über die neue Forschungsgemeinschaft zu verständigen. Unter den Teilnehmern
waren neben den Genannten Wissenschaftler wie Frings, Privatdozent Franz
Steinbach, der Aubin im IGL nachgefolgt war, und der Bonner Kunsthistoriker,
Volksbildner und langjährige Denkmalkonservator der Rheinprovinz Professor
Paul Clemen (1866-1947),155 saarländische Kulturbeamte und Heimatforscher,
außer Bongard der Saarbrücker Museumsdirektor und Kunstmaler Dr. Hermann
Keuth, Ruppersberg, die Studienräte Dr. Häuser und Bernhard Piert, der saarländische
Geschichtswissenschaftler Kloevekorn und Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens der Rheinlande.1'6
Die Richtlinien für die Forschungsgemeinschaft wurden verabschiedet. Bei der
Namensgebung vermied man das Adjektiv „saarländisch“. Die neue Organisation
nannte sich „Forschungsgemeinschaft für die Saarlande“; in den Plural „Saarlande“
bezog man die Nachbargebiete Pfalz und Lothringen ein. Ein Jahr darauf setzte sich
der Name „Saarforschungsgemeinschaft“ durch.157 Aus politischen Gründen verzichtete
Schmidt-Ott auf den Vorsitz der SFG, damit ihre Verquickung mit der
Notgemeinschaft und den Berliner Ämtern nicht offensichtlich würde.1'’6 Er ließ es
sich aber nicht nehmen, Mitgliederversammlungen und Vorstandsitzungen der SFG
beizuwohnen und deren Aussprachen zu bestimmen. Zumeist erschien er mit Karl
1Clemen war im Ersten Weltkrieg Leiter einer Denkmalschutzkommission in Belgien und
Nordfrankreich; BABL, R4901/694, f. 19: [Franz] Graf Wolff Metternich [zur Gracht], Beauftragter
für Kunstschutz beim OKH, „Bericht über den Einsatz des kunstwissenschaftlichen
Arbeitsstabes in Frankreich“ v. 9.12.1940, 1; cf. Heinrich Lützeier, „Clemen, Paul“, Neue
Deutsche Biographie, Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der
Wissenschaften, Schriftltg. Otto zu Stolberg-Wemigerode [et al.] (Berlin: Duncker & Humblot,
1957) 3: 281; Speitkamp, Verwaltung, 182; Herbert von Einem, „Bonner Gelehrte der Kunstgeschichte
von 1818 bis 1935“, Bonner Gelehrte: Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften
in Bonn: Geschichtswissenschaften, 150 Jahre Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu
Bonn 1818-1968 [2,6] (Bonn: Röhrscheid, 1968), 424-28.
176 BayHStA, MA 108204: Teilnehmer an der Sitzung in Frankfurt am 21.10.1926: Ferner die
Studienräte Hilarius Willscheid, Dr. Hoenes (alle Saarbrücken), Dr. Andreas Mailänder (Saarlouis)
und Dr. Aloys Lehnert (Dillingen), Dr. Hammelsbeck (Saarbrücken), Syndikus Dr. Max
Martin Schlenker (Düsseldorf) und Großkaufmann Hansen (Frankfurt), die Professoren Dr.
Nikolaus Irsch (Trier), Johann Baptist Keune vom Trierer Museum, Moldenhauer aus Köln
(wohl Prof. Paul Moldenhauer, MdR, 1929/30 Reichsminister für Wirtschaft und für Finanzen;
DBA //, 906: 180-95), Küntzel (wohl der Historiker Prof. Georg Küntzel; DBA II, 769: 412-13),
Hans Naumann, Otto Ladislaus zur Strassen (alle drei Frankfurt), Ludwig Diels (Berlin)
und der katholische Sozialphilosoph Dr. Peter Wust (Köln). Legt man Bongards Kalkulation
zugrunde, der die früher im Saargebiet tätigen Schlenker und Hansen der saarländischen Seite
zurechnete, so war das Verhältnis von Saarländern zu Reichsdeutschen ausgeglichen 13:13;
BACos, R 1601/1832: Bongard, „Gründung der Forschungsgemeinschaft für die Saarlande“ v.
14.11.1926, 2. Cf. HessHStA, 1150/46: Sante, SFG und Kulturpolitik [ca. Anfang 1938], 6-7;
Linsmayer, Politische Kultur, 348-49.
1 BACos, R1601/1832: Bongard, Gründung der SFG v. 14.11.1926, 4-5; [Aubin] „Entwurf
von Richtlinien für die Gründung einer Forschungsgemeinschaft für die Saarlande“, 10 (cf.
BayHStA, MA 108204, I); LASb, SM 12: Aubin, Griewank, Mitgliederversammlung der SFG
v. 25.9.1927, 13.
1 K BayHStA, MA 108204: Gründungsdiskussion 1926/27.
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