Full text: Volk, Reich und Westgrenze

Weihnachtssendungen für Zamosc.8"1 Da „besonders das Volkslied aus der Ur¬ 
heimat zutiefst das Gemüt und die stärkste Seite der Rückerinnerung an verloren 
gegangenes Volkstum erklingen“ lasse, maß die nationalsozialistische Volkstums¬ 
politik der Pflege deutschen Liedgutes bei den Rückdeutschungsbestrebungen 
besondere Bedeutung zu. Vom Reichssender Saarbrücken aufgenommene Schall¬ 
platten verbreiteten in den Kreisen Zamosc, Kutno und Lentschütz pfälzische, saar¬ 
ländische und lothringische Volkslieder.8'3 In den drei Kreisen wurden 1600 Stück 
des saarpfälzischen Liederbuchs Unser Lied für Schule und Haus verteilt.8"3 
Um die emotionale Bindung an das Deutsche Reich zu verstärken und Bezie¬ 
hungen zu den weitläufig verwandten Familien in der Westmark herzustellen,* 854 
brachten ab Herbst 1941 die Kolonistenbriefe des Volkspolitischen Referats 
in Zamosc Beiträge zur „Stammheimat unserer Deutschstämmigen“, wozu Brauns 
Heimatbriefe das Material lieferten.85" Zur besseren Kenntnis der Lubliner Pla¬ 
nungen erhielt der VDA Westmark regelmäßig die Kolonistenbriefe zugesandt.8"6 
Braun schlug Verbesserungen für die Kolonistenbriefe vor, empfahl Beiträge über 
Landschaft, Mensch und Leistung der Westmark8'7 und schickte Stanglica sein 
Umsiedlerpropagandaheft Wir schaffen im Glauben an Deutschland.8"8 Um die 
westmärkische Bevölkerung mit den Germanisierungsaktionen in Polen vertraut 
zu machen, wurde die Gaupresse mit Material für Berichte über die Patenschafts¬ 
gebiete beliefert.854 859 Geplante Reisen des VDA Westmark in das Patenschafts¬ 
gebiet Zamosc kamen allerdings nicht zustande.860 Als Braun im Frühjahr 1942 
einberufen wurde,861 brach die Korrespondenz zwischen der Mittelstelle West¬ 
mark und der VoMi Lublin ab. 
Im Kreis Zamosc endeten die Germanisierungsversuche der SS in einem Debakel. 
Bei den Vertreibungen trafen die Überfallkommandos kaum die Hälfte der 
polnischen Bewohner an, die anderen hatten sich in die Wälder abgesetzt. Partisa¬ 
nen überfielen gezielt die Dörfer der deutschen Neusiedler. Durch die Vertreibung 
der polnischen Bauern entstanden Engpässe bei der Versorgung mit landwirt¬ 
8M ADM, 1W234: NSKK-Sturmführer Bargel (Volkspolitisches Referat und Beauftragter der 
VoMi beim SSPF Lublin) an Braun v. 1.12.1941; cf. ADM, 1W234: Braun an Ernst Holl 
(VDA-Westmark) v. 12.2.1942. 
852 ADM, 1W234: Uhrig an Eckelmann v. 9.8.1941 [1-2]. 
8"3 ADM, 1W234: Uhrig an VDA-Bundesgeschäftsstelle - Hauptabt. Patenschaftsarbeit v. 29. 
10.1941. 
854 ADM, 1W234: Braun an SSPF Lublin v. 17.11.1941, Bargel an Braun v. 1.11.1941. 
8"" ADM, 1W234: Bargel an Braun v. 1.11.1941. 
856 ADM, 1W234: Uhrig an Seitmann v. 24.11.1941, cf. Uhrig an Braun v. 24.11.1941. 
857 ADM, 1W234: Braun an SSPF Distrikt Lublin v. 25.7.1941. 
858 ADM, 1W234: Stanglica an Braun v. 15.1.1942. 
859 ADM, 1W234: Braun an VDA-Westmark v. 26.2.1942. 
860 ADM, 1W234: Uhrig an Hillebrand v. 22.8.1941, 5; cf. Uhrig an Eckelmann v. 9.8.1941 
[4]; Braun an Stanglica v. 29.1.1942. 
861 ADM, 2W63/4, Germanisation, f. 13: Braun an DAI v. 5.3.1942. 
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