Full text: Volk, Reich und Westgrenze

Institut die Stelle eines wissenschaftlichen Assistenten,357 die zum 1. Juli 1936 mit 
dem Zweibrücker Geographen Johannes Postius besetzt wurde. Die Stelle war 
zunächst auf ein Jahr befristet, wurde aber vom Kreistag mehrere Male verlän¬ 
gert.'58 Postius hatte mit seiner von der PGFW bezuschussten Arbeit über die Kul¬ 
turgeographie der südwestpfälzischen Hochfläche auf sich aufmerksam gemacht 
und wurde von Panzer aus Heidelberg und von Metz aus Freiburg empfohlen,359 
die möglicherweise hofften, dass die WFG mit Postius einen Fuß in die Tür des 
Saarpfälzischen Instituts stellen könnte. 
Da Emrich nur einmal in der Woche zu den Arbeitssitzungen kam,360 ließ er seine 
Aufgaben im Saarpfälzischen Institut von Postius erledigen. Postius führte die 
wissenschaftlichen Geschäfte, leitete die landeskundliche Abteilung, bearbeitete 
wirtschafts-, siedlungs- und bevölkerungsgeographische Fragen, hielt Vorträge 
und vertrat das Institut auf Tagungen anderer Einrichtungen. Er kümmerte sich 
um den Ausbau der Bibliothek, der Kartensammlung und des Fotolabors361 und 
überwachte, wie schon bemerkt, die auswärtigen Telefongespräche der Instituts¬ 
mitglieder. Ihm stand eine fest angestellte Schreibkraft zur Seite.362 1937 kamen 
mehrere Stipendiaten, wie Rembert Ramsauer oder Eugenie Löffler, und der Ar¬ 
beitskreis Saarbrücken der Akademie für Landesforschung und Reichsplanung 
mit Erwin Dittler und Frank Zint ans Saarpfälzische Institut.363 Ramsauer, Dittler 
und Zint wurden vom Institut übernommen. Ramsauer und Dittler leiteten die 
wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Abteilung, Zint die geschichtliche. Im 
Zweiten Weltkrieg bestand kurze Zeit eine kunstgeschichtliche Abteilung, die von 
einem gewissen Dr. Münch betreut wurde. In den meisten Jahren verfugte das 
Institut über vier Verwaltungsangestellte; nach den Beschädigungen durch die 
7 LASp, H 3/8009, f. 12: Imbt, Keim (Schriftführer), Kreistagssitzung am 26.5.1936; cf. f. 8: 
[Imbt] an BayKM v. 3.3.1936, f. 11: Emrich an Imbt v. 8.5.1936; f. 43-47: Emrich an Reg. der 
Pfalz v. 9.1.1937. 
378 LASp, H 3/8009, f. 56-57: Emrich an Reg. der Pfalz v. 20.5.1937, Entscheidung des Kreis- 
tagspräs. v. 6.7.1937. 
359 Johannes Postius, Untersuchungen zur Kulturgeographie der Südwestpfälzischen Hoch¬ 
fläche, Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, 27 
(Neustadt, Wstr.: Westmark-Verl., 1938); LASp, H 3/8009, f. 21-22: Roth[-Lutra], Spl-Ver- 
waltungsausschuss am 2.6.1936. 
360 Christmann an Wolfanger v. 31.7./3.8.1970, 5. 
361 LASp, H 3/8009, f. 46-47: Emrich, Bericht über Aufgaben und Tätigkeit des Assistenten v. 
5.1.1937. 
Es handelte sich um Frl. Karola Hagele; BayHStA, MK 15552: [Roth-Lutra u.] Emrich, Spl- 
Verwaltungsausschuss am 22.6.1937, 3; cf. LASp, H 3/8009, f. 19: Roth[-Lutra], Spl-Ver- 
waltungsausschuss am 2.6.1936. Im Krieg war Frl. Gertrud Hellenthal (*1921) Institutssekre¬ 
tärin; IpGV, Verwaltung 1939-44: Geschäftsverteilungsplan v. 20.1.1943. Die Buchhaltung 
führte bis zu seinem Tode im August 1939 der langjährige Geschäftsführer der PGFW Gustav 
Dell, darauf Sachbearbeiterin Hildegard Kirschner, geb. Erbach (*1917); LASp, H 3/8009, 
f. 24: Roth[-Lutra], Spl-Verwaltungsausschuss am 2.6.1936; f. 132: Fr. Christmann, Voll¬ 
sitzung d. PGFW am 7.2.1941 v. 15.2.1941,3. 
6' BayHStA, MK 15552: [Roth-Lutra u.] Emrich, Spl-Verwaltungsausschuss am 22.6.1937, 3; 
[Roth-Lutra u.] Emrich, Sitzung der PGFW am 22.6.1937, 15-16. 
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