Werbaß."66 Christmann, der seit Jahren für den regelmäßigen Austausch zwischen
den die gleiche Mundart sprechenden Nachkommen der in der Vergangenheit
daheim gebliebenen und der ausgewanderten Pfälzer geworben hatte,567 war
Mitorganisator der dritten Batschkafahrt 1936.568 570 Er führte im Sommer 1937 seine
Hörer von der HfL Saarbrücken auf eine Exkursion ins rumänische Banat."66 Die
Besuche aus Deutschland zeigten die gewünschte politische Wirkung. Immer
größer wurde die Vertrautheit der Balkandeutschen mit dem Reich und aus
bewundernden Deutschstämmigen wurden Propagandisten des nationalsozialistischen
Deutschland."11
Auf Vermittlung des DAI gewährte die Deutsche Reichsbahn ab dem Frühjahr
1931 ausländischen Volksdeutschen eine Fahrpreisermäßigung.571 Das Angebot
wurde genutzt. Mitte der 1930-er Jahre weilten immer häufiger Gruppen aus
Südost- oder Osteuropa im Gau und besuchten die Orte, die eineinhalb Jahrhunderte
zuvor von ihren Ahnen verlassen worden waren.572 * Perfide benutzte der
Nationalsozialismus den emotional bewegenden Moment persönlicher Familiengeschichte
für die politische Indoktrinierung im Dienst der außenpolitischen
Interessen des Deutschen Reiches: Neben der Rückkehr zu den Familienwurzeln
standen Besichtigungen sozialer und kultureller Einrichtungen der Saarpfalz auf
dem Programm, bei denen sich die Deutschstämmigen „vom neuen Geist und
vom neuen Schaffen ihrer Stammheimat überzeugen“ sollten.57'
Trotz der gegenseitigen Besuche kümmerte sich die Gauöffentlichkeit wenig um
ihre Auslandspfälzer. Braun musste Stimmung machen. Er hielt im Saarpfälzischen
66 Braun, „Batschkafahrt 1937“, 354. Die Batschkafahrt 1937 fand v. 3.-20.8. statt; KrASls, IF14:
Braun, Rundschreiben v. 25.6.1937; cf. Broschüre „Batschkafahrt 1937“ des VDA-Saarpfalz;
StdAKl, AlII, 303/8d: VDA-Saarpfalz an OB Kaiserslautem, Eingangsstempel 28.6.1937:
Einladung zur Batschkafahrt 1937; HMP, G/Vbv„ VDA: Braun an Emrich v. 3.8.1937.
"6' Christmann, „Von der Zahl“, 73; cf. Ernst Christmann, „Ein Banater sucht die Heimat seiner
Pfälzer Ahnen“, Unsere Heimat: Blätter für saarländisch-pfälzisches Volkstum, 1 (1935/36),
160; id., „Von den Ursachen der Auswanderung aus der Saarpfalz und ihrer Nachbarschaft im
18. Jahrhundert“, Unsere Heimat: Blätter für saarpfälzisches Volkstum (1937/38), 261-65.
"68Cf. StdAKl, All, 312: VDA-Saarpfalz: Batschkafahrt 1936 v. 28.7.-20.8.; cf. Wilhelm Wüst,
Wir fahren in die Batschka, Erlebte deutsche Welt: Deutsche Westmark: Arbeitsstoffe und
Erzählungen für die deutsche Schule: Heimatkundliche Sonderreihe für den Gau Saarpfalz, 39
(Saarbrücken: Buchgewerbehaus [et al., 1938]); W. Alter, „Christmann“, 9.
569 W. Alter, „Christmann“, 10.
570 AAE, Allemagne 757, f. 104-07: Adrien Thierry (frz. Gesandter in Rumänien) an MAE v.
11.5.1939.
571 Ritter, Das Deutsche Ausland-Institut, 50: von 25%, ab Sommer 1934 von 50%; cf.
C. Wilhelm, Bewegung oder Verein? 151-52.
572 StdAKl, ABI, 303/8e: Zeitungsausschnitte zur Pfalzfahrt der Batschka-Pfälzer Mitte August
1933; Braun, „Treu“, 35, cf. 33; Fritz Braun, „Hirschenhof, eine pfälzische Siedlung in
Lettland“, Saarpfälzische Abhandlungen zur Landes- und Volksforschung, 2 (1938), 58-64, hier
60; ADM, 1W250: Bertram, „Das pfälzische Wörterbuch“, Metzer Zeitung (6.11.1941 ).
"7" Braun, „Batschkafahrt 1937“, 356; cf. StdAKl, AIII, 303/8d: „Empfang der Batschka-Pfälzer“,
Pfälzische Presse, 121 (28.8.1937).
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