belasteter Stubengelehrsamkeit“, die Kulturwissenschaften in Deutschland und im
besetzten Europa für den Nationalsozialismus und die SS auszuschlachten. Im
Krieg quälte das Ahnenerbe für die Kriegsforschung der Waffen-SS Häftlinge des
Konzentrationslagers Dachau zu Tode.702 * Ein westmärkischer Volkskundler,
Germanist und Märchenforscher arbeitete von 1938 bis 1944 eng mit dem SS-Ahnenerbe
zusammen: Es war der Lehrer, Mundartautor und Kreiskulturwart von
Geboren am 31. Januar 1899 in Portz bei Saarburg
studierte Nikolaus Fox ab 1918 an den Universitäten
Bonn und Köln Deutsch, Geschichte, Philosophie,
Altnordisch, Theater- und Zeitungswesen. Im Mai 1922
schloss er mit einer germanistischen Dissertation über
die Mundart seines Heimatortes Roden ab. 1922/23
arbeitete Fox als Redakteur bei einer Lokalzeitung.
Dem ersten Staatsexamen für den höheren Schuldienst
1925 schloss er Referendariate im saarländischen Raum
an, während derer er seine Saarländische Volkskunde
verfasste. Wegen der Überlieferung vieler kulturgeschichtlicher
Einzelheiten aus dem ländlichen Leben
des 18. und 19. Jahrhunderts ist sie noch heute ein
Standardwerk, das seinen Platz in jedem größeren
deutschen Bibliothekslesesaal hat.704 Nach dem Zweiten Staatsexamen 1928
wurde er Studienassessor und 1934 Studienrat am Gymnasium in Dillingen. Seit
1939 war er Leiter der Oberschule für Mädchen in Saarlautern (Saarlouis).
Während der Evakuierung des Grenzgebietes seit September 1939 an eine
Saarlouis Nikolaus Fox.
Nikolaus Fox
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Ahh. 10: Nikolaus Fox
1941
m BABL, NS 19/1850, f. 34, 37-38, Zitat 39: [o. Verf.] ,Das Ahnenerbe* [nach 1941]; f. 34: 1941
zählte es 34 Forschungs- bzw. Lehr- und Forschungsstätten. Cf. Kater, Ahnenerbe, 302.
71,7 Die einzige Biographie über Fox stammt von Schwall, „Volkskundler**, 323-45, auf die ich
mich im Folgenden beziehe. Für den Hinweis auf Schwall danke ich Herrn Wolfanger. Stefan
Schwall, dem ich für sein freundliches Schreiben danke, stützte sich auf den im Familienbesitz
befindlichen Nachlass Fox’; das Material aus dem BDC zog er nicht heran. Ferner danke ich
Herrn Prof. Dr. Günter Scholdt und Herrn Dr. Hermann Gätje für die freundliche Hilfe und die
Erlaubnis zur Fotokopierung folgender Artikel aus dem „Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass“
an der Universität des Saarlandes (LASLLE): Traudl Brenner, „Nikolaus Fox und seine Arbeit
in der Volkskunde“, Geschichte und Landschaft: Beilage zur Saarbrücker Zeitung (13.2.1993);
Gunter Altenkirch, „Die Volkskunde und die Einflüsse der Politik“, ibid.; Günter Scholdt,
„Mondnacht auf saarländisch: Nikolaus Fox’ moselfränkische Eichendorff-Variante“, Saarbrücker
Zeitung (16.2.1995); W[ilhelm] H[einrich] Recktenwald, „Forscher - Dichter - Mensch:
Ein Gedenkblatt für Nikolaus Fox“, Saarheimat: Zeitschrift zur Pflege von Volkstum, Landschaft
und Kultur, 6 (Nov. 1957), 11-12; acer [o. Titel], Kreiszeitung Saarlouis (28.1.1952).
704 Werner Habicht, Dorf und Bauernhaus im deutschsprachigen Lothringen und im Saarland,
Arbeiten aus dem Geographischen Institut der Universität des Saarlandes, 27 (Saarbrücken:
Geogr. Inst., 1980), 34-35.
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