Full text : Volk, Reich und Westgrenze

Oktober  konnte  dieser  den  Dienst  antreten.147  Da  die  Annexion  des  ehemaligen
Reichslandes  nicht  amtlich  verfügt  war,  blieb  Ruppe!,  wie  die  meisten  nach  dem
Eisass  und  Lothringen  entsandten  deutschen  Beamten,  lediglich  von  seiner
früheren  Dienststelle  abkommandiert.148  Ruppel  ging  an  die  Arbeit.  Als  erstes
versuchte  er,  sich  über  den  SD-Saarpfalz149  in  die  Rückführungen  einzuschalten.
Vergeblich.  Bis  Ende  Januar  1941  wartete  er  auf  einen  Bericht  von  Ramsauer.150
Ruppel  wollte  das  Staatsarchiv  Metz  schnell  arbeits-  und  aufnahmefähig  machen,
die  rückkehrenden  Archivalien  einstellen  und  die  Akten  der  Behörden,  Gemeinden,
der  geistlichen  und  privaten  Archive  in  Lothringen  sichern.IM  Im  April  1941
wurde  ihm  zusätzlich  die  Archivpflege  im  Saarland  übertragen.  Er  sollte  aber
keine  „allzu  straffe  Aufsicht“  über  die  Saarbrücker  Stadtarchivarin  Klara  Trenz
ausüben,  der  Zipfel  selbständiges  Vorgehen  zugestand.152 153  Nach  Ruppel  wurde
seinem  kommissarischen  Nachfolger  Eugen  Ewig  die  Aufsicht  übertragen.154
Aloys  Ruppel
Aloys  Leonhard  Ruppel  wurde  am  21.  Juni  1882  in  Neuhof-Opperz  bei  Fulda
geboren.154  In  Marburg,  Berlin,  Münster  und  Straßburg  studierte  er  erst  Jura  und
Nationalökonomie,  dann  Geschichte,  Germanistik,  Latein  und  Geographie  und

14  ADM,  1W204,  Mappe  „Herrn  Regierungsrat  Dr.  Emrich“:  Ruppel  an  Emrich  v.  17.10.1940;
cf.  ADM,  1W191:  Zipfel  an  Ruppel  (beim  CdZ)  v.  10.10.1940;  LASp,  T  61/2,  f.  5:  Zipfel  an
Ruppel  v.  28.10.1940.
I4K  ADM,  1W205,  Akte  Schrod:  Ruppel  an  Schrod  v.  10.10.1041.
149  Dieter  Wolfanger,  „Anton  Dunckern:  Der  erste  Gestapochef  des  Saarlandes  und  spätere
Befehlshaber  der  Sicherheitspolizei  und  des  SD  in  Lothringen-Saarpfalz“,  Jahrbuch  für  westdeutsche
  Landesgeschichte,  18  (1992),  303-24;  Schepua,  „,Sozialismus  der  Tat*“,  595-96.
150  ADM,  1W191:  Ruppel  an  Zipfel  v.  22.1.1941.
151  LASp,  T  61/2,  f.  15r:  Zipfel  an  Ruppel  v.  14.11.1940;  „Dr.  A.  Ruppel:  Zum  60.  Geburtstag
des  Direktors  der  Metzer  Stadtarchive“,  NSZ  Westmark  (17.6.1942);  W.  Holzbach,  „Neuaufbau
des  Bezirksarchivs:  Eine  Unterredung  mit  seinem  Leiter,  Dr.  A.  Ruppel“,  NSZ  Westmark:  Ausgabe
  Metz  (14.1.1941).
152  HessHStA,  1150/52:  Zipfel  an  RKSp  v.  8.3.1941;  BABL,  RI46/49,  f.  299r:  [Zipfel]  Punkte
für  Ruppel  (zur  Konferenz  v.  8.-10.4.1941);  ADM,  1W202,  Mappe  „[Archivschutz  im]  Saarland“:
  Zipfel  an  Ruppel  v.  8.3.1941;  cf.  Emrich,  Rundschreiben  an  die  Landräte  im  Saarland  v.
6.11.1941;  H.-C.  Herrmann,  „Grundzüge“,  220;  Läufer,  Landesarchiv  Saarbrücken,  10.
153  ADM,  1W202,  [Archivschutz  im]  Saarland:  Ewig,  Rundschreiben  an  die  Gemeinden  im
Saarland  v.  10.8.1943;  ADM,  1W204,  Mappe  „Dienstreisen“:  Ewig  an  GKVW  v.  18.  u.  v.  29.
11.1943,  GKVW  an  Ewig  v.  24.11.1943;  ADM,  1W250:  R.  N.,  „Das  Metzer  Staatsarchiv:  Das
Archivwesen  in  Lothringen,  seine  Entwicklung  und  sein  derzeitiger  Stand“,  NSZ  Westmark
(14.9.1941);  B.  O.,  „Vierzehn  Kilometer  Aktenbündel:  Tausende  wertvoller  Urkunden  /  Ein
Besuch  im  Staatsarchiv  für  Lothringen*“,  Metzer  Zeitung  (12.9.1941);  id,,  „Aus  Aktenstücken
wird  Geschichte:  Ein  Besuch  beim  Staatsarchiv  von  Metz“,  Metzer  Zeitung  (17.1.1943);  cf.
BABL,  RI46/49,  f.  131r:  [Zipfel]  Besprechungen  mit  Ewig  am  31.8.  und  1.9.1943.
14  Zum  Folgenden:  ADM,  1W205,  Akte  Ruppel;  Schütz,  Ruppel;  Leesch,  Deutsche  Archivare,
2:  510;  Habermann,  Klemmt,  Siefkes,  Lexikon,  286-87;  DBA  II,  1111:  84-92;  Kürschners  Deutscher
  Gelehrten-Kalender  1935,  1152;  Kürschners  Deutscher  Gelehrten-Kalender  1940/41,  2:
527-28.

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