sie  von  dessen  Leiter  Max  Wentz  mit  qualitativ  hochwertigen  Fotografien  versorgt194.
Wegen  der  jahrelangen  Verzögerungen,  die  sich  bei  der  Herstellung  von  „Das
deutsche  Land  an  der  Saar“  ergaben,  intensivierte  die  Geschäftsstelle  „Saar-Verein“
ab  1928  ihre  Lichtbildpropaganda  im  Vorprogramm  der  deutschen  Kinos19".  Wentz
fertigte  eine  neue  Serie  aus  35  Fotografien  an,  welche  mit  Unterschriften  wie  „Vergebt
  nicht  das  deutsche  Land  an  der  Saar“  oder  „Denkt  immer  an  das  deutsche
Saargebiet“  versehen  waren196.  Allem  Anschein  nach  erfüllten  die  verschiedenen
Filmgesellschaften  und  die  Besitzer  der  Kinos  ihre  Zusagen,  so  daß  diese  Propagandaoffensive
  erfolgreich  verlaufen  sein  dürfte;  zur  Kontrolle  zog  die  Geschäftsstelle
  die  im  Reich  verstreuten  Ortsgruppen  heran197.
Im  Vorfeld  der  Abstimmung  kursierten  etwa  50  verschiedene  Serien  mit  je  80-100
Bildern,  die  allerdings  kaum  die  Anfragen  der  zahlreichen  neuen  Ortsgruppen
befriedigen  konnten198.  Um  nicht  Gefahr  zu  laufen,  daß  die  Lichtbildervorträge
ebenso  wie  der  Saarfilm  aufgrund  mangelnder  Aktualität  verboten  wurden,  nahm  die
Geschäftsstelle  Anfang  1934  entsprechende  Ergänzungen  der  Serien  vor199.

191 Vgl.  „Volksstimme“  Nr.  33  (08.02.34)  sowie  Brief  Wagners  an  die  Landesbildstelle  (08.02.34),  in:
LHA  Koblenz,  403/16.859.
-  Im  folgenden,  sofern  keine  andere  Quelle  genannt:  BA-R  8014/1102-1112.  Vogels  1934  überarbeiteter
  Standardvortrag,  in:  LA  Saarbrücken,  NL  Vogel  31.
,93  Vgl.  Brief  der  GSV  an  Architekt  Kreuchauff  (11.08.19),  in:  BA-R  8014/9.
194  Siehe  hierzu  den  umfangreichen  Schriftverkehr  zwischen  GSV  und  Wentz  (1929-1934),  in:  BA-R
8014/809  ff.
195  Vgl,  Protokolle  der  Sitzungen  des  Aufsichts-  und  Beratungsausschusses  vom  21.01.28  (25.01.28),
23.03.29(28.03.29)  und  16.10.28  (20.10.28),  in:  BA-R  8014/7;  Jahres-Rückschau  1928.  S.  22.
196  Vgl.  SF  10  (1929)  4,  S.  75  f.
19  Vgl.  Korrespondenz,  in:  BA-R  8014/1123  f.;  „Der  Katechismus  des  Bundes  der  Saarvereine“  (Juni
1929),  in:  BA-R  8014/125.
Vgl.  VOGEL:  Geschäftsstelle  „Saar-Verein“,  S.  226  f.;  Jahresbericht  1933,  S.  14.
199 Vgl.  BA-R  8014/1037.  Vgl.  auch  Brief  derGSV  an  Cartellieri  (07.12.33),  in:  BA-R  8014/1035.

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