Kasseler Schule und im Sommer 1940 für zwei Monate an die Abteilung III des
Reichskommissariates in Kaiserslautern beordert, kehrte er im August an die
Mädchenoberschule nach Saarlautern zurück, die er bis 1944 leitete.115
Fox’ politische Laufbahn begann 1930 mit dem Eintritt in die Deutsch-Saarländische
Volkspartei. Im Frühjahr 1933 trat er zur NSDAP über und im Sommer
dem NS-Lehrerbund bei. Seither widmete sich Fox mit Elan der nationalsozialistischen
Kulturarbeit im Kreis Saarlouis und wurde am Tage der Rückgliederung
Kreiskulturwart und Kreisobmann der aus dem Kampfbund für deutsche Kultur
hervorgegangenen NS-Kulturgemeinde. Für die Deutsche Front und die NSDAP
war er seit 1934 Kreisredner.705 706 Im Herbst 1936 wurde er Stellvertreter des Kreispropagandaleiters
der NSDAP, im Sommer 1937 Ortsgruppenleiter des VDA in
Saarlautern-Roden, im Herbst 1937 in Saarlautern-Merzig Referent für das Amt
Feierabend in der KdF.707 Fox’ politische Bewertung durch seinen Schuldirektor
war durchweg positiv: „Als überzeugter Nationalsozialist ist er auch bestrebt,
seine Schülerinnen nach den Grundsätzen des Nationalsozialismus zu deutschen
Mädchen mit bewußt nationalsozialistischer Haltung und Einsatzbereitschaft zu
erziehen.“708 Sein NS-Aufstieg wurde 1938 leicht gebremst. Nach einer persönlichen
Auseinandersetzung um Fox’ Mundartschwank Das Fünfgroschenstück
wurde er von Kölsch als Kreiskulturwart entlassen. 09 Der Gaukulturwart verweigerte
ihm ebenfalls die Aufnahme in die in Saarbrücken ansässige Rosenbergsche
Arbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde.'"1 Aber Kölschs Kampagne brach
schnell zusammen. Bürckel selbst hielt seine Hand schützend über Fox und setzte
ihn wieder in sein Amt als Kreiskulturwart ein. 11
Sein Biograph Stefan Schwall stellte Fox’ literarisches und volkskundliches
Schaffen in den Vordergrund; auf Fox’ politische Einlassungen kam er nur am
Rande zu sprechen. Fox’ Stellung zum Nationalsozialismus erklärte er aus dem
kulturellen Konservativismus des Volkskundlers und als legitimen antifranzösischen
Abwehrkampf.712 Die Losung, Fox’ Tätigkeit im Nationalsozialismus aus dem
kulturellen Grenzkampf zu deuten, hatte 1957 Fox’ Bekannter Wilhelm Heinrich
705 LASb, Reko/Personalunterlagen Fox, f. 1-2: Höhere Lehranstalt für die männliche Jugend,
Personalblatt A.
706 LASb, Reko/Personalunterlagen Fox, f. 319v: Angaben Fox’ v. 10.11.1938; f. 343: Angaben
Fox’ v. 19.11.1938; cf. StdASls: Saar-Zeitung (5.10.1935); LASb, HM 32: Fox an Keuth v.
15.5.1935; Giersch, „KfdK“, 171.
707 LASb, Reko/Personalunterlagen Fox, f. 343: Angaben Fox’ v. 19.11.1938.
708 LASb, Reko/Personalunterlagen Fox, f. 347: Sahner (Studiendir. Mädchenoberschule
Dillingen) an RKSaar-Abt. III v. 9.3.1939.
7(19 LASb, Reko/Personalunterlagen Fox, f. 343: Angaben Fox’ v. 19.11.1938.
710 BDC, Fox, f. 19-20: Fox an Ahnenerbe v. 18.11.1938.
711 BDC, Fox, f. 11: Ehlich an Ahnenerbe v. 6.3.1939; cf. BABL, NS21/309: Hauptsturmführer
Dr. Hans Schneider, Aktenvermerk, betr.: Germanisches Märchenbuch: Besprechung mit Fox
am 16.3.1943 v. 19.3.1943.
7,2 Schwall, „Volkskundler“, S. 334-35, cf. 331-32.
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