Emrich und bekam jedes Mal eine unerfreuliche Antwort.1*" Als der CdZ dem
Staatsarchiv im Februar 1942 ankündigte, dass es für jede Fahrt in Gemeindearchive
beim CdZ im Voraus eine Genehmigung einzuholen habe, präsentierte
Ruppel die Gesamtrechnung der vergangenen eineinhalb Jahre: „Ich bemerke,
dass weder in der deutschen noch in der französischen Zeit die Archivbesichtigungsreisen
der Archivleiter an eine vorherige Einzelgenehmigung des Bezirkspräsidenten
oder des Präfekten gebunden waren. Würde diese Regelung jetzt
eingeführt, so würde sie also die Stellung des Direktors des Metzer Staatsarchivs
noch weiter herabdrücken. Diese entspricht in Ansehen, Verantwortung und Wirkungsmöglichkeit
schon heute nicht mehr der Stellung der Zeit von 1870-1918, ja
nicht einmal mehr der von 1919-1940. Der Generaldirektor der Staatsarchive
(Dr. Zipfel - Berlin) erklärte vor den versammelten Staatsarchivdirektoren ganz
Preussens und vor den Leitern de[r] Archiveinsatzgruppen in Holland, Belgien,
Frankreich, Luxemburg, Lothringen, Eisass, Serbien, Generalgouvernement und
Dänemark, auf der offiziellen Gemeinschaftstagung in Marburg i[m] Oktober
1941, dass die Stelle des Direktors des Metzer Staatsarchivs zur Zeit nicht der
Stellung der übrigen Staatsarchivdirektoren im Reich entspräche.“185 186
Ferner frustrierte Ruppel, dass die lothringische Altertumsgesellschaft aufgelöst
blieb und dass die unbestimmte staatliche Zugehörigkeit der Moselle jegliche konstruktive
Zusammenarbeit mit Lothringern vereitele.18 Ruppel gab den Kampf in
Lothringen auf, nicht zuletzt, weil die Wohnungssituation seiner Familie in Metz
unerträglich blieb. 1942 orientierte er sich nach Mainz zurück188 190 und verließ Metz
am 1. November. Zur Neubesetzung der Direktorenstelle im Staatsarchiv setzten
sich Zipfel und Emrich Ende 1942 wieder an einen Tisch. Man einigte sich auf
Zipfels Kandidaten Büttner, der schon von Ruppel namhaft gemacht worden war.18 ’
Sante wollte man eventuell später aus Brüssel dazuholen.11,0 Zipfel bereitete Büttner
auf seinen künftigen Posten vor. Um ihn gegen mögliche Vereinnahmungsversuche
durch den CdZ zu immunisieren, schilderte er Ruppels Schwierigkeiten und ermahnte
ihn, unbedingt die „Gefolgschaftstreue gegenüber dem Generaldirektor der
185 BABL, RI46/49, f. 300r: [Zipfel] Punkte für Ruppel [ca. Ende 1940]; f. 299r: [Zipfel] Punkte
für Ruppel (zur Konferenz v. 8.-10.4.1941); f. 284: [Zipfel] Punkte für Ruppel, Okt. [19]41; f.
292[a]r: [Zipfel] Punkte für die Besprechung betr. das Staatsarchiv Metz [Anf. Dez. 1941].
186 ADM, 1W204, Dienstreisen: Ruppel an CdZ-Außenreferat v. 17.2.1942; cf. Ruppel an
Zipfel v. 3.9.1941; AMSgs, Hiegel/Moselle, Vie intellectuelle: Ewig v. 14.8.1944; AMMetz,
2Z9n: Ewig an OB von Metz v. 14.8.1944.
18 ADM, 1W205, Ruppel: Ruppel, Niederschrift [einer Besprechung mit Emrich] v. 12.2.1942.
188 ADM, 1W205, Akte Ruppel: Ruppel an [Emrich] v. 6 u. 14.7.1942; ADM, 1W204, Emrich:
Ewig an Emrich v. 26.1.1942; Dienstreisen: Ruppel an CdZ-Außenreferat v. 17.2.1942; cf.
„A. Ruppel“, Metzer Zeitung am Abend (5.10.1942); Schütz, Ruppel, 91-93.
189 ADM, 1W205, Akte Ruppel: Ruppel an [Emrich] v. 6.7.1942, 6-7.
190 BABL, R146/47: [Zipfel] Besprechung mit Schnath in Metz am 15.12.1942, 2; cf. BABL,
RI46/49, f. 295r: [Zipfel] Besprechung mit Emrich, [Anf.] Dez. [1942]; HessHStA, 1150/23,
f. 97: Zipfel an Verwaltungschef des MBBN v. 24.11.1942; f. 88: Sante an Generaldirektor v.
5.12.1942; BABL, RI46/29: An StAR. Dr. Wilhelm Rohr, Reise nach Marburg etc.
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