Erwin Dittler
Erwin Dittler wurde am 30. August 1911 in Karlsruhe geboren. Im Sommersemester
1934 legte er an der Universität Heidelberg die Diplom-Prüfung in der
Volkswirtschaftslehre ab und wechselte an die Universität Göttingen. Von 1934
bis Sommer 1935 leitete Dittler von der DFG geförderte Erhebungen des Hochschulkreises
Niedersachsen über lokale Bevölkerungs- und Wirtschaftsstrukturen,
die die nationalsozialistischen Autarkiebestrebungen unterstützten. Als Ausschnitt
aus seiner Untersuchung über eine Rohstoffvorkommen berücksichtigende Industrieansiedlung
entstand 1935 seine Heidelberger Dissertation „Der Aufbau nationaler
Rohstoffindustrien im Regierungsbezirk Lüneburg“. In ihr zeigte Dittler die
volkswirtschaftlichen Möglichkeiten der Errichtung einer Erdöl-Raffinationsindustrie,
von Holzverzuckerungs-, Torfverkokungsanlagen und Torfkraftwerken auf
und kam zu dem Ergebnis, dass die siedlungstechnische Erschließung Lüneburgs
im Rahmen der nationalen Rohstoff- und Nahrungswirtschaft notwendig sei. Den
Kiefernreichtum Lüneburgs gedachte er durch die Errichtung von Zellstoff- und
angeschlossenen Zellwollefabriken auszunutzen. Neuerrichtungen von Röstereien
in den Flachsbaugegenden sollten den Flachsanbau steigern.4'*
1936 kam Dittler zum Arbeitskreis Saarbrücken, bei dem er ein Stipendium der
Akademie für Landesforschung und Reichsplanung erhielt. Er zählte in der saarpfälzischen
Landesplanung zu den wenigen geschulten Volkswirtschaftlern. Mitte
1937 zog er mit dem Arbeitskreis ins Saarpfälzische Institut um, das ihn im Dezember
als Stipendiat übernahm. 1938/39 war er im Institut Abteilungsleiter für
Sozial- und Wirtschaftswissenschaft. Ende August 1939 wurde Dittler zur Wehrmacht
eingezogen und kehrte erst 1949 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft
zurück. In den 1950-er Jahren wurde er Bundesgeschäftsführer des Deutschen
Saarbundes e. V. - Volksbund für die Wiedervereinigung Deutschlands und
engagierte sich im Saarkampf von 1955. Erwin Dittler starb am 1. Januar 1996.458 459
Frank Zint
Frank Zint wurde am 4. November 1907 in Frankfurt geboren.460 Vom Sommersemester
1926 an besuchte er die Universitäten Frankfurt, München und Berlin
und hörte Mittlere und Neuere Geschichte, Philosophie, Deutsch, Kunstgeschichte,
Rassenkunde, Staats- und Volkswirtschaftslehre. 1933 besuchte er in Berlin
458 Erwin Dittler, „Der Aufbau nationaler Rohstoffindustrien im Regierungsbezirk Lüneburg“,
Heidelberg, Univ., Diss., 1935, 35-39, cf. 44: Lebenslauf.
459 BayHStA, MK 15552: Emrich an Bay KM v. 15.2.1938, BayKM an PGFW v. 26.2.1938;
Emilie Dittler an d. Verf. v. 20.1.1999 u. Todesanzeige vom Januar 1996. HMP. G/Besprechungsbelege,
Mitarbeiter: Ramsauer an Arbeitsamt Kaiserslautern v. 18.10.1939; StdASb,
Hauptakte Keuth: Dittler an Ecken (OB Saarbrücken) v. 11.11.1956.
460 Frank Zint, „Karl Marx und die großen europäischen Mächte: Beitrag zu einer politischen
Biographie“, Berlin, Univ., Diss., 1937, 156: Lebenslauf; Martin Grimm an d. Verf. v. 12.3. u.
v. 28.6.1999.
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