lothringer! und Teilen des Saarlandes im 18. Jahrhundert zurückgreifen musste,
wobei er geflissentlich verschwieg, dass diese unter der französischen Krone
bestanden hatte.2X8 Monate vor der offiziellen Umbenennung des Gaues nannte
Halber Lothringen den „Vorposten der Westmark“ und damit die Losung, mit der
er in Bürckels Herrschaft passieren durfte.
Im Juli 1940 unterband die nationalsozialistische Zensur aber noch jede öffentliche
Erörterung der Elsass-Lothringen-Frage.284 Der Zeitgeschichtliche Pressedienst
musste Halliers Beiträge zurückstellen.2411 Nach Hitlers Entscheidung über
die Zukunft des ehemaligen Reichslandes streute Halber seine Artikel so weit wie
möglich.241 Im August 1940 baute er im Auftrag der Deutschen Informationsstelle
(DIS), des inoffiziellen Kriegspropagandadienstes des Auswärtigen Amtes,* 292
seinen Artikel „20 Jahre französischer Fremdherrschaft in Elsaß-Lothringen“293 zu
der politischen Werbeschrift Vom Selbstbehauptungskampf des deutschen Volkstums
im Elsaß und in Lothringen aus.294 Die DIS druckte sein Buch, das wusste
Halber, „nur für ihre Propagandazwecke“. Im Dezember 1940 verlegte sie es in
der frankophoben Reihe „Frankreich gegen Europa“ und besorgte ein Jahr darauf
sogar eine französischsprachige Ausgabe.295
Im Selbstbehauptungskampf näherte sich Halber weiter der nationalsozialistischen
Politik, sprach von Rasse und Blut und nahm Elemente des nationalsozialistischen
~sx ADM, 1W234: [Halber] „Deutschlothringen - Vorposten der Westmark “, Ms. [o. D.], 1-3.
84 ADM, 1W234: Hagenmeyer an Halber v. 1.7.1940.
290 ADM, 1W234: Hagenmeyer an Halber v. 1.8.1940; cf. [Halber] an Hagenmeyer v.
7.8.1940.
"9I Er verschickte sie u. a. an den Westwall-Boten, an das parteiamtliche Frankfurter Volksblatt,
an die Frontzeitung Soldat im Western, ADM, 1W234: Halber an Dr. H[ans] Will (Hauptschriftleitung
des Westwall-Boten) v. 23.7.1940, Soldat im Westen an Halber v. 10.10.1941, Halber
an Kaußler v. 9.8.1940, Kaußler an Halber v. 19.8.1940.
242 Für das am 14.11.1997 im PAAA geführte Gespräch zur DIS danke ich Herrn Dr. Grupp.
PAAA, R60620: Gehaltsaufstellung der in der DIS und in der Inf.-Abt. beschäftigten Personen,
1939-40; R66758: Kult-D IV: Deutsche Informationsstelle, Bd. 77, 5/40-31.3.1943; R67613:
Rundfunkpobtische Abteilung: Seehaus, Bd. 3: Seehaus, Interradio, Mundus, Deutsche Informationsstelle,
1939-58, Bd. 139; cf. Hermann Weber, „Rechtswissenschaft im Dienst der NS-Propaganda:
Das Hamburger Institut für Auswärtige Politik und die deutsche Völkerrechtsdoktrin
in den Jahren 1933 bis 1945“, Wissenschaftliche Verantwortung und politische Macht:
Zum wissenschaftlichen Umgang mit der Kriegsschuldfrage 1914, mit Versöhnungsdiplomatie
und mit dem nationalsozialistischen Großmachtstreben: Wissenschaftsgeschichtliche Untersuchungen
zum Umfeld und zur Entwicklung des Instituts für Auswärtige Politik Hamburg/Berlin
1923-1945, Hg. Klaus Jürgen Gantzel, Hamburger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte, 2
(Berlin: Reimer, 1986), 185-425, hier 224, 250, 275, 277-78; Longerich, Propagandisten im
Krieg, 52; Hachmeister, Gegnerforscher, 129.
293 ADM, 1W234: Halber, „20 Jahre französischer Fremdherrschaft in Elsaß-Lothringen“.
294 ADM, 1W234: Halber an Will (Westwall-Bote) v. 23.7.1940.
295 ADM, 1W236, Mappe „Selbstbehauptungskampf1: Halber an Stenzei v. 7.10.1941; cf.
Halber an Camillo Sangiorgio v. 21.4.1941. Christian Halber, La lutte de l'élément ethnique
allemand d’Alsace et de Lorraine pour son existence (1918-1940) (Bruxelles: Maison Internationale
d’Edition [ca. 1941]). Christmann ließ 1942 seinen Deutschen Charakter ebenfalls von
der DIS verlegen.
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