hatte, stimmte Sievers 1939 einer Forschungsbeihilfe zu.7’6 Später wurden im
Ahnenerbe Bedenken gegen Fox geäußert: In seiner Saarländischen Volkskunde
sei „der Kirche und dem kirchlichen Brauchtum breiter Raum“ eingeräumt
worden. Gleichwohl beschied man dem Autor Lernfähigkeit: „Dr. Fox scheint
diese Mängel heute aber selbst einzusehen.“7’7
Im Sommer 1939 unternahm Fox eine Forschungsreise in den europäischen Norden,
wo er in den Spuren des geschätzten Matthes Ziegler wandelte. In Skandinavien
entstand die Idee für ein vergleichendes germanisches Märchenbuch, das die
Übereinstimmungen zwischen nordischen und deutschen Märchen veranschaulichen
sollte. Fox ließ sich vom Ahnenerbe skandinavische, englische und deutsche
Märchenliteratur liefern, durchforstete die europäische Märchenmotivik nach
germanischen Parallelen und gewann die Überzeugung, dass „Germanentum und
Deutschtum [...] in ihrem Wesen ein einheitliches Volkstum“ seien.736 738 Vom Ahnenerbe
und von Emrich angeregt, dehnte Fox im Sommer 1940 die Forschungen
auf Lothringen aus. Das Märchenbuch war mittlerweile so stark angewachsen,
dass Fox 1941 die allgemein germanischen Teile ausgliederte und sich in seiner
Volksmärchen-Publikation erst einmal auf den zur Westmark angewachsenen
Gau konzentrierte.739
Fox’ germanische Märchenkomparatistik wurde zwei Jahre später vom Germanischen
Wissenschaftseinsatz (GWE) als Germanisches Märchenbuch wieder
aufgegriffen. Der GWE war der groß angelegte Versuch der SS, die deutschfreundlichen
Wissenschaftler der besetzten nord- und westeuropäischen Länder zu
sammeln und geisteswissenschaftliche Ressourcen für die Kriegsführung des
Deutschen Reiches zu nutzen. Hierzu wurde die germanische Gemeinsamkeit, die
„lebendige germanische Kontinuität im geschichtlichen Geschehen“ und „die
wirkliche germanische Ganzheit im räumlichen Bereich, [...] in Rasse und
Familie, Geist und Staat, Recht, Sprache, Volkstum, Volksglaube und Volksbrauch,
in Mythe, Sagen und Lied“ beschworen.740 Der GWE unterstand
736 BDC, Fox, f. 28: Harmjanz an Sievers v. 6.2.1939, Sievers an Harmjanz v. 31.1.1939; f. 38:
Si[evers] an Fox v. 6.3.1936; BABL, NS21/309: Sievers an Mai v. 13.2.1939.
7 7 BABL, NS21/309: Schneider, Aktenvermerk v. 19.3.1943.
7,8 Fox, „Volkskunde und Volkstumsarbeit“, 11; cf. Fox, Märchen und Tiergeschichten, S. 13;
Moser-Rath, „Märcheninterpretation“, 552; BDC, Fox, f. 42r: Fox an Niederlöhner v. 6.5.1939;
f. 44: Fox an Mai v. 26.10.1939; f. 45: Fox an Mai v. 10.2.1940; f. 46, 47, 52: Fox an
Ahnenerbe v. 15.4., 18.4.1940, 30.5.1942; f. 54: Ahnenerbe-Bücherei an Fox v. 15.2.1943;
f. 46, 47: Fox an Zanthier v. 15.4.1940, Zanthier an Fox v. 18.4.1940; BABL, NS21/309:
[Paraphe] Wa. (Ahnenerbe-Bücherei) an Fox v. 29.6.1943, [Paraphe] Kg. an Fox v. 16.4.1943,
[Paraphe] Qu. (Ahnenerbe-Bücherei) an Fox v. 18.6.1943; BABL, NS21/359: Kg. in Vertretung
von Schneider an Fox v. 19.4.1943.
739 BDC, Fox, f. 48: Fox an Mai v. 23.12.1940; cf. Rupp, „... Heimatschrifttum“, [53]; BABL,
NS21/309: Fox an Frl. v. Zanthier v. 22.4.1942.
74(1 BABL, NS19/1850, f. 37-38: „Forschungs- und Lehrgemeinschaft ,Das Ahnenerbe“4 [nach
1941].
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