Deutschtumfonds des Deutschen Städtetages finanzielle Einbußen267 *. Letztendlich
glichen die guten Kontakte zu dem Zentralverband, der unter seinen Mitgliedern die
Publikationen des Bundes bewarb, den Ausfall von Einnahmen aus kleineren Kommunen
aus26X.
Zu Beginn des neuen Jahrzehnts verschlechterte sich die finanzielle Lage der Saarorganisation
dramatisch. Durch die Auflösung des Ministeriums für die besetzten
Gebiete, welches in den zurückliegenden Jahren den Löwenanteil der Reichszuschüsse
bestritten hatte, büßte die Geschäftsstelle 1930 fast ein Drittel ihrer staatlichen
Zuwendungen ein, was sich um so stärker bemerkbar machte, als daß infolge der
Weltwirtschaftskrise und der Massenarbeitslosigkeit nun auch private und kommunale
Zuwendungen ausfielen269. Schon im Frühjahr 1930 bezeichnete Vogel die finanzielle
Lage als katastrophal, wenige Monate später mußte er eingestehen, daß sich die
Geschäftsstelle „Saar-Verein“ nur noch kurze Zeit über Wasser halten werden könne,
da sie - verglichen mit 1929 - über insgesamt 40.000 RM weniger an Einnahmen
verfügte270 *. In dieser kritischen Phase mußte die Geschäftsstelle „Saar-Verein“ noch
stärker als in früheren Jahren ihr Monopol der nichtstaatlich gelenkten Saarpropaganda
wahren. Auch wenn sich keine Anzeichen dafür finden ließen, daß die Behörden
Anfang der dreißiger Jahre ernsthaft über eine Neuordnung in diesem Bereich
nachdachten, hätte eine Zersplitterung der Kräfte das Ende des finanziell angeschlagenen
Bundes bedeutet. Das Scheitern der Saarverhandlungen zwischen Deutschland
und Frankreich kam dem Verein in dieser Situation gerade recht, schien es doch am
eindringlichsten die Notwendigkeit seiner weiteren Betätigung zu dokumentieren2 1.
Mit dem Hinweis, die erste Organisation gewesen zu sein, die sich ausnahmslos und
kontinuierlich der Saarfrage zugewandt habe, erhob die Geschäftsstelle „Saar-Verein“
daher den Anspruch „im Endkampf um die Saar den Platz an der Seite der
Saar zu behalten, ein Platz, der uns nicht bestritten werden kann und bestritten
267 Vgl. Brief der GSV an Otto Bauer (13.01.27), in: BA-R 8014/1082. Die Entscheidung des Städtetages,
welcher Ende der zwanziger Jahre etwa 300 Mitglieder - unter ihnen die größten Städte des
Reiches - zählte (vgl. John, S. 311). hätte allerdings den Einbruch der Einnahmen zur Folge gehabt,
wenn nicht zahlreiche Kommunen sowohl in den Fonds als auch direkt an die GSV Gelder abführt
hätten. Auf diese Weise gelangte die Erörterung der Saarfrage auch weiterhin alljährlich im Rahmen
der städtischen Etatberatungen auf die Tagesordnung.
2,,l< Vgl. Rundschreiben des Deutschen Städtetages (18.07.31), in: StA Leipzig, Kap 35. Nr. 1252/3. Vgl.
Protokoll der Sitzung des Aufsichts- und Beratungsausschusses vom 21.01.28 (25.01.28), in: BA-R
8014/7; Brief der GSV an das Präsidium des Deutschen Städtetages (24.09.30), in: BA-R 8014/799.
269 Vgl. Schriftverkehr zwischen der GSV und der Stadt Leipzig (1925-1932), in: StA Leipzig. Kap. 35,
1252/2 f.; Briefe der Stadt Göttingen und der GSV (1926-1932), in: StA Göttingen. II A 15/7: Brief
des Oberbürgermeisters von Düsseldorf an die GSV (01.03.32), in: StA Düsseldorf, II1/1299; Brief des
Magistrats der Stadt Hannover an die GSV (06.10.31), in: StA Hannover, HR 15/694.
711 Vgl. Briefe der GSV an Karius (11.04.30, 20.11.30 und 07.04.31), in: LA Saarbrücken, Saar-Verein
12.
1 Vgl. Rundschreiben der GSV „Wir wollen die Saar behalten!“ (Februar 1931), in: BA-R 8014/6 und
„Ein ernstes Wort zu ernster Stunde“ (15.12.31), in: LA Saarbrücken, Saar-Verein 19.
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