universitäre Fortbildungskurse in der Pfalz abgehalten,'8 bis die angespannte
Haushaltstage deren Fortführung 1930 verbot. Die Hochschulwochen waren für
München ein geeignetes Mittel, die kulturelle Bindung der Pfalz an Bayern zu
stärken. Daher kamen die Vortragenden Professoren ausschließlich von bayerischen
Universitäten.'4
Die PGFW sollte „die in der Pfalz namentlich in ihren wissenschaftlichen Anstalten
und Vereinen geleistete wissenschaftliche Arbeit zusammenfassen und
fördern“.38 40 Sie bildete vier Abteilungen aus: für Geschichte und Kunstgeschichte
unter Carl Pöhlmann, für deutsche Sprache und Volkskunde unter Reismüller, für
Staats- und Wirtschaftskunde unter Bassermann-Jordan und für Naturwissenschaften
unter Hermann Poeverlein,41 42 und unterstützte Forschungen und Veröffentlichungen
zur pfälzischen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte,
mittelalterlichen Kirchen- und Klostergeschichte, Kunstgeschichte, pfälzischen
Vor- und Frühgeschichte, zu den Dialekten pfälzischer Auswanderer, Geologie,
Agrikultur und zum Weinbau in der Pfalz. Herausragende Schriften, die mit Hilfe
der PGFW entstanden, waren die Westbibliographie, der Pfälzische Geschichtsatlas,
das Biographische Lexikon, Räumers Zerstörung der Pfalz 1689, Christmanns
Sprachbewegungen in der Pfalz und das Pfälzische Wörterbuch f Bis zur
Machtübernahme der Nationalsozialisten genossen die Gelehrten der PGFW
Forschungsfreiheit. Im Gegensatz zur Saar mischten sich vor 1933 die leitenden
Ministerien nie in die wissenschaftlichen Angelegenheiten der PGFW ein.
Ausstattung
Finanziert wurde die PGFW vom bayerischen Kultusministerium und vom
Reichsministerium für die besetzten Gebiete. Der Etat der PGFW war bis zur
Weltwirtschaftskrise relativ großzügig.4’ Ihre Ausgaben betrugen mit Ausnahme
eines Rechnungsjahres immer über 30 000 Reichsmark. 1929 erreichten sie den
Spitzenwert von über 74 000 Reichsmark. 1930 sanken die Ausgaben auf etwa
38 18.-20.10.1926, Ostern 1927, 28.8.-1.9.1927, 27./28.10.1928; BayHStA, MK 15550:
Dr. [Jakob] Kom (BayKM) an Reg. der Pfalz v. 23.2.1927; Pfalz ... von 1918 bis 1930, 285,
311, 322, 338; BayHStA, MK 15549: Pfälzische Rundschau (25.10.1925).
4 BayHStA, MK 15550: Hochschulwoche in der Pfalz vom 18.-20.10.1926, Hundertjahrfeier
des HV der Pfalz in Speyer vom 28.8.-1.9.1927; Goldenberger an Pfeiffer v. 15.10.1929:
Pfälzische Hochschulwoche 1929; cf. Kom an Reg. der Pfalz v. 23.2.1927; BayMK v.
28.5.1927; Baumann, „30 Jahre“, 13.
40 BayHStA, MK 15549: Satzung der PGFW v. August 1925; Pfalz ... von 1918 bis 1930, 285.
41 Baumann, „30 Jahre“, 13; cf. BayHStA, MK 15549: Satzung der PGFW v. August 1925;
Pfalz ... von 1918 bis 1930, 285.
42 BayHStA, MK 15551: 7. Sitzung der PGFW v. 21.6.1929; 8. Sitzung v. 27.10.1929; 9. Sitzung
v. 27.6.1930; Bücherüberreichung v. Jan. 1931; Veröffentlichungsunterstützungen der PGFW v.
11.4.1931 ; 11. Sitzung v. 24.6.1931, 10-11 ; cf. Kurt von Raumer, Die Zerstörung der Pfalz von
1689 im Zusammenhang der französischen Rheinpolitik (München: Oldenbourg, 1930); BABL,
RI501/26807, f. 78v: Emst Christmann, Sprachbewegungen in der Pfalz, Veröffentlichungen
der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, 19 (Speyer: 1931).
4' Baumann, „30 Jahre“, 13.
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