Full text : Volk, Reich und Westgrenze

Fritz  Braun
Fritz  Braun  wurde  am  11.  März  1905  in  Metz  geboren'1  und  siedelte  1909  mit
seinen  Eltern  ins  Saargebiet  um.  Mit  der  französischen  Administration  machte  er
früh  negative  Erfahrungen;  als  Oberprimaner  wurde  er  in  der  Pfalz  von  der
französischen  Polizei  verhaftet  und  nach  eigenen  Angaben  mit  einem  Tritt  ins
Gesäß  entlassen.* 518 519  Nach  dem  Abitur  1924  studierte  er  Naturwissenschaften  an
den  Universitäten  Heidelberg,  München  und  Bonn  und  promovierte  1933  zum
Dr.  phil.  rer.  nat.  1934/35  war  er  Assistent  am  IGL.
Braun  machte  volkstumspolitische  Karriere.  1933-36  war  er  Saarreferent  bei  der
Reichsleitung  der  Studentenschaft  und  wurde  wohl  schon  in  jener  Zeit  Mitglied
des  NSD-Studentenbunds.  Von  Oktober  1933  bis  Ostern  1935  war  er  Amtswalter
für  Grenz-  und  Ausland  der  Dozentenschaft  an  der  Universität  Bonn.  Seit  1934
Leiter  des  Gaues  Saar  im  VDA  wurde  Braun  bei  der  Angliederung  des  saarländichen
  an  den  pfälzischen  VDA  Ende  März  1935  von  Kölsch  als  Landesorganisationsleiter
  übernommen.5111  Dieses  Amt  bekleidete  er  bis  zur  Gründung  der
Mittelstelle  Saarpfalz  Ende  Juli  1936.520  Er  war  ebenfalls  Fachberater  für  Grenzund
  Ausland  in  der  Gaukulturhauptstelle  der  NSDAP.  Nachdem  er  in  der  Partei
schon  Ämter  bekleidete,  trat  er  im  März  1936  der  NSDAP  bei.  Im  März  1939
wurde  er  Außenamtsleiter  des  NSDStB  in  der  Saarpfalz.  Braun  war  Mitglied  der
DAF  und  der  NSV.  Er  trug  die  Silberne  Ehrennadel  Nr.  338  des  NSDStB  und  die
große  Silberne  Ehrennadel  des  VDA  „Für  Arbeit  am  Deutschtum“.521
Von  1936  bis  1945  war  Braun  Geschäftsführer  der  Mittelstelle  Saarpfalz.522  1940
belohnte  die  NSDAP-Saarpfalz  seine  vielen  Jahre  Volkstumsarbeit  mit  einer  öffentlichen
  Anstellung.  Am  23.  März  1940  ernannte  Bürckel  Braun  unter  Berufung  in
das  Beamtenverhältnis  zum  Sachverständigen  für  saarpfälzische  Auswanderungs¬51

  Zur  Biographie  von  Fritz  (eigentlich  Philipp  Peter  Friedrich)  Braun:  Karl  Scherer,  „Dr.  Fritz
Braun  zum  Gedächtnis“,  Pfälzer  Palatines:  Beiträge  zur  pfälzischen  Ein-  und  Auswanderung
sowie  zur  Volkskunde  und  Mundartforschung  der  Pfalz  und  der  Zielländer  pfälzischer  Auswanderer
  im  18.  und  19.  Jahrhundert,  hg.  i.  A.  d.  Bezirksverbandes  Pfalz  v.  id.,  Beiträge  zur  Bevölkerungsgeschichte
  der  Pfalz,  2  (Kaiserslautern:  Heimatstelle  Pfalz,  1981),  7-9;  Das  große  Pfalzbuch,
  553;  Carl,  Lexikon,  75-76.  Über  Brauns  Wirken  vor  1945  sagen  diese  Titel  nicht  viel  aus.
518  ASDN,  C  385/Dl  A:  Schmelzer  (Deutsch-Saarländische  Volkspartei)  an  Morize  (Reko)  v.
11.8.1924,  Erklärung  Brauns  vor  der  Polizeidirektion  Heidelberg  v.  13.9.1924;  ich  danke  Frank
Becker  für  die  freundliche  Übermittlung  dieser  Dokumente.
519  HMP,  G/Vbv.,  VDA:  Kölsch,  Rundschreiben  an  VDA-Bezirksfiihrer  v.  17.4.1935.
520  Ferner  leitete  Braun  die  VDA-Fachschaft  10  zu  Grenze  und  Ausland;  BayHStA,  MK  15552:
Einladung  zur  Hauptversammlung  des  Vbv.  Pfalz-Saar  u.  der  NSKg  am  7./8.9.1935.
21  Auskunft  über  Brauns  Lebensweg  vor  1945  geben  vor  allem  die  Archivunterlagen  aus:
BDC,  Braun:  NSDAP-Mg.-Nr.  6  922  619;  BADH,  ZA  VI  404,  A.  8:  Personalfragebogen  Braun
v.  11.11.1940,  Leiter  der  Personalabt.  an  RMVP  v.  3.1.1941;  Leiter  der  Personalabt.  an  RMVP
v.  3.1.1941;  BayHStA,  MK  15553:  BayKM  an  Regpräs.  d.  Pfalz  v.  23.3.1940[a],
522  BADH,  ZA  VI  404,  A.  8:  Personalfragebogen  Braun  v.  11.11.1940;  cf.  BayHStA,  MK
1  5553:  BayKM  an  Regpräs.  d.  Pfalz  v.  23.3.1940[a].

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