Full text : Volk, Reich und Westgrenze

trafen  sich  die  Vertreter  der  Westforschung  und  des  Gaues  zu  wenigstens  vier
Besprechungen  über  die  Zukunft  der  regionalen  Volkstums-  und  Wissenschaftsarbeit.
  Ernst  und  der  Leiter  von  VDA  und  VFG  Steinacher,  die  wichtigsten  Landesleiter
  und  Mitarbeiter  des  BDW  und  VDA  aus  den  westlichen  Grenzgebieten,
sowie  Steinbach  und  die  führenden  Männer  der  WFG  besprachen  am  16.  Februar
in  Neustadt  mit  den  Vertretern  der  pfälzischen  Gaukulturverwaltung  Kölsch  und
Emrich  die  Aufgaben,  die  sich  nach  der  Rückgliederung  „nationalpolitisch  und  kulturpolitisch
  im  Westen  und  insbesondere  in  der  Pfalz  und  an  der  Saar“  ergaben.686
Am  4.  März  trafen  sich  im  Anschluss  an  die  Eupen-Malmedy-Tagung  der  WFG  in
Gerolstein  Ernst,  Steinacher,  Steinbach,  Ammann  und  Metz  mit  Emrich.687  Eine
dritte  Besprechung  fand  wohl  noch  im  März  1935  statt.  Schließlich  setzten  sich
Ernst,  Steinacher  und  Steinbach  am  25./26.  Mai  am  Rande  einer  großen  Kundgebung
  in  Saarbrücken  mit  Emrich  und  Kölsch  zusammen.688  BDW  und
Westreferat  des  VDA  hielten  an  jenem  Wochenende  im  Rathaus  Saarbrücken
öffentliche  Vorträge  und  unterstrichen  ihren  Anspruch  auf  Mitsprache  in  der  saarländischen
  Grenzlandarbeit.  Ernst  beschrieb  die  Lage  des  Volkstums  in  Eisass-Lothringen,
  Raumer  von  der  PGFW  das  gemeinsame  Grenzschicksal  von  Saar  und
Pfalz.  Das  ELI  signalisierte  dem  Gau  Entgegenkommen:  Sein  wissenschaftlicher
Leiter  Wentzcke  sprach  über  „Staat  und  Volkstum  im  letzten  Kampf  um  den  rheinischen
  Raum“  und  Institutsbibliothekar  Christian  Halber,  der  spätere  Leiter  des
Lothringischen  Instituts  in  Metz,  gab  einen  Überblick  über  die  Institutstätigkeit.689
Kooperationsbereitschaft  demonstrierend  trat  Emrich  dem  BDW  bei  und  besuchte
sporadisch  dessen  Tagungen.  Ehrliche  Absichten  hatte  er  nicht;  nach  über  zwei
Jahren  kannte  er  noch  immer  nicht  den  richtigen  Namen  des  BDW.690
Die  westdeutsche  Volkstumsforschung  machte  dem  Gau  weiter  Avancen.  Im
Oktober  1935  kehrte  die  WFG  in  die  Pfalz  zurück.  Zur  Bad  Dürkheimer  WFG-Tagung
  wurden  viele  Vertreter  der  Gauverwaltung  und  -Wissenschaften  eingeladen:
  Fritz  Wambsganß,  SA-Brigadeführer  Fritz  Schwitzgebei  und  Emrich  von
der  NSDAP-Saarpfalz,  Ernst  Christmann,  der  pfälzische  Archivar  Albert  Pfeiffer,
der  Saarbrücker  Stadtbibliothekar  Walther  Koch,  der  Geograph  Walther  Tuckermann
  aus  Mannheim,  Kloevekorn  und  der  Heidelberger  Professor  Günther  Franz.

HMP,  G/Vbv.,  VDA:  R.  Ernst  an  Emrich  v.  26.1.1935,  cf.  Emst  an  Kölsch  v.  26.1.1935.
687  Fahlbusch,  Wissenschaft,  407;  HMP,  G/Vbv.,  VDA:  Telegramm  R.  Ernst  an  VDA-Bundesleitung.

1,88  HMP,  G/Vbv.,  VDA:  R.  Emst  (BDW/VDA-Westreferat)  an  Emrich  v.  3.5.1935;  PAAA,
R60275:  Steinbach,  Budgetverrechnung  1935/36  der  WFG  (am  20.6.1936  v.  Emil  Meynen  bestätigt):
  25./26.5.1935  Teilnahme  an  der  Tagung  des  BDW  und  Besprechung  mit  Emrich  und  Kölsch.
689  HMP,  G/Vbv.,  VDA:  Einladung  an  Emrich  zur  Tagung  des  BDW  in  Essen  am  12./13.6.1937,  cf.
Tagesordnung  für  die  vierte  interne  Arbeitsbesprechung  am  25726.5.1935  in  Saarbrücken.
690  Emrich  nannte  ihn  „Deutscher  Westen  e.  V.“;  HMP,  G/Vbv.,  VDA:  Emrich  an  Braun  v.
3.6.1937;  cf  R.  Ernst  [an  Emrich]  v.  23.11.1935;  R.  Emst,  Einladung  des  BDW  [an  Emrich]  v.
18.1.1936  zu  interner  Arbeitsbesprechung  am  1./2.2.1936  in  Köln  und  in  der  Nähe  von  Köln;
Einladung  an  Emrich  zur  Tagung  des  BDW  in  Essen  am  12./13.6.1937.

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