„rührigen“ Archivleiter Marot ein Auge zu haben.217 219 Als im Sommer 1943 die
Generaldirektion der französischen Archive den von den Deutschen 1940 aus
Metz verdrängten Griveaud zum Leiter des Archives in Nancy ernennen wollte,
widersetzte sich Schnath. Die Franzosen gaben nach und versprachen, den Posten
in Nancy mit einer den Deutschen „genehmen Persönlichkeit“ zu besetzen.21X
A rch iva l i enforder ungen
Die Archivgruppe stationierte 1941 Büttner zur Bearbeitung der Departementalarchive
Meurthe-et-Moselle und Meuse in Nancy2'1" - nach Büttner wurde im
Sommer 1943 Ewig geschickt, um sich in den Departementsarchiven von Bar-le-Duc
und Epinal und im Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek von Verdun „mit
dem gesamten lothringischen Material vertraut zu machen“.220 Wie seine Kollegen
in Paris stellte Büttner ein Inventar der Quellen zur deutschen Geschichte zusammen.221
Schnath unterrichtete Büttner über die aus dem Departementalarchiv
der Meuse in Bar-le-Duc zu entwendenden Archivalien, darunter ein Kopialbuch
kurpfälzischer Provenienz über Rechtshandlungen der Kurpfalz die Grafschaft
Zweibrücken betreffend, das 1416 nicht zurückgegeben worden sei.222 223 Offensichtlich
verjährten archivalische Rückforderungsansprüche auch nach 500 Jahren
noch nicht.
In Nancy fand Büttner etwa 1000 Akten der deutschen Kriegs- und der Hüttenund
Bergwerksverwaltung für das Gebiet von Longwy und Briey aus den Jahren
1914-18. Da diese bei einer deutschen Militärbehörde, im Ressort des Gouverneurs
der Festung Metz, erwachsen und ein Zubehör der im Heeresarchiv Potsdam
befindlichen Akten dieses Gouvernements seien, ließ der Chef der Heeresarchive
sie im Winter 1942 auf Heereslaster verladen und nach Potsdam schaffen.22' Jedoch
1 BABL, R146/49, f. 286: [Zipfel] Besprechung mit Büttner am 14.12.1942; cf. Hubert
Collin, Guide des Archives de Meurthe-et-Moselle, l“1- partie: Series anciennes: BdL
(Archives des origines ä l’an VIII), series modernes: M ä Q (Nancy: [ADMM] 1984), 30.
218 AN, AJ40 571/7j: Schnath an Zipfel v. 1.9.1943; cf. BABL, R146/49, f. 131r: [Zipfel]
Besprechungen mit Ewig am 31.8. u. 1.9.1943; Wolfgang Freund, „Besetzte Kultur: Interkulturelle
Kommunikation in der militärischen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg“,
Begegnungen: Perspektiven Interkultureller Kommunikation, Hg. id., Cedrie Guinand, Ralph S.
Seidel (Frankfurt, M.: IKO, 2002), 42-63, hier 44-48.
219 BABL, R146/47: Punkte für Schnath zur Konferenz 8.-10.4.1941; HessHStA, 1150/23,
f. 227v: Zipfel, Konferenz am 2./3.10.1941 in Marburg; cf. H. Hiegel, „L’historiographie“, 152.
220 ADM, 1W203, B XVI: Ewig an GKVW v. 22.4.1943; 1W204, Dienstreisen: Ewig an
Generaldirektor der Staatsarchive v. 17.5.1943.
221 ADM, 1W203, B XVI: Zipfel an Stellv. Leiter des StA Metz v. 25.5.1943. Büttners handschriftliches
Inventar wurde von der Gruppe Arehivschutz auf Film (Nr. W 273) fotokopiert;
Schnath an Archivverwaltung in Lothringen v. 26.2.1943; cf. ADM, 1W203, Mappe „Fotokopien
aus Nancy“.
“2 AN, AJ40 5 7l/7k: Schnath an Büttner via Feldkommandantur 591 v. 12.11.1941, betr.:
„Deutsche Archivforderungen in Bar-le-Duc“.
223 AN, AJ40 571/7J: Schnath an Gendir. der frz. Archive v. 7.2.1942, Aktenvermerk Büttners v.
11.2.1942; cf. BABL, RI46/47: Zi[pfel], Punkte für Schnath (17.12.1941), 3; ADMM, 3T101:
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