Maß zurückzuschneiden.78 * Ab Ende 1933 lenkte im Auftrag der Deutschen Studentenschaft
das Saaramt der Universität Bonn die studentische Grenzlandarbeit
in geordnete Bahnen. 70 Das Bonner Saaramt unterstand dem Leiter des dortigen
studentischen Grenzlandamtes Dr. Fritz Braun, der wenige Jahre später einer der
zentralen Wissenschaftler des Gaues Josef Bürckels wurde.
Deutschtumsverbände
Im Reich rührte der Bund der Saar-Vereine (BSV) unter Otto Andres80 und
Theodor Vogel die Saartrommel.81 Viele akademische Einrichtungen wurden
zahlende Mitglieder im BSV. Universitäten boten der Saarpropaganda ein großes
Betätigungsfeld. Auf Saarveranstaltungen sprachen Studenten und Professoren als
Hauptredner.82 Die Forschung über die wissenschaftliche Volkstumsarbeit im
Zusammenhang mit dem Grenz- und Auslandsdeutschtum in der Weimarer Republik
und im Nationalsozialismus widmete bislang den halbstaatlichen Deutschtumsvereinen
und -verbänden, namentlich jenen an der Westgrenze, nicht genügend
8 LASb, SM 49: Sante, Beschlüsse der Jahresversammlung [der ASHH] am 19.2.1933, 7.
70 ARSF, I 32 g 107: [Fritz Braun] Betreuungsorte und Betreuungsverbände im Grenzgürtel des
Saargebietes [ca. Ende 1933]. Die Konsultation seiner Unterlagen aus dem ARSF ermöglichte
mir dankenswerterweise Frank Becker.
80 Otto Andres, „Recht und Saargebiet“, Das Saargebiet, seine Struktur, seine Probleme, hg.
unter Mitarb. v. Saar-Politikern u. Vertretern d. Wissenschaft v. [Fritz] Kloevekorn {Saarbrücken:
Flofer, 1929), 439-67; cf. id., Das deutsche Saargebiet unter „internationaler“
Verwaltung, Sonderdr. aus Hochland, 22 (März 1925) (Berlin: Saar-Verein, 1925).
81 Zum BSV schloss Frank Becker 2006 an der Universität Saarbrücken seine Dissertation
Deutsch die Saar immerdar!4 Der Bund der Saarvereine und die deutsche Saarpropaganda im
Reich 1919-1935“ ab, die in Kürze in den Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische
Landesgeschichte und Volksforschung erscheinen wird. Cf. Manfred Weißbecker, „Bund
der Saarvereine (BSv) 1920-1935“, Lexikon zur Parteiengeschichte: Die bürgerlichen und
kleinbürgerlichen Parteien und Verbände in Deutschland (1789-1945), Hg. Dieter Fricke [et
al.], Geschichte der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Verbände (Köln: Pahl-Rugenstein,
1983), 1: 278-81; Lfr., „Nochmals: Akten des Bundes der,Saar-Vereine“4, Unsere
Archive (Dez. 1984), H. 22, 21; AAE, Sarre 280, f. 70: Jean Morize (frz. Mitglied der Reko) an
Briand v. 1.7.1931. Peter Wettmann-Jungblut, „Theodor Vogel: Das Sprachrohr für die deutsche
Saar“, Der 13. Januar: Die Saar im Brennpunkt der Geschichte, Hg. Ludwig Linsmayer i. A. der
Vereinigung zur Förderung des Landesarchivs Saarbrücken, Echolot: Historische Beiträge des
Landesarchivs Saarbrücken, 1 (Saarbrücken: Vgg. zur Förder. d. LASb, 2005), 237-47.
82 Theodor Vogel, Saargebiet in Gefahr: Aufruf an die deutsche Studentenschaft (Berlin:
1925); zit. nach Reismüller, Hofmann, Westbibliographie, 224. Cf. AAE, Sarre 280, f. 83:
Office National des Universités et Ecoles Françaises an Direktor der Œuvres françaises à
l’étranges v. 29.2.1932; BABL, R8014/1011 : (universitäre Mitgliedschaften im BSV in den
1930-er Jahren) Univ. Breslau v. 20.11.1933, Deutsche Hochschule für Politik u. Medizinische
Fakultät der Univ. Würzburg v. 24.5.1935, Univ. Heidelberg v. 11.6.1934, Univ. Marburg v.
28.8.1934, TH Hannover v. 1.3.1935, Univ. München v. 26.4.1935, Univ. Leipzig v. 6.3.1935.
1934 trat die Studentenschaft von Universität und TH Breslau geschlossen dem BSV bei;
R8014/1011: Völkischer Beobachter (5.7.1934). Cf. BABL, R8014/1113: Propaganda des
BSV: Saargebietsvorträge an Universitäten und höheren Lehranstalten (Aug. 1924-Juli 1927);
AAE, Rive gauche du Rhin 198, f. 145: Tirard an Briand v. 22.5.1925: Bis 1925 zählte die
Propagandabeobachtung des Quai d’Orsay Vorträge über die Saarfrage an den Hochschulen
von München, Erlangen, Tübingen, Karlsruhe, Darmstadt, Bonn, Köln, Marburg, Münster,
Jena, Halle und Frankfurt.
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