Handkarten des Saargebiets herstellen zu lassen. Der reichsdeutschen Bevölkerung
sollte eine geographische Vorstellung der Region vermittelt werden, deren Rückgliederung
eines der großen Themen im laufenden Jahr sein würde1 Die Anfrage blieb
unbeantwortet, was daran gelegen haben dürfte, daß bereits das Saarwirtschaftsarchiv
eine ähnliche Karte auf den Weg gebracht hatte7 172 und zum anderen die Herausgabe
des.,Saar-Atlas" unmittelbar bevorstand1 \
4.7 Lichtbild- und Filmpropaganda
Während die alliierte Filmberichterstattung schon beachtenswerte Erfolge verzeichnete,
steckte die deutsche Filmpropaganda im Ersten Weltkrieg noch in den Kinderschuhen.
Der Siegeszug der bewegten Bilder als neues Medium der Massenbeeinflussung
setzte sich jedoch auch im Deutschen Reich nach dem Friedensschluß fort.
Nicht nur Unterhaltungsstreifen erfreuten sich beim Publikum großer Beliebtheit,
auch Dokumentär- und volksbildende Filme waren willkommene Alternativen der
Freizeitgestaltung. Das Angebot an geeigneten Lichtspielsälen und Projektoren
konnte in der Provinz die stetig wachsende Nachfrage kaum mehr befriedigen174.
Auch die Geschäftsstelle „Saar-Verein“ versuchte, die visuellen Suggestionen des
Zelluloid für ihre Propagandazwecke einzusetzen. So sondierte Vogel bereits im
Sommer 1920 beim Reichsverband Deutscher Lichtspieltheaterbesitzer die Möglichkeiten.
die Schaffung eines Saarlandfilmes in die Wege zu leiten175. Obschon ein
ähnlicher Propagandastreifen erst wenige Monate zuvor im Vorfeld der Volksabstimmung
in Schleswig realisiert worden war176 und sowohl die „Universum-Film
AG“ als auch die „Titan-Film Co.“ Interesse an dem Projekt bekundeten, erteilte das
Reichsinnenministerium dem Vorhaben eine Absage177. Ungeachtet dessen hielt die
Geschäftsstelle an ihrem Vorhaben fest, den Industriefilm „Heiliges Feuer“ als
Schauspiel in sechs Akten zu initiieren. Das Drehbuch zu diesem Film, dessen 1,5-Millionen-Budget
zu zwei Dritteln von saarländischen Industriellen aufgebracht
werden sollte, stammte von Maximiliane Ackers; als Regisseur hatte man den Intenl7i
Vogel schwebte eine Auflage von bis zu 100.000 Exemplaren vor. Zusätzlich sollten 50 großformatige
Karten für Vortragsredner aufgezogen werden: Vgl. Brief der GSV u.a. an das AA (05.01.34), in: PA
AA. II a Saargebiet, R 76.096.
1 : Vgl. Übersichtskarte der Verwaltungseinheiten des Saargebiets 1:200.000. hergestellt vom Reichsamt
für Landesaufnahme, Berlin 1934. Im gleichen Jahr ebenfalls: Lange (Bearb.): Deutsch die Saar!
' ’ Vgl. Brief Santes an Busley (16.01.33), in: Archiv des LVR. 3794. Zur Entstehung des „Saar-Atlas“
vgl. Freund, S. 113-124.
174 Vgl. allgemein: BARBIAN. Vgl. zu detaillierten quantifizierenden Angaben über Kinobesuche während
der Weimarer Republik: FÜHRER, S. 742-756.
175 Vgl. Brief der GSV an den Reichsverband Deutscher Lichtspieltheaterbesitzer e.V. (09.07.20), in:
BA-R 8014/1019.
176 Vgl. Wippermann, S. 281 (Anm. 125); Barbian, S. 223.
1 Vgl. Brief des RMI an den Reichsverband Deutscher Lichtspieltheaterbesitzer e.V. (28.08.20), in:
BA-R 8014/1125.
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