Full text : ‚‚Deutsch die Saar, immerdar!‛‛

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sozialer  Fragen  zu  gewinnen,
traten  etwa  ab  1927  neben  die
bisherigen  polemischen  Artikel
auch  verstärkt  im  Gutachtenstil
verfaßte  Aufsätze.
Von  Anfang  an  intendierte  die

Kopf  des  „Saar-Freund“  1926-1934  Aufklärungsarbeit  der  Geschäftsstelle
  „Saar-Verein“,  werbend  für
die  deutsche  Reichsregierung  bzw.  die  bayerische  und  preußische  Staatsregierung
einzutreten61.  Abgesehen  von  den  stetig  ausgeweiteten  Vortragsveranstaltungen  fiel
den  Publikationen  und  hier  insbesondere  dem  „Saar-Freund“  eine  zentrale  Rolle  in
dieser  privaten,  apologetischen  Regierungspropaganda  zu.  Sowohl  die  Rechte  des
deutschen  Staates  wurden  immer  wieder  betont  und  eingefordert,  wie  auch  versucht
wurde,  der  Saarbevölkerung  das  Gefühl  zu  vermitteln,  daß  sie  bei  den  deutschen
Behörden  eine  starke  Stütze  zur  Wahrung  ihres  Rechts  finde62.  Von  einigen  wenigen
Ausnahmen  abgesehen,  verzichtete  der  „Saar-Freund“  auf  eine  kritische  Kommentierung
  innenpolitischer  Ereignisse  während  der  Weimarer  Republik6'.

Der  unterhaltende  Teil  des  „Saar-Freund“  kann  nicht  völlig  losgelöst  von  seiner
politischen  Intention  betrachtet  werden.  In  den  ersten  beiden  Jahrgängen  versuchte
die  Redaktion  noch,  ihrer  Leserschaft  das  Saargebiet  in  einer  Art  Reiseführer  näherzubringen;
  zahlreiche  Fotos  sollten  die  Exilsaarländer  an  markante  Stellen  ihrer
Heimat  erinnern  und  hierdurch  jahrzehntealte  Bindungen  konservieren.  Aus  Kostengründen
  verschwanden  die  Illustrationen  allerdings  im  Laufe  des  Jahres  1922.
Um  das  Bedürfnis  der  Leserschaft  nach  mehr  Unterhaltung  zu  befriedigen,  wurde  der
„Saar-Freund“  um  ein  Feuilleton  ergänzt,  in  welchem  sich  seither  allgemeine  belehrende
  Artikel64,  Beschreibungen  saarländischer  Landschaften.  Denkmäler  oder
Bauwerke65,  unterhaltsame  Beiträge66  und  verschiedene  „Erinnerungsanker“  an  die
alte  Heimat67  fanden.  Immer  wieder  gab  es  im  „Saar-Freund“  Gedichte  und  kürzere

61  Vgl.  Denkschrift  der  GSV  an  den  preußischen  Ministerpräsidenten  Hirsch  (06.08.19),  in:  BA-R
8014/662,
62  Vgl.  SF  3(1922)  10,  S.  146.
63  Seine  Regierungsnähe  erreichte  in  der  Ära  Stresemann  den  Höhepunkt.
64  Beispielsweise  „Deutsche  Forstwirtschaft  an  der  Saar“,  in:  SF  6  (1925)  14,  S.  232;  „Vom  deutschen
Radsport  an  der  Saar“  (Dr.  H.  T.  Schorn),  in:  SF  7  (1926)  13,  S.  212;  „Die  Vogelfauna  von  Saarbrücken
um  1870“  (Julius  Kiefer),  in:  SF  12  (1931)  7,  S.  98  ff.
65  „Die  katholische  Pfarrkirche  zu  Merzig“,  in:  SF  5  (1924)  11,  S.  174;  „Homburg  (Saar-Pfalz)  und
Umgebung“,  in:  SF  10  (1929)  17,  S.  367  f.
66  Vgl.  „Saarländer  Humor  in  alter  und  neuer  Zeit“  (Albert  Zühlke),  in:  SF  7  (1926)  16,  S.  292  f.,
„Saarländische  Originale“,  in:  SF  8  (1927)  4,  S.  56  f.;  „Warum  de  Deiwel  kän  Pälzer  mäh  holt“,  in:  SF
12(1931)  11.  S.  165.
67  Vgl,  „Saarbrücker  Turn-  und  Spielfest“,  in:  SF  (1925)  16,  S.  276  f.;  „Aus  Alt-Saarbrücker  Kindheitstagen“
  (Berta  Schmidt-Bickelmann),  in:  SF  5  (1924)  24,  S.  400;  „Die  Ortsneckereien  an  der  Saar“,  in:
SF  10(1929)2,  S.  29-32.

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