Full text : Volk, Reich und Westgrenze

1932  kam  die  Saarländische  Sprachgeschichte  von  Dr.  Wilhelm  Will  (1907-45),
einem  Schüler  Bachs,  heraus,  die  noch  heute  ein  Standardwerk  ist.* 196
Städtegesch  ichte
Im  Rahmen  der  Geschichte  der  katholischen  Pfarreien  der  Diözese  Trier  schrieb
Wülscheid  über  die  saarländischen  Gemeinden  und  behandelte  ebenfalls  Siedlungs-,
  Wirtschafts-,  Verkehrs-  und  Politikgeschichte.19  Von  der  Bischöflichen
Behörde  in  Trier  herausgebracht,  veröffentlichte  er  1930  die  Geschichten  der
Pfarreien  Saarbrücken-St.  Johann  und  -Burbach.198  Sante  kritisierte,  dass  Wülscheid
  „Geschichten,  aber  keine  Geschichte“  geschrieben  habe.199  Der  nationalen
Aufgabe,  die  sich  die  SFG  gestellt  hatte,  wurden  auf  den  Dorfkirchturm  bezogene
Geschichtsdarstellungen,  die  sich  nicht  dem  Kampf  um  Deutschlands  Westgrenze
widmeten,  nicht  gerecht.
Als  Gründung  Ludwigs  XIV.  war  Saarlouis  ein  Dorn  im  Fleische  des  deutschen
Chauvinismus.  In  Frankreich  betrachtete  man  Saarlouis,  Heimat  des  napoleonischen
Marschall  Ney  und  bis  1815  französische  Stadt,  als  frankophil  und  mitunter
frankophon.200  Saarlouis  war  eines  der  Lieblingsthemen  der  Société  des  amis  des
pays  de  la  Sarre.  Daher  ist  bemerkenswert,  dass  die  SFG  den  nationalpolitischen
Brennpunkt  Saarlouis  so  beiläufig  abhandelte.  Die  Arbeiten  Santés  maßen  ihm

der  SFG  v.  1.10.1930-30.9.1931,  1;  Schmidt-Ott  an  Mitglieder  der  SFG  v.  28.9.1931;  LASb,
SM  12:  Aubin,  Griewank,  Tagung  der  SFG  am  21./22.9.1929,  5;  Anträge  [an  die  SFG  zum
21./22.9.1929,  1].
196  Wilhelm  Will,  Saarländische  Sprachgeschichte,  Vorw,  Adolf  Bach  (Saarbrücken:  SDV,
1932);  zu  seiner  Auffassung  von  der  romanisch-germanischen  Übergangsregion:  105-08.
Wiederaufgelegt:  Wilhelm  Will,  Saarländische  Sprachgeschichte,  Einl.  Hans  Ramge,  2.,  unveränd.
  m.  neuer  Einl.  versehene  Aufl.,  Beiträge  zur  Sprache  im  Saarland,  1  (Saarbrücken:
SDV,  1979).  Id.,  „Die  zeitliche  Schichtung  der  Flurnamen“,  Rheinische  Vierteljahrsblätter,  1
(1931),  250-99;  id.,  „Zu  den  rheinischen  Bachnamen“,  Rheinische  Vierteljahrsblätter,  4
(1934),  195-200.  Wilhelm  Will:  *  14.4.1907  Zahmen  (Oberhessen),  an  der  Univ.  Gießen  1930
wissenschaftliche  Prüfung  für  das  höhere  Lehrfach  (Deutsch,  Geschichte,  Englisch),  seit  1930
Assistent  bei  Bach,  1933  Pädagogische  Prüfung,  1934  als  Stipendiat  der  DFG  Mitarbeiter  beim
ADV  in  Berlin,  1935-36  Stipendiat  der  DFG  beim  Ostfränkischen  Wörterbuch  in  Erlangen,
1938  Lehrauftrag  HfL  Trier,  1939  ebendort  Dozent,  1939  Einberufung  zur  Wehrmacht,  gefallen
  am  11.4.1945  in  Schweinfurt;  Adolf  Bach,  „Wilhelm  Will  f“,  Rheinische  Vierteljahrsblätter,
  15/16  (1950/51),  503-04.  LASb,  SM  12:  Schmidt-Ott,  Aubin,  Mitgliederversammlung
der  SFG  am  10.9.1932,  8.
19  LASb,  SM  12:  Aubin,  Griewank,  Mitgliederversammlung  der  SFG  v.  25.9.1927,  9;  Aubin,
Wissenschaftliche  Unternehmungen  der  SFG  v.  1.10.1929-30.9.1930,  6;  cf.  Griewank,  Sitzung
der  SFG  am  4,10.1930,  4.
198  LASb,  SM  12:  Aubin,  Wissenschaftliche  Unternehmungen  der  SFG  v.  1.10.1930-30.9.1931,
4  u.  v.  1.10.1928-30.9.1929,  6;  Aubin  [et  al.],  Mitgliederversammlung  der  SFG  am  2.10.1933,
4;  Aubin,  Griewank,  Mitgliederversammlung  der  SFG  am  6.1.1929,  4;  Aubin,  Griewank,
Tagung  der  SFG  am  21./22.  September  1929,  4.  BABL,  R8Ö37/I:  Aubin,  Wissenschaftliche
Unternehmungen  der  SFG  v.  1.10.1933-30.9.1934,  2.
199  HessHStA,  1150/63:  Sante  an  Emrich  v.  14.3.1935,2.
-0°  Fr.  Roth,  „Espace  sarrois“,  71.  Die  französische  Einschätzung  von  Saarlouis  war  nicht  aus
der  Luft  gegriffen,  denn  noch  1932  gewannen  frankophile  Parteien  ihre  wenigen  kommunalen
Mandate  im  Saargebiet  vorwiegend  im  Umkreis  von  Saarlouis;  Jacoby,  Nationalsozialistische
Herrschaftsübernahme,  39.

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