gaben Emrich und Christmann heraus, zu denen für den fünften Band Christian
Halber stieß.31*4
Das Saarpfälzische Institut veranstaltete öffentliche Arbeitstagungen und Vorträge,
vor allem im Rahmen der jährlichen Gaukulturwochen, in denen wissenschaftliche
Erkenntnisse in propagandistischer Weise vermittelt wurden. 1937 war der
völkische Dozent Hans Joachim Beyer eingeladen, den „Weg zu einer gesamtdeutschen
Volksgeschichte“ zu weisen, konnte aber nicht erscheinen.*95 Im Oktober
1938 stand die erste Gaukulturwoche nach dem Anschluss Österreichs unter
dem Motto „Westmark - Ostmark“, was dem doppelten Aufgabenfeld Gauleiter
Bürckels entsprach. Auf der Volksdeutschen Kundgebung sprach Professor Harold
Steinacker, Rektor der Universität Innsbruck und Mitglied der Alpenländischen
und der Südostdeutschen Forschungsgemeinschaft, über „Reichsgedanke und
deutsche Siedlung“.* 396 Am Tag der Wissenschaft stellten Dr. W. Deutsch aus
Wien und Raumer „Ostmark“ und „Westmark“ gegenüber:
„Der eine saarpfälzische Redner hatte es schwerer: Österreich umschließt ein
volles Maß deutscher Leistung, die Saarpfalz, die erst in jüngster Zeit aus zwei
verschiedenen Teilen aneinandergefugt wurde, tritt dahinter zurück. Aus dem
Kampf um die Rückgliederung ist hier die Neigung erwachsen, in dem saarpfälzischen
Gau, also zwischen mittlerer Saar und oberem Rhein, die ,Westmark’
chlechthin, mindestens ihren Kern zu preisen.“397
Die Vorträge des Kriegshistorikers und SS-Obergruppenführers Paul Schmitthenner
fanden großen Widerhall in der Saarpfalz, wie zum Beispiel 1939, als er
die Hochschule wehrtüchtig machen wollte.398
'94 ADM, 1W240: Dr. Friedrich Schoenstedt (Heidelberg) an Ramsauer v. 19.9.1940; Schreiber,
,„Pfälzer Lebensbilder“1, 83 Anm. 12.
395 HMP, G/Postius 1937: Beyer (Arbeitsstelle für auslandsdeutsche Volksforschung der DA) an
Spl v. 4.9.1937, cf. Beyer an Spl v. 23.9.1937; HMP, G/Institutssitzungen: W. F., „Völkische
Selbstbesinnung; Arbeitstagung des Saarpfälzischen Instituts für Landes- und Volksforschung“,
NSZ-Rheinfront (15.11.1937); Karl Heinz Roth, „Heydrichs Professor: Historiographie des
,Volkstums1 und der Massenvemichtungen: Der Fall Hans Joachim Beyer“, Geschichtsschreibung
als Legitimationswissenschaft 1918-1945, Hg. Peter Schöttler (Frankfurt, M.: Suhrkamp, 1997),
262-342, hier 271-316.
HMP, G/Postius 1938: Emrich, Einladung zum 7.10.1938; cf. Oberkrome, Volksgeschichte, 39.
397 GStAPK, Rep. 178/VI1, 3A1, III, f. 111: Sante an Gendir. der StA v. 15.10.1938.
198 HMP, G/Institutssitzungen: „Werbung für den Wehrgedanken: Hochschule und Wehrhaftigkeit:
Staatsminister Prof. Dr. Schmitthenner über wehrpolitische Erziehung“, NSZ (8.6.1939);
cf. H. Sch., „Wir müssen die stärkste Wehrmacht der Welt besitzen: Prof. Dr. Schmitthenner
sprach über ,Hochschule und Wehrmacht1“, Pfälzische Presse (8.6.1939); Emrich, Einladung
zum 7.6.1939 v. 31.5.1939; cf. ,„Die Hochschule ist aus dem Herzen des deutschen Volkes
geboren1: Wissenschaft = Dienerin der Politik“, Saarbrücker Zeitung (12.5.1939); Ulrike
Lennartz, „Ein badischer ,Preuße1: Paul Schmitthenner, Badischer Staatsminister11, Die Führer
der Provinz: NS-Biographien aus Baden und Württemberg, Hg. Michael Kißener, Joachim
Scholtyseck, Karlsruher Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus, 2 (Konstanz: UVK,
1997), 623-53, hier 636-41.
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