näher. Eineinhalb Jahre nach der Rückgliederung des Saargebiets ließ Emrich die
„Persönlichkeiten, die sich um die wissenschaftliche Erforschung des Saarlandes
und um die Klärung der Beziehungen zwischen Pfalz und Saar besonders verdient
gemacht haben“,379 mit der Aufnahme durch die PGFW belohnen: Kloevekorn und
Overbeck als ehemalige SFG-Mitglieder, Hellwig als HfL-Dozent und wegen
seiner Kooperation 1935 bei der Gründung der Arbeitsgemeinschaft für saarländisch-pfälzische
Landeskunde, den Leiter der Saarbrücker Bibliotheken Koch,380
den Leiter der Ortsgruppe Saar der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde
Fürst, den saarländischen Konservator Keller und Braun als den Leiter der
neuen saarpfälzischen Auswandererforschungsstelle; dazu einige pfälzische
Wissenschaftler wie Hausen, Löhr, Postius und Pfarrer Georg Biundo aus Annweiler,381
Historiker und Verfasser zahlreicher kirchen- und ortsgeschichtlicher
Arbeiten.382 Um die Neumitglieder fassen zu können, wurden die Sitze der PGFW
von 35 auf 55 erhöht.383
Zeitschrift
Die institutionalisierte Gauwissenschaft brauchte nun auch ihre institutionalisierte
Gauwissenschaftszeitschrift. Die ehemalige gemeinsame Zeitschrift der pfälzischen
wissenschaftlichen Vereine, Pfälzisches Museum - Pfälzische Heimatkunde, war
1933 von der nationalsozialistischen Kulturzeitschrift Die Westmark verdrängt
worden, die bei „der kulturellen Rückgliederung des Saarlandes und der Schaffung
eines gemeinsamen Kulturbewusstseins des Westmarkgaues Saarpfalz“ mitgewirkt
hatte.384 386 Deren Wissenschaftsbeilage Völkische Wissenschaft war das Publikationsorgan
der gleichgeschalteten PGFW geworden. Aber eine Wissenschaftszeitschrift,
die in derselben Auflagenhöhe erschien wie die einzige regionale Kulturzeitschrift,
war zu kostspielig.38' Von den pfälzischen Vereinen war die Völkische Wissenschaft
ohnedies nicht als wissenschaftliches Organ anerkannt. '86
'79 BayHStA, MK 15552: Roth[-Lutra], Geschäftssitzung der PGFW am 15.10.1936 [5];
l8u Walther Koch: * 1889 Straßburg, Studium in Gießen, Marburg und Berlin (Geschichte,
Kunstgeschichte, Geographie, Volkswirtschaft); 1914 Promotion in Berlin; 1914-18 Kriegsdienst;
1918 Assistent in der Archivverwaltung des Generalgouvernements in Warschau; 1921-26
Leiter der Volkshochschule Kassel; 1925-54 Bibliotheksdienst; 1925 StBH Leipzig; 1941
Straßburger Volksbüchereien; 1945-46 Zivilinternierung und Gefangenschaft; nach dem Krieg
Direktor der Pädagogischen Zentralbibliothek des Landes Nordrhein-Westfalen in Dortmund;
t 1968 Zweibrücken; Habermann, Klemmt, Siefkes, Lexikon, 165.
181 DBA II, 130: 246-51: Georg Biundo (1892-1988), Theologe und Kirchenhistoriker.
382 BayHStA, MK 15552: BayKM an PGFW v. 30.9.1937; HMP, G/Institutssitzungen: „Neue
Mitlieder der Pfalz. Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften,“ Pfälzische Presse
(16.10.1937).
'83 BayHStA, MK 15552: Roth[-Lutra], Geschäftssitzung der PGFW am 15.10.1936 [5];
384 BADH, ZA VI/3902, A. 32: Kölsch, Lebenslauf v. 25.3.1938.
88 BayHStA, MK 15551: Emrich an BayKM v. 15.1.1934; cf. MK 15552: Arbeitssitzung der
PGFW am 24.3.1934; BayHStA, MK 15552: Roth[-Lutra], Geschäftssitzung der PGFW v.
15.10.1936 [ 10]; Emrich an BayKM v. 15.2.1938; BayKM an PGFW v. 26.2.1938.
386 Jung, „Gründung“, 74; LASp, C 1381: Jolas, „Berufliche Erlebnisse“, 3: 183.
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