die Aufmerksamkeit von anderen Organisationen ablenkte doch plädierte der
Saarreferent Voigt inzwischen, im allgemeinen von einer Zuziehung Vogels für alle
das Saargebiet betreffenden Beratungen und Aussprachen abzusehen96 102. Die von
Vogel immer wieder ins Spiel gebrachte enge Kooperation1” müsse zurückgewiesen
werden, da sie der Arbeit des Saarvereins einen offiziösen Stempel aufdrücken
würde, „der gerade mit einer Propagandatätigkeit, wie sie der Saarverein betreibt,
unvereinbar ist.“9x Ungeachtet ihrer prinzipiell zugesicherten Kooperationsbereitschaft
mit der Geschäftsstelle „Saar-Verein'1" sollte die Grenze zwischen privater
Vereinstätigkeit und amtlicher Behördenarbeit klar getrennt bleiben. So trat insbesondere
das Auswärtige Amt auch fortan allen Versuchen des Vereins entgegen,
eben diese Grenze zu verwischen, weshalb beispielswiese kein Saarvereinsvertreter
zu den Besprechungen mit saarländischen Politikern und Gewerkschaftlern hinzugezogen
wurde1110 oder Referenten staatlicher Behörden nur inoffiziell an Veranstaltungen
des Bundes teilnahmen. Obwohl sich in der Person Vogels die Geister
schiedenml, empfahlen die Reichsbehörden den Ländern und Kommunen die Gewährung
von Unterstützungszahlungen für die Arbeit des Vereins - schließlich konnte so
der eigene Etat entlastet werden11)2 versprachen sich aber zunächst keine nennenswerten
Vorteile mehr aus der Zusammenarbeit mit Vogel und waren noch weniger
gewillt, sich von diesem unter Druck setzen zu lassen"’3. Eine dezidierte Ablehnung
der Saarvereinsarbeit auf Behördenseite läßt sich allerdings nur beim Oberpräsidenten
der Rheinprovinz in dessen Funktion als Reichskommissar für die Übergabe
des Saargebiets nach weisen104.
96 Vgl. Brief des AA an das BayMA (18.08.20), in: BayHStA. MA 108.203; Brief des AA an das RM1
(27.01.21) . in; PA AA. II a Saargebiet, R 75.431.
97 Zur Mitgliederwerbung und der damit verbundenen Erschließung neuer finanzieller Hilfsquellen war
die Selbststilisierung jedoch unerläßlich, daß alle mit der Saar betrauten deutschen Stellen die Saarvereinstätigkeit
als unentbehrliche Ergänzung ihrer eigenen Arbeit werteten: Vgl. „Denkschrift über Bund
und Geschäftsstelle .Saar-Verein'“ (Januar/ Februar 1925), in: StA Freiburg C 4/ IX/ 2/ 1, S. 6; Brief
der GSV an Stresemann (15.12.25). in: BA-R 8014/676; SF 10 (1929) 23, S. 503: Rundschreiben der
GSV (Februar 1930). in: LA Saarbrücken, Saar-Verein 19.
98 Brief des AA an das PrMI und RMI (02.11.22) sowie an die GSV (27.12.22), in: PA AA, II a Saargebiet.
R 76.090.
99 Vgl. Briefe des RMWirtschaft (29.12.20). des PrMVolkswohlfahrt (27.12.20). des Reichswehrministeriums
(18.01.21). des PrMWissenschaft (15.01.21), des RMWiederaufbau (15.01.21), des RMPost
(21.01.21) sowie des RMArbeit (23.03.21) an die GSV, in: BA-R 8014/666.
100 Vgl. die Verhandlungen zur Reaktivierung des Saarausschusses bzw. Protokoll der Sitzung im
RMArbeit vom 31.08.27 (09.09.27), in: BA-R 1601/1698.
101 Vgl. undatierte Randnotiz des StS in der Reichskanzlei (Februar 1923), in: BA-R 43-I/240a.
102 Vgl. Brief des RMI an die Schaumburg-Lippesche Landesregierung (01.07.23), in: BA-R 1601/1697;
Brief des AA an das Wiirttembergische Staatsministerium (30.06.24), in: HStA Stuttgart, B 130 b/
2631; Brief des RMbesGeb an die Handelskammer Regensburg (01.04.24), in: BA-R 1601/1697.
103 Vgl. Brief des RMI an das PrMWissenschaft (21.12.21), in: BA-R 1601/1696.
104 Vgl. Aufzeichnung von der Schulenburgs (03.06.20), in: PA AA, II a Saargebiet, R 76.090; Brief
Rühls an das AA (08.06.20), in: Ebd. Zu Stellungnahmen sonstiger Behörden in den folgenden Jahren
vgl. Brief des RMI an die GSV (10.12.23), in: BA-R 8014/672; Brief des RMbesGeb an die GSV
(20.12.23), in: Ebd.; Brief des RMbesGeb an das Büro des Reichspräsidenten (04.04.24), in: PA AA.
II a Saargebiet, R 76.091: Brief des RMbesGeb an die GSV (16.03.29). in: BA-R 8014/680; Brief
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