Full text : Volk, Reich und Westgrenze

50  000  Reichsmark,  ab  1932  auf  knapp  30  000  Reichsmark.  Mit  der  Errichtung  des
Saarpfälzischen  Instituts  1936  erhöhten  sich  die  Ausgaben  der  PGFW  um  20  000
bis  24  000  Reichsmark.44  Im  Zweiten  Weltkrieg  trug  der  Reichsstatthalter  in  der
Westmark  den  saarländischen  Teil  der  Ausgaben  am  Saarpfälzischen  Institut.45
Ausgaben  der  PGFW:  Rechnungsjahre  1925-35  und  1938-40  (1940  Voranschlag)46

1925

RM  30  606,08

1932

RM  29  842,00

1926

RM  22  070,17

1933

RM  29  477,00

1927

RM  49  200,07

1934

RM  33  252,69

1928

RM  34  828,21

1935

RM  31  089,12

1929

RM  74  162,58

1938

RM  55  657,32

1930

RM  49  585,00

1939

RM  45  191,06

1931

RM  52  021,91

1940

RM  62  100,00

Gleichschaltung
Am  30.  Juli  1930  verließen  die  Alliierten  vorzeitig  das  Rheinland.  Die  PGFW
feierte  mit  anderen  Pfälzern  den  Truppenabzug  als  die  „Befreiungsnacht“.47  Nicht
für  alle  Rheinländer  war  der  1.  Juli  1930  ein  Tag  des  Jubels.  An  vielen  ehemaligen
Separatisten  wurde  in  den  folgenden  Tagen  Vergeltung  geübt.  In  der  Pfalz  erfolgten
die  heftigsten  Ausschreitungen  gegen  die  früheren  Anhänger  der  Rheinischen
Republik  in  Kaiserslautern.  Die  eigentliche  Nacht  der  langen  Messer  fand  aber
zweieinhalb  Jahre  später  statt.  1933  rächten  sich  die  Nationalsozialisten  bitter  an
jenen,  die  sie  für  Landesverräter  hielten.  Ehemalige  Separatisten  oder  solche,
die  dafür  galten,  wurden  gefoltert  und  ermordet,  in  die  Konzentrationslager  verschleppt,
  vor  den  Volksgerichtshof  gezerrt,  zu  langjährigen  Zuchthausstrafen  oder
gar  zum  Tode  verurteilt  und  hingerichtet.48
In  den  ersten  Monaten  des  Jahres  1933  begann  in  der  Pfalz  die  nationalsozialistische
  Gleichschaltung  des  politischen,  gesellschaftlichen  und  kulturellen  Lebens.
Bis  zum  Sommer  wurden  die  politischen  Parteien  aufgelöst  und  der  größte  Teil
der  Vereine,  Verbände  und  Gesellschaften  unter  Kuratel  der  NSDAP  gestellt.  Der
nationalsozialistische  Gaukulturwart  Kölsch  wurde  von  Bürckel  zum  Kommissar

BayHStA,  MK  15552:  Roth[-Lutra],  Geschäftssitzung  der  PGFW  am  15.10.1936  [10];
Emrich  an  BayKM  v.  23.9.1938,  Anlage:  Haushalt  für  das  Spl  Rechnungsjahr  1937/38.
45  HMP,  G/Sach  1943-44:  Kirschner  an  RStH  -  Abt.  Z-KR  v.  2.2.1944[a],
46  BayHStA,  MK  15552:  Emrich,  „Denkschrift  über  die  Pfälzische  Gesellschaft  zur  Förderung
der  Wissenschaften“  [ca.  April  1937],  2  u.  4;  cf.  BayHStA,  MK  15551:  Bassermann-Jordan,
Pfeiffer,  13.  Sitzung  der  PGFW  v.  24.6.1932  [  18];  LASp,  H  3/8009,  f.  118-28,  138-48:  Fr.
Christmann,  Vollsitzung  d.  PGFW  am  7.2.1941  v.  15.2.1941  (Dokument  liegt  ebenfalls  in
BayHStA,  MK  15553  ein).
47  BayHStA,  MK  15551:  Bassermann-Jordan,  Pfeiffer,  11.  Sitzung  der  PGFW  v.  24.6.1931,  5:
Pfeiffer,  1.  Jahresbericht  über  das  Geschäftsjahr  v.  1.4.1930-31.3.1931.
48  1923/24,  258,  262-63.

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