Onckens Doktorandenkolloquium, in dem er Hellwig kennen lernte.461 Die mündliche
Prüfung in Neuerer und Mittlerer Geschichte, geschichtliche Hilfswissenschaften,
Volkswirtschaftslehre und Philosophie legte er im Juli 1933 ab und
promovierte 1937. In seiner biographischen Doktorarbeit über „Karl Marx und die
großen europäischen Mächte“ gelangte er trotz im Einzelnen oft treffender Beobachtungen
zu dem zeitüblichen Resümee, dass Marx’ politisches Denken auf
seine rassischen Anlagen zurückzuführen sei. 1938/39 war er Leiter der geschichtlichen
Abteilung im Saarpfälzischen Institut und ab 1939 mit der Hauptgeschäftsführung
des Instituts und der PGFW beauftragt. Zint wurde im September 1939
zum Heeresdienst einberufen. 1939/40 war er als Leutnant im Warthegau, 1942 als
Oberleutnant an der Ostfront eingesetzt. Er geriet in sowjetische Gefangenschaft,
aus der er nicht zurückkehrte. Zint verstarb am 19. Oktober 1945 im Raum
Kirowabad im Kaukasus.462
Arbeitskreis Saarpfalz
Der Arbeitskreis Saarpfalz stellte Erhebungen über die Bodenverbundenheit in
der Güterproduktion an. Gemeinsam mit der LPG Saarpfalz untersuchte Dittler
die Heimarbeiterfrage, insbesondere im Bezirk Pirmasens.46' Einige Monate wurden
Dittler und Zint dabei von dem Studenten Martin Grimm unterstützt.464 * In seinem
Artikel „Die volkspolitische Bedeutung der ländlichen Heimarbeit in der Südpfalz“
veranschaulichte Dittler den Nutzen der häuslichen Produktion für den nationalsozialistischen
Staat. Er wies den Vorwurf geringer Produktivität der Heimarbeit
zurück, den nur der Liberalismus und dessen wertfreie Richtung der Nationalökonomie
hervorgebracht habe. Die liberale Ordnung sei vom privatkapitalistischen
Rentabilitätsdenken bestimmt gewesen, von einem rein geldwirtschaftlichen
Produktivitätsbegriff, „wie er etwa von dem Juden Liefmann vertreten wurde“.466
461 Gespräch mit Hellwig v. 9.1.1999.
462 LASp, H 3/8009, f. 87: Fr. Christmann [et al.], Bericht über die Sitzung des Spl-Verwaltungsausschusses
v. 24.2.1939, 1; lpGV, Verwaltung 1939-44: Bescheinigung v. 16.1.1941;
HMP, G/Besprechungsbelege, Christmann allg.: Christmann an Hoppstädter v. 19.12.1941; HMP,
G/Besprechungsbelege, Mitarbeiter: Ramsauer an Arbeitsamt Kaiserslautern v. 18.10. 1939,
Kirschner an Dittler im Felde v. 2.2.1942; Bundesarchiv Abteilung Aachen (Herr Dillgard) an d.
Verf. v. 13.12.1999; Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen
von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt) (Frau Kremser) an den Verf. v.
11.4.2000.
462 BayHStA, MK 15552: Emrich an BayKM v. 15.2.1938, cf. [Roth-Lutra u.] Emrich, Vollsitzung
der PGFW am 22.6.1937, 19; HMP, G/Institutssitzungen: Emrich, Spl: Aufgabe und
Arbeit [ 5].
464 Martin Grimm: * 1911 Worpswede, bis April 1937 im Spl; Grimm an d. Verf. v. 12.3. u.
28.6.1999.
466 Dittler meinte aller Wahrscheinlichkeit nach den Nationalökonomen Robert Liefmann, der
1933 von der Universität Freiburg vertrieben und im November 1940 mit seinen Geschwistern
nach Frankreich deportiert wurde, wo er wenige Monate darauf ums Leben kam; cf.
„Liefmann-Haus“ Gästehaus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, http://www.io.unifreiburg.de/
downloads/ broschueren/Liefmann-Haus/Liefmann-Haus.pdf (9.1.2005).
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