aufgebaut, die Bertram im Sommer 1941 im Auftrag des CdZ machte.32" Im März
1942 erwarb das Lothringische Institut die fotografischen Geräte vom Westmark-Institut.
Da es zu diesem Zeitpunkt ebenso wenig wie das Westmark-Institut über
das Personal für ein Fotolabor verfugte, war dieser Kauf in Wirklichkeit ein Kanal,
durch den das Westmark-Institut die in der Pfalz fehlenden Mittel aus den reichen
Quellen des CdZ in Lothringen ableiten konnte.* 326
Die feierliche Eröffnung des Lothringischen Instituts sollte zusammen mit der des
Denkmalamtes Metz im März 1942 stattfinden und von einer Ausstellung zu
„Lothringen und das Reich“ begleitet werden. Reden vom Gauleiter und vom
Wissenschaftsreferenten der NSDAP-Westmark waren vorgesehen; auf einer
wissenschaftlichen Tagung sollten Forscher aus dem deutschen Westen, wie
Friedrich Metz oder der badische Kultusminister und „Wehrwissenschaftler“
Schmitthenner, vortragen. Doch eine offizielle Einweihung des Instituts fand nie
statt.327 * Im Herbst 1944 wurde das Lothringische Institut aus Metz evakuiert und
zog im Geographischen Institut der Universität Heidelberg ein,32* offensichtlich
im Vorgriff auf Overbecks künftigen Arbeitsplatz. Wissenschaftliche Tätigkeit ist
aus jenen Monaten keine übermittelt.
Neue deutsche Geschichtsideologie
Die Saarpfälzischen Abhandlungen hießen seit 1940 Westmärkische Abhandlungen
zur Landes- und Volksforschung. Sie erörterten nun gleichermaßen saarpfälzische
wie lothringische Themen.326 Ihr vierter Band, der „unter dem Leitgedanken
Lothringen und das Reich“‘ stand, flankierte die politische Annexion der Moselle
wissenschaftlich, indem er „die Zusammenhänge Lothringens mit dem übrigen
linksrheinischen Gebiet und die Zusammengehörigkeit dieses Gesamtraumes zum
Reich“ bekundete.330 Ramsauer stellte die Artikel des vierten Bandes zusammen.
Die Schilderungen historischer Persönlichkeiten, deren Wirkungsfeld Lothringen
und Pfalz gewesen war, verwiesen von selbst auf das politische Tagesgeschehen.
Ausdrückliche Aktualisierungen, „etwa in dem Sinne ,schon immer bestanden
stärkste Beziehungen zwischen Pfalz und Lothringen1“ erschienen Ramsauer
'25 HMP, G/Besprechungsbelege, LI: Pfannkuche an Kirschner v. 16.9.1941, Bertram an
Kirschner (Wml) v. 1.10.1941; Hallier, „Tätigkeitsbericht“, 394. Die Fotografiensammlung aus
dem LI liegt von Charles Hiegel katalogisiert unter 1W284-285 in den ADM.
126 HMP, G/Besprechungsbelege, LI: Hallier an Christmann v, v. 11. u. 12.3.1942, Christmann
an Hallier v. 19.3.1942. Als das Wml Not an Durchschlagpapier hatte, bat es um eine Gabe aus
dem LI; HMP, G/Schriftverkehr 1944, LI: Hallier an Christmann v. 4.3.1944.
327 ADM, 1W205, Ruppel: Ruppels Notiz v. 19.12.1941 (auf Emrichs Einladung v. 15.12.
1941). Weder in der Zeitungsausschnittsammlung des LI (ADM, 1W250), noch in der Metzer
Zeitung am Abend des Jahrgangs 1942 war eine offizielle LI-Eröffnung vermerkt.
32x AJM, TM Metz, 123/2566, 6: RStH/CdZ, Z-KR an Finanzkasse Metz (Landau) v. 17.1.1945.
326 LASp, H 3/8009, f. 136: Fr. Christmann, Vollsitzung d. PGFW am 7.2.1941 v. 15.2.1941, 7;
cf. H. Hiegel, „La germanisation“, 87; id., „L’historiographie“, 150; Wolfanger, „Nationalsozialistische
Politik“, 111.
HMP, G/Allgemein 1941-42: Ramsauer an Christmann v. 1.10.1940.
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