waldtagung 1933 K,x von einer überdimensionalen
Schwurhand dominiert. Auch das Motto
der vorletzten Saarkundgebung wurde
wieder aufgegriffen. Wäre nicht ein frei
schwebendes Hakenkreuz integriert worden,
so hätte diese Allegorie bereits in den zwanziger
Jahren Verbreitung finden können.
* * *
Insbesondere in den ersten Jahren der staatsrechtlichen
Separation des Saargebiets vom
Deutschen Reich hatte die Geschäftsstelle
gegen die mangelnden geographischen
Kenntnisse in der deutschen wie auch ausländischen
Öffentlichkeit zu kämpfen. Ihre
zahlreichen Proteste wegen fehlerhafter
Adressangaben, welche Saarbrücken
Lothringen zuordneten, legen hierfür deutliches
Zeugnis ab. Nachdem sich bereits der Saargebietsschutz diesem Problem in zwei
seiner Publikationen zugewandt hatte, veröffentlichte der „Saar-Freund“ zur Jahresmitte
1921 eine „Karte des Saargebiets“, welche fortan zahlreiche Druckwerke des
Saarvereins zierteu’9. Sie verzeichnete natürlich neben den großen Eisenbahnlinien
auch die Standorte der preußischen und bayerischen Kohlengruben sowie die Hüttenwerke
der Eisen- und Glasindustrie, galt es doch, die wirtschaftliche Bedeutung des
Saargebiets stets ins Gedächtnis zu rufen. Die Karte suggerierte darüber hinaus aber
auch den noch immer deutschen Charakter der lothringischen Ortschaften, die in ihrer
deutschen Schreibweise erschienen. Zwischen Wadern im Norden und Saargemünd
im Süden, Menskirchen im Westen und Wiesbach im Osten findet sich mit Ausnahme
der Zeche La Houve bei Kreuzwald kein französischer Gemeindename. Ganz
so, als habe es die Versailler Friedensordnung nie gegeben, sucht man ebenso die
Grenzlinie zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich vergebens168 170.
In Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung trat die Geschäftsstelle „Saar-Verein“
Anfang 1934 an die Behörden mit dem Vorschlag heran, im großen Stil
SdjoDort unb sprecht
Red# bleibt Red)t.
CD oljr bleibt mofjr:
Seutfchöie Soor!
Paul Qtarncfca t
Werbeplakat (1934)
168 Das Niederwaldmotiv wurde auch massenhaft als Postkarte verteilt: Vgl. hierzu allgemein: StA
Saarbrücken. Ansichtskartensammlung.
169 Die Karte (Siehe Dok. 1 im Anhang) erschien im Format 1:300.000: Vgl. SF 2 (1921) 10. S. 133;
VOGEL: Deutsch die Saar immerdar! (1925), S. 8 f.: Ders. (Hrsg.): Saar-Befreiungskampf, S. 395.
170 Dafür ist die ehemalige Grenze zwischen dem bayerischen und preußischen Teil angedeutet. Der
Zeichner beging den Fehler, sie im Süden über die Saargrenze hinaus nach Lothringen zu verlängern.
Auf der Reliefkarte des Saargebiets aus dem Jahr 1932, die als Plakat Verbreitung fand, sind die
Reichsgrenzen von 1914 zumindest noch angedeutet: Siehe S. 255. Vgl. hierzu allgemein das Kapitel
„Maps as Weapons: The Development of suggestive cartography“, in: HERB, S. 76-94.
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