Full text : Volk, Reich und Westgrenze

und  meldete  sich  für  den  Einsatz  im  Eisass.256 259  Auf  den  Einsatzbefehl  aber  wartete
er  vergebens.  Der  Gauleiter  Robert  Wagner  und  sein  Wissenschaftsberater
Professor  Emst  Anrich  hielten  die  Frankfurter  hin.2'7  Am  Rande  einer  vertraulichen
Unterrichtung  der  Landesgruppenleiter  des  Bundes  der  Elsass-Lothringer  im
Reich  Anfang  November  1940  durch  den  Generalreferenten  des  CdZ  im  Eisass
Robert  Emst  musste  Halber  erfahren,  dass  er  und  der  Großteil  der  Bundesmitglieder
keine  Aussicht  hätten,  bald  im  Eisass  beruflich  unterzukommen.25*  Über  das
„Verhalten  gewisser  Personen  und  Stellen  in  Strassburg  tief  enttäuscht“  gab
Halber  seine  elsässischen  Pläne  auf  und  orientierte  sich  nach  Metz.2“'
Christian  Haliier
Christian  Halber,  geboren  am  25.  April  1901  in  Diedenhofen  (Thionville),  war
der  Sohn  des  evangelischen  Pfarrers  Dr.  Ludwig  Halber.260  François  Roth  zählte
Ludwig  Halber  zu  den  militanten  pangermanistischen  Geistlichen  des  Reichslandbezirks
  Lothringen.261  Im  Juli  1919  wurde  die  Familie  Halber  aus  Lothringen
ausgewiesen.  Nach  dem  Abitur  in  Wertheim  am  Main  1920  begann  Halber  im
Wintersemester  1921/22  an  der  Universität  Frankfurt  das  Studium  der  politischen
und  der  Kirchen-  und  Literaturgeschichte,  der  Religion  und  Germanistik.262  Im
Sommer  1926  schloss  er  mit  einer  Dissertation  zu  einem  Schriftsteller,  Pädagogen
und  Theologen  des  17.  Jahrhunderts  ab.263 *  Das  Staatsexamen  für  das  Lehramt  an

sein  Bericht  von  der  Buchausstellung  „Deutscher  Volkstumskampf  im  Westen“  in  Frankfurt
(Halber,  „Deutscher  Volkstumskampf  im  Westen“,  Ms.)  erschien  am  2.11.1940  in  den  Straßburger
  Neuesten  Nachrichten  (Haliier  an  Straßburger  Neueste  Nachrichten  v.  3.12.  1940),  am
3.11.1940  in  der  NSZ  Westmark  (Halber  an  NSZ  Westmark  v.  3.12.1940)  und  wurde  der  Deutschen
  Front  angetragen  (Haliier  an  Schriftleitung  der  Deutschen  Front  v.  31.10.1940).  Weiter
sprach  Haliier  (an  Kaußler  v.  27.8.1940)  von  einem  Artikel  in  der  Krakauer  Zeitung.
256  ADM,  1W234:  [Haliier]  an  Kaußler  v.  27.8.1940.
257  IfSFfm,  Mag.  6603/1,  Bd.  2:  Bericht  Kellers  an  OB  v.  16.12.1940,  1-2;  cf.  Bericht  Kellers
an  OB  über  die  Sitzung  des  Vorstandsrates  des  ELI  am  2.8.1941  v.  4.8.1941;  Heiber,  Universität,
  T.  2,  1:  224-54.
2r>*  ADM,  1W234:  Halber  an  Schriftleitung  Die  Westmark  v.  11.11.1940;  F.  E.,  „Die  Veranstaltungen
  des  Vertretertags“,  Der  Bund  der  Elsaß-Lothringer  im  Reich  am  Ziel:  Die  Vertretertagung
  in  Straßburg  und  Metz  am  13.  und  14.  September  1941,  für  den  Inhalt  verantwort!.  Karl
Brill  (Straßburg:  Straßb.  Neueste  Nachrichten,  1941),  4-6,  hier  4;  Robert  Ernst,  „Aus  dem
Bericht  des  Bundesleiters  vor  dem  Vertretertag“,  ibid.,  9-10.
259  ADM,  1W236:  Stenzei  an  Halber  v.  5.2.1941.
260  Erich  Trunz,  „Nachwort“,  Christian  Halber,  Johann  Matthäus  Meyfart:  Ein  Schriftsteller,
Pädagoge  und  Theologe  des  17.  Jahrhunderts,  Hg.  Erich  Trunz,  Kieler  Studien  zur  deutschen
Literaturgeschichte,  15  (Neumünster:  Wachholtz,  1982),  107-09;  Habermann,  Klemmt,  Siefkes,
Lexikon,  107;  IfSFfm,  Pers.  70.649,  Personalunterlagen  Halber,  f.  14:  Halber  an  StUBFfm  v.
6.9.1947;  cf.  f.  9:  Lebenslauf  Halber  v.  15.8.1947.
261  Fr.  Roth,  Lorraine  annexée,  601.  Halber  widersprach  privat  dieser  Einschätzung  Roths;
StUBFfm,  N1.  Halber,  Mappe  „Patzelt“:  Halber  an  Fr.  Roth  v.  27.8.1977.
262  IfSFfm,  Pers.  70.649,  f.  9:  Lebenslauf  Halber  v.  15.8.1947.
263  Christian  Halber,  Johann  Matthäus  Meyfart:  Ein  Beitrag  zur  Geschichte  der  lutherischen
Orthodoxie,  Teildr.,  ersch.  vollst.  in  der  Zeitschrift  des  Vereins  für  Kirchengeschichte  der
Provinz  Sachsen  [24-26  (1928-30)]  (Magdeburg:  Hopfer,  1928).

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