die Rubrik „Landsleute drinnen und draußen“. Einige Hefte standen ausschließlich
unter dem Zeichen des Auslandsdeutschtums.561
Von 1934 bis 1937 führte Braun allsommerlich oft mehrwöchige Gruppenfahrten
zu den Nachfahren südwestdeutscher Auswanderer in Jugoslawien, den so
genannten Batschka-Ptalzem, durch. Vor dem Zweiten Weltkrieg war die
Batschka mit rund 170 000 Angehörigen der deutschen Volksgruppe eines der
größten deutschstämmigen Siedlungsgebiete auf dem Balkan. In Neusatz
(Novi Sad) gewährte der jugoslawische Staat den Deutschstämmigen kultur- und
schulpolitische Freiheiten.562 * Anlass für Brauns Batschkafahrten waren die
150-jährigen Auswanderungs- und Gründungsjubiläen der Ansiedlerdörfer. Diese
„Tage völkischen Erlebens“561 dienten der Kontaktpflege zwischen Pfälzern,
pfälzischen Gemeinden und Behörden und den deutschstämmigen Bürgern
Jugoslawiens und damit der Stärkung des völkischen Bewusstseins beider Seiten.
Man überreichte Geschenke aus der „pfälzischen Heimat“, legte Hakenkreuz
geschmückte Kränze nieder, tauschte Gedenktafeln aus, ließ pfälzische Musikanten
aufspielen und beging mit den Batschkapfälzern die Ansiedlungsfeste.564 Zur
zweiten Batschkafahrt im August 1935 brachte die Pfalz durstigen Parteibesuch
mit; offensichtlich genoss Gauleiter Bürckel das Fest von Neu-Werbaß (Novi
Vrbas): „Wir Pfälzer, die wir jetzt gehen, haben nur das eine Bedürfnis, jedes Jahr
zu Ihnen zu kommen und Sie zu uns zu rufen.“565 Höhepunkt der vierten und
letzten Batschkafahrt im August 1937 war die Einweihung eines von der
„Stammheimat“ allen Batschkadeutschen geschenkten Siedlerdenkmals in Neu-561
Friedrich Lotz, „Johann Eimanns Leben und Schaffen: Zum Gedächtnis des Begründers
unserer Ansiedlungsgeschichte“, Unsere Heimat: Blätter für saarländisch-pfälzisches Volkstum
(1936/37), 36-47. Prof. Dr. Friedrich Lotz, Deutschtumsforscher aus Neusatz (Novisad), hielt
ebenfalls Vorträge vor dem Spl; BayHStA, MK 15552: Fr. Christmann, Emrich, Vollsitzung
der PGFW am 30.6.1938 [3]. Cf. „Inhalt“, Unsere Heimat: Blätter für saarländisch-pfälzisches
Volkstum (1936/37), 64. Friedrich Fleß, „Spitz- und Spottnamen in Bulkes“, Unsere Heimat
(1936/37),82-84, hier 84; Wolfgang Treutlein, „Pfälzische Ansiedler in Südrußland“, Unsere
Heimat (1936/37), 84-85, 371-73; „Inhalt“, Unsere Heimat: Blätter für saarpfälzisches Volkstum
(1937/38), 64; Josef Lanz, „Vom Brauchtum der Vorkarpathenpfälzer“, Unsere Heimat:
Blätter für saarländisch-pfälzisches Volkstum (1936/37), 369-71, hier 369.
62 Hans-Ulrich Wehler, Nationalitätenpolitik in Jugoslawien: Die deutsche Minderheit 1918-1978,
Sammlung Vandenhoeck (Göttingen: V&R, 1980), 14-15 verwendete die Nationalitätenstatistik
der letzten jugoslawischen Volkszählung vor dem Zweiten Weltkrieg, wies aber auf
die Schwierigkeit hin, damit Aussagen über eine „Volkstumzugehörigkeit“ zu treffen; cf. 28;
cf. Fahlbusch, Wissenschaft, 293.
>6' Fritz Braun, „Batschkafahrt 1937“, Unsere Heimat: Blätter für saarländisch-pfälzisches
Volkstum (1936/37), 353-59, hier 353.
?64 Richard Ledermann, Die Batschkareise: Poetisches Tagebuch, Sonderdr. (Novi Vrbas:
Wrbaser Zeitung, 1936), 8; cf. Fritz Braun, „Treu der Heimat - treu dem Volk“, Unsere
Heimat: Blätter für saarländisch-pfälzisches Volkstum (1936/37), 33-35, hier 34; Braun,
„Batschkafahrt 1937“, 355; StdAKl, AIII, 303/8d: Prof. Grewenig (Ludwigshafen, Arbeitsausschuss
zur Vorbereitung der Batschkafahrt) an OB Dr. Weisbrod v. 1.8.1934; KrASls, IF14:
Braun, Rundschreiben d. VDA-Saarpfalz an d. Betriebsfuhrer v. 25.6.1937.
565 Zit. nach Braun, „Batschkafahrt 1937“, 355, cf. 353; LASb, SM 45: Braun an Keuth v.
24.5.1935.
272