Staatsarchive“ zu wahren.141 Büttner trat aber nie den Dienst am Staatsarchiv an, das
Ewig allein mit äußerst geringem Personal betreute.191 192
Heinrich Büttner
Heinrich Büttner wurde am 18. November 1908 in Mainz geboren.192 In Bonn und
Gießen studierte er 1927-31 Geschichte, Altertumswissenschaften und klassische
Philologie und promovierte 1931 in Gießen.194 Theodor Mayer gewann Büttner fürs
Mittelalter. Mit ihm verband Büttner eine lebenslange Freundschaft.195 Ab November
1931 ließ sich Büttner im Institut für Archivwissenschaften in Berlin-Dahlem
zum Archivar ausbilden. Hier arbeitete er von 1933-35 am dritten Band der
Germania Pontificia mit, bis er nach Freiburg wechselte, wo er geschäftsführender
Assistent an Mayers Oberrheinischem Institut für geschichtliche Landeskunde
wurde. In Freiburg behandelte er hauptsächlich „Fragen des elsässischen Gebietes
sowie des anschliessenden burgundischen und oberlothringischen Raumes“.196 An
der Universität Freiburg habilitierte er im folgenden Jahr in Mittlerer und Neuerer
Geschichte197 und wurde dort Privatdozent. Mayer, der ab Mitte der 1930-er Jahre
die WFG leitete, holte Büttner zu den meisten ihrer Tagungen.
Obwohl Büttner seit Juli 1933 in der SA war, bei der er sich allerdings nicht
sonderlich engagierte, im Mai 1937 in die NSDAP eintrat und im August an
einem Dozentenlager teilnahm,198 wurde ihm wegen seiner Bindung an die katholische
Kirche, so Traute Endemann, von den NS-Machthabern eine Dozentur und
191 BABL, R146/49, f. 286: [Zipfel] Besprechung mit Büttner in Luxemburg am 14.12.1942.
192 Colnat, Guide, 45.
193 Traute Endemann, „Einführung“, Heinrich Büttner, Geschichte des Elsaß, Bd. 1: Politische
Geschichte des Landes von der Landnahmezeit bis zum Tode Ottos. III: Ausgewählte Beiträge
zur Geschichte des Elsaß im Früh- und Hochmittelalter, Hg. Traute Endemann (Sigmaringen:
Thorbecke, 1991), 10-14; „Bibliographie Heinrich Büttner“, ibid., 15-24; W. Weber, Biographisches
Lexikon, 76; DBA II, 199: 158-59; Leesch, Deutsche Archivare, 2: 92; BADH, ZA
V/55, f. 377-377a: Vorschlag zur Ernennung von Büttner zum Oberarchivrat v. Sept. 1944;
BDC, Büttner, f. 15-16: Lebenslauf.
194 Heinrich Büttner, Griechische Privatbriefe: Mitteilungen aus der Papyrussammlung der
Giessener Universitätsbibliothek 3, Schriften der hessischen Hochschulen, Universität Gießen,
1931, 3 (Gießen: Töpelmann, 1931).
145 Der Briefwechsel zwischen Mayer und Büttner findet sich im N1. Mayer im StdAKn, der
von Heinzei, „Geschichtswissenschaft“ ausgewertet wurde. Ich danke Reto Heinzei für die Einsicht
in seine Unterlagen zum N1. Mayer.
196 BDC, Büttner, f. 15: Büttner, Lebenslauf.
197 Heinrich Büttner, „Zur Geschichte des Bistums Bamberg im 11. und 12. Jahrhundert“, id.,
Marcel Beck, Die Bistümer Würzburg und Bamberg in ihrer politischen und wirtschaftlichen
Bedeutung für die Geschichte des deutschen Ostens, Studien und Vorarbeiten zur Germania
Pontificia, 3 (Berlin: Weidmann, 1937), 181-346; Endemann, „Einführung“, 14.
198 BAKo, R73/10545: Büttner, Personal-Fragebogen zu dem Gesuch um ein Forschungsstipendium
v. 16.2.1939: Dienstgrad Sturmmann, Dienstbereich 4/222; erst 1944 zum Obersturmmann
befördert. BADH, ZA V/55, f. 377av: Vorschlag zur Ernennung zum OAR v. Sept. 1944.
BDC, Büttner: Aufnahme in die NSDAP Gau Baden am 1.5.1937, Mg.-Nr. 4 715 393; f. 16:
Büttner, Lebenslauf.
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