Full text: Volk, Reich und Westgrenze

für Deutsche Vorgeschichte“ mit und schrieb für die Zeitschrift Germanen-Erbe,ni 
gelegentlich auch für die Zeitschrift der SS-Lehr- und Forschungsgemeinschaft 
Ahnenerbe Germanien, dem, wie Michael H. Kater sie nannte, „Sprachrohr einer 
naiven, wissenschaftlich unzulänglichen Vorgeschichte, Germanenforschung und 
Volkskunde“.188 192 Auch am Schulhelfer, der 1941-44 die lothringische Jugend im 
Geist und in der Seele ihrer deutschen Vorfahren unterrichten wollte, arbeitete der 
Archäologe mit.184 Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ Sprater die Bestände des 
Historischen Museum der Pfalz von belastendem Material säubern.140 1949 wurde er 
Generalsekretär der PGFW. Friedrich Sprater starb am 6. November 1952 in Speyer. 
Germanische Altertümer und SS-Heiligtümer 
Auf dem Peterskopf über der Stadt Bad Dürkheim liegen zwei vor- und früh¬ 
geschichtliche Denkmäler, auf seinem Gipfel die Heidenmauer, ein keltischer 
Festungsring, und zu seinen Füßen der Kriemhildenstuhl (früher oft als Brunholdis¬ 
stuhl bezeichnet), ein römischer Steinbruch, in dessen Fels primitive Zeichnungen 
eingeritzt sind. Archäologische Untersuchungen an der Heidenmauer fanden bereits 
in den 1870-er Jahren statt. Der Kriemhildenstuhl mit seinen Felszeichnungen 
faszinierte ebenfalls seit langem die pfälzische Heimatforschung. Schon im Ersten 
Weltkrieg hatten Sprater und Albert Becker nachgewiesen, dass es sich bei ihm 
nicht um ein germanisches Heiligtum, sondern lediglich um einen antiken Stein¬ 
bruch handle. Seine Felszeichnungen gingen auf einen in der Frühgeschichte von 
der heimischen Bevölkerung ausgeübten Sonnenkult zurück.141 Sie seien um 
200 n. Chr. entstanden und deuteten einen nur wenig von römischen Einflüssen 
überlagerten keltisch-germanischen Fruchtbarkeitskult an. Möglicherweise hätten 
am Kriemhildenstuhl Sonnwendfeiern stattgefunden, die in der Zeit der Stein¬ 
brucharbeiten weitergeführt worden seien.142 Anfang 1934 äußerte sich Sprater 
1X7 „1. Jahrestagung der Süddeutschen Arbeitsgemeinschaft des Reichsbundes für Deutsche 
Vorgeschichte: Buchau am Federsee 13.-15. Oktober 1937“, Germanen-Erbe, 2 (1937), 357- 
60, hier 359; Kater, Ahnenerbe, 300-01. 
Ixx Kater, Ahnenerbe, 105; cf. Esther Gajek, „Joseph Otto Plassmann: Eine akademische Lauf¬ 
bahn im Nationalsozialismus“, Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte der Volkskunde im 19. 
und 20. Jahrhundert, Hg. Kai Detlev Sievers, Studien zur Volkskunde und Kulturgeschichte 
Schleswig-Holsteins, 26 (Neumünster: Wachholtz, 1991), 121-54, hier 128. 
1X4 H. Hiegel, „L’enseignement“, 231. 
190 Ohler, „Speyer“, 2: 360-61. 
141 Emst Christmann,,„Kriemhildenstuhl1, nicht,Brunholdisstuhl“1, Völkische Wissenschaft [2] 
(1934/35), 318-30; id., „Kriemhildenstuhl, Brünhildenstuhl, Limburg“, Flurnamen zwischen 
Rhein und Saar, Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissen¬ 
schaften in Speyer, 49 (Speyer: PGFW, 1965), 126-29; cf. id., „Kriemhild und die Kriemhil- 
densteine im Gau Westmark: Auch ein Beitrag zur Nibelungenforschung“, Oberdeutsche Zeit¬ 
schrift für Volkskunde, 14 (1940), 5-10; id., ,„Maimonf, ,Wasigenstein‘, Waltersloch1 und 
Waltharilied“, Westmärkische Abhandlungen zur Landes- und Volksforschung, 5 ( 1941/42), 18- 
28, hier 24-27; Friedrich Sprater, Limburg und Kriemhildenstuhl (Speyer: HMP, 1948), 33-37, 
39-43; id., „Das Rad, Symbol gemein-arischer Urreligion“, Unsere Heimat: Blätter für saar¬ 
ländisch-pfälzisches Volkstum (1936/37), 70-76, hier 72-73. 
192 Sprater, Limburg, 61, 59. 
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